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| Biografie von
Björn Engholm: |

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geboren: 1939
gestorben:
höchstes Staatsamt: Bundesminister für
Wirtschaft und Bildung, Bundesminister für Ernährung,
Landwirtschaft und Forsten
sonstige Ämter: Ministerpräsident
Schleswig Hostein, Bundesvorsitzender der SPD
Parteizugehörigkeit:
►
SPD |
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- 1939
- 9. November: Björn Engholm wird als zweites
Kind eines Speditionskaufmanns in Lübeck geboren.
- 1958
- Schulabgang mit Abschluss der Mittleren Reife.
- 1959-1962
- Lehre als Schriftsetzer beim
sozialdemokratischen "Wullenwever"-Verlag.
Engholm wird Mitglied der IG Druck und Papier.
- 1962
- Eintritt in die SPD.
- 1962-1972
- Engholm erwirbt auf dem zweiten Bildungsweg an
der Hochschule für Wirtschaft und Politik in Hamburg die
Hochschulreife.
Anschließend studiert Engholm an der Universität Hamburg Politik,
Volkswirtschaft und Soziologie. Er schließt das Studium als
Diplompolitologe ab.
Parallel arbeitet Engholm als Dozent im Rahmen der
gewerkschaftlichen Bildungsarbeit und an der Volkshochschule
sowie als freiberuflicher Journalist.
- 1964
- Heirat mit Barbara Engholm. Aus der Ehe gehen
zwei Töchter hervor.
- 1965-1969
- Vorsitzender der Lübecker Jungsozialisten.
- 1969-1983
- Mitglied des Deutschen Bundestages.
Mitglied im Bildungsausschuss des Bundestages.
- 1977
- Vorsitzender des Arbeitskreises Inneres,
Bildung und Sport der SPD-Bundestagsfraktion.
Mitglied der Medienkommission beim SPD-Parteivorstand und
Vorsitzender der Unterkommission Presse.
- 1977-1981
- Engholm wird parlamentarischer Staatssekretär
im Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft.
Vorsitzender der "Deutsch-Skandinavischen Parlamentariergruppe"
des Bundestages.
- 1981/82
- Bundesminister für Bildung und Wissenschaft im
Kabinett Schmidt. In dieser Funktion setzt sich Engholm
besonders für eine "Humanisierung der Bildungseinrichtungen"
ein. Er bemüht sich um Maßnahmen gegen die
Jugendarbeitslosigkeit und um die Förderung schulischer
"Sorgenkinder". Weiter tritt Engholm gegen die Kürzung
beziehungsweise Umstellung des BAföG für Schüler und Studenten
ein.
- 1982
- Nach dem Bruch der sozialliberalen Koalition
und bis zur Wahl Helmut Kohls zum neuen Bundeskanzler übernimmt
Engholm für 15 Tage das Ministerium für Ernährung,
Landwirtschaft und Forsten.
- 1983-1988
- Vorsitzender der SPD-Fraktion im
schleswig-holsteinischen Landtag.
- 1983-1994
- Mitglied des Landtages in Schleswig-Holstein.
- 1983-2000
- Mitglied des Kuratoriums der
"Friedrich-Ebert-Stiftung".
- 1983
- Engholm wird als SPD-Spitzenkandidat bei den
schleswig-holsteinischen Landtagswahlen aufgestellt. Er
unterliegt dem Kandidaten der CDU, Uwe Barschel.
- 1984-1993
- Mitglied des SPD-Parteivorstandes.
- 1984-1988
- Kulturbeauftragter des SPD-Parteivorstandes.
- 1987
- September: Dem schleswig-holsteinischen
Ministerpräsidenten Uwe Barschel (CDU) wird von dem
Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" vorgeworfen, Engholm im Zuge
des Wahlkampfes in Schleswig Holstein bespitzeln zu lassen.
13. September: Die CDU verliert bei den Wahlen in
Schleswig-Holstein sechs Mandate und erringt in einer Koalition
mit der FDP insgesamt 37 Mandate. Die SPD erreicht 36 Mandate.
Barschel wird erneut zum Ministerpräsidenten gewählt.
18. September: Barschel gibt sein persönliches Ehrenwort und eine
eidesstattliche Erklärung ab, dass die vom "Spiegel" gegen ihn
erhobenen Vorwürfe nicht gerechtfertigt seien.
25. September: Barschel erklärt seinen Rücktritt. Er übernimmt
damit die politische Verantwortung für die Affäre um die
Bespitzelung Engholms, bestreitet aber jegliche persönliche
Schuld.
11. Oktober: Barschel wird in einem Hotel in Genf tot aufgefunden.
- 1988
- 3. Februar: Der Untersuchungsausschuss zur
Aufklärung der "Barschel-Affäre" legt in Kiel seinen
Abschlussbericht vor. Darin werden dem inzwischen verstorbenen
Barschel schwere Verfehlungen im Wahlkampf gegen Engholm und
Machtmissbrauch vorgeworfen.
8. Mai: Bei den Neuwahlen in Schleswig-Holstein erringt die SPD
mit 54,8 % der Stimmen die absolute Mehrheit.
31. Mai: Engholm wird zum neuen Ministerpräsidenten von
Schleswig-Holstein gewählt. In seinem Kabinett sind vier Frauen
vertreten, darunter die erste deutsche Frauenministerin.
- 1988-1993
- Mitglied des Präsidiums des
SPD-Parteivorstandes.
- 1990
- Mai: Engholm bildet sein Kabinett in
Schleswig-Holstein um. Er versucht einen neuen politischen Stil
einzuführen, der sich in mehr "Transparenz, Modernität,
Kooperation und Bürgernähe" ausdrücken soll.
Zu den wichtigsten Maßnahmen seiner Amtszeit zählen eine
Gesamtrevision der Landesverfassungen, die Aufhebung des
Extremistenbeschlusses, die Neufassung der Kommunalverfassung,
die Ausweitung der Mitbestimmung im öffentlichen Dienst,
Neuerungen zur Gleichstellung der Frau sowie Auflagen für den
Verfassungsschutz.
Im Bildungsbereich hat Engholm die Schulgesetz-Reform mit der
Einführung der Gesamtschule als Regelschule durchgesetzt und
eine Änderung des Hochschulgesetzes eingeführt, nachdem in
Schleswig-Holstein auch ohne Abitur studiert werden kann, wenn
andere Qualifikationen vorliegen. Weiter hat er den Ausbau von
Fachhochschulen und den Aufbau einer technischen Fakultät an der
Universität Kiel unterstützt.
Veröffentlichung der Schrift "Vom öffentlichen Gebrauch der
Vernunft".
- 1991
- 29. Mai: Engholm wird als Nachfolger von
Hans-Jochen Vogel zum Vorsitzenden der SPD gewählt.
Auszeichnung mit dem Hansepreis der Handelskammer Südschweden und
dem Europapreis der schwedischen Zeitung "Sydvenska Dagbladet".
- 1992
- 21. Januar: Engholm erklärt sich zur
Kanzlerkandidatur bereit. Im Herbst legt er ein Konzept zur
Neuorientierung der SPD-Politik vor, in dessen Mittelpunkt eine
"Projektgruppe Deutschland 2000" steht.
Engholm setzt in der SPD die Zustimmung zu den
Maastrichter-Verträgen durch sowie eine Kursänderung innerhalb
der SPD beim Asylrecht und bei UNO-Einsätzen der Bundeswehr.
5. Mai: Engholm wird erneut zum Ministerpräsidenten von
Schleswig-Holstein gewählt.
Nach dem Tod von Willy Brandt gibt Engholm die Schrift "Abschied -
Dank an Willy Brandt" heraus.
- 1993
- 3. Mai: Engholm tritt nach den Enthüllungen im
Zusammenhang mit der "Barschel-Affäre" als
schleswig-holsteinischer Ministerpräsident, als Vorsitzender der
SPD und als Kanzlerkandidat zurück. Er gibt zu, vor dem
Barschel-Untersuchungsausschuss 1987 die Unwahrheit gesagt zu
haben und bereits am 7. September über Bespitzelungen seiner
Person informiert worden zu sein. Bisher hatte er immer wieder
betont, erst am 13. September, dem damaligen Wahltag, von den
Machenschaften gegen ihn erfahren zu haben.
1994
- Engholm übernimmt einen Beratervertrag bei dem
Energiekonzern PreußenElektra.
- 1997
- Engholm wird Vorstandsmitglied des
deutsch-finnischen Vereins "Pro Baltica Forum". In dieser
Eigenschaft vertritt er den Gedanken einer "Neuen Hanse" als
Kooperation der Ostsee-Länder.
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- 2005
- 13. Juni: Für seine Verdienste zur Förderung
der deutsch-skandinavischen Beziehungen wird ihm der
Willy-Brandt-Preis verliehen.
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