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| Biografie von
Hans Dietrich Genscher: |
- 1927
- 21. März: Hans-Dietrich Genscher wird als Sohn
eines Syndikus des Landwirtschaftsverbandes in
Reideburg/Saalkreis geboren.
- 1933
- Umzug der Familie Genscher nach Halle an der
Saale.
- 1945
- Noch in den letzten Monaten des Zweiten
Weltkrieges zur Wehrmacht eingezogen, kommt Genscher zuerst in
amerikanische, anschließend in britische Gefangenschaft.
- 1946
- Abschluss der Schule mit dem Abitur in Halle.
Eintritt in die Liberal-Demokratische Partei (LDPD).
- 1946-1949
- Studium der Rechtswissenschaften in Halle und
in Leipzig.
- 1949-1952
- Referendarexamen in Leipzig und anschließend
Referendar im Oberlandesgerichtsbezirk Halle.
- 1952
- Genscher verlässt die DDR und siedelt in die
Bundesrepublik nach Bremen über.
Eintritt in die FDP.
- 1952-1954
- Arbeit als Referendar im
Oberlandesgerichtsbezirk Bremen. Abschluss der Ausbildung mit
der zweiten juristischen Staatsprüfung in Hamburg.
- 1954
- Wahl zum stellvertretenden Landesvorsitzenden
der Jungdemokraten in Bremen.
- 1954-1956
- Anwaltsassessor und Rechtsanwalt in Bremen.
- 1956-1959
- Wissenschaftlicher Assistent der
Bundestagsfraktion der FDP in Bonn.
- 1958-1966
- Verheiratet mit Luise Schweitzer.
- 1959-1965
- Fraktionsgeschäftsführer der FDP im Bundestag,
ab 1962 gleichzeitig Bundesgeschäftsführer der FDP.
- 1965-1998
- Mitglied des Bundestages.
- 1965-1969
- Parlamentarischer Geschäftsführer der
FDP-Bundestagsfraktion.
- 1966
- Mitglied des Landesvorstandes der FDP von
Nordrhein-Westfalen.
- 1968-1974
- Stellvertretender FDP-Bundesvorsitzender.
- 1969-1974
- Bundesminister des Inneren im ersten und
zweiten Kabinett der sozial-liberalen Koalition unter
Bundeskanzler Willy Brandt.
- 1969
- 24./25. Juli: Genscher reist zusammen mit
Walter Scheel und Wolfgang Mischnick (geb. 1921)zu Gesprächen
mit dem sowjetischen Ministerpräsidenten Alexej N. Kossygin
(1904-1980) nach Moskau.
Oktober: Heirat mit Barbara Schmidt.
- 1972
- 13. September: Genscher teilt mit, dass eine
Spezialtruppe des Bundesgrenzschutzes (GSG 9) aufgestellt werden
soll, um Terroranschlägen, wie sie in München bei den
Olympischen Spielen stattgefunden haben, begegnen zu können.
- 1974-1982
- Bundesminister des Auswärtigen und Vizekanzler
im dritten, vierten und fünften Kabinett der sozial-liberalen
Koalition unter Bundeskanzler Helmut Schmidt. Genscher steht für
eine Ausgleichspolitik zwischen Ost und West und entwickelt
eigene Strategien für eine aktive Entspannungspolitik.
- 1974-1985
- Bundesvorsitzender der FDP als Nachfolger von
Walter Scheel. 1985 verzichtet Genscher auf das Amt des
Bundesvorsitzenden und schlägt Martin Bangemann zu seinem
Nachfolger vor.
- 1974
- Genscher beteiligt sich maßgeblich an den
Verhandlungen über den Text der KSZE-Schlussakte in Helsinki.
- 1975
- Auszeichnung mit dem Großen
Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband.
- 1976
- Dezember: Die Vollversammlung der Vereinten
Nationen in New York nimmt den Vorschlag von Genscher über eine
Anti-Terrorismus-Konvention an. Darin wird unter anderem
festgelegt, auf Forderungen von Geiselnehmern unter keinen
Umständen einzugehen.
- 1978
- Verleihung des Ordens wider den tierischen
Ernst.
- 1980
- 30. Juni-1. Juli: Bundeskanzler Schmidt und
Genscher reisen zu Gesprächen nach Moskau. Die sowjetische
Führung erklärt sich bereit, über die vom NATO-Doppelbeschluss
Mittelstreckenwaffen (Intermediate Nuclear Forces/INF) mit den
USA zu verhandeln.
- 1982
- Nach dem Austritt der FDP-Mitglieder aus dem
Kabinett Schmidt tritt Genscher für Koalitionsverhandlungen mit
der CDU/CSU ein - entgegen der Proteste des linksliberalen
Flügels der FDP Genscher unterstützt das konstruktive
Mißtrauensvotum gegen Schmidt und setzt sich für den
Kanzlerwechsel ein.
- 1982-1992
- Bundesminister des Auswärtigen und Vizekanzler
im ersten, zweiten und dritten Kabinett der christlich-liberalen
Koalition unter Bundeskanzler Helmut Kohl. Zu seinen erklärten
Zielen zählen die Weiterführung der Entspannungspolitik und des
Ost-West-Dialogs mit der sich wandelnden UdSSR, sowie das
Zusammenwachsen der EG. Besonders ab 1987 wirbt Genscher für
eine "aktive Entspannungspolitik" als Antwort des Westens auf
die sowjetischen Bemühungen.
- 1984
- 21. Juli: Genscher trifft zu einem zweitägigen
Besuch in der iranischen Hauptstadt Teheran ein. Genschers
Besuch, der erste eines westeuropäischen Außenministers seit der
islamischen Revolution von 1979, stößt vielfach auf Kritik.
- 1984-1985
- Präsident des NATO-Rates und Präsident des
Ministerrates der Westeuropäischen Union.
- 1986
- Auszeichnung mit dem Großkreuz der
französischen Ehrenlegion.
- 1988
- Januar: Genscher trifft im Rahmen seines
Polenbesuchs mit dem Vorsitzenden der verbotenen Gewerkschaft
"Solidarnosc", Lech Walesa (geb. 1943), zusammen. In dem
Gespräch sichert Genscher der polnischen Opposition
Unterstützung bei ihrem Eintreten für demokratische Reformen zu.
Februar: In einer Rede vor der in Genf tagenden
UN-Abrüstungskonferenz fordert Genscher ein weltweites Verbot
chemischer Waffen.
- 1989
- Einsatz für eine wirksame Unterstützung der
politischen Reformprozesse in Polen und Ungarn.
30. September: Genscher verkündet nach Verhandlungen mit
Vertretern Ost-Berlins und Prags, dass alle DDR-Flüchtlinge, die
sich in den deutschen Botschaften in Prag und Warschau befinden,
ausreisen dürfen.
26. Dezember: Genscher und sein tschechischer Amtskollege Jiri
Dienstbier (geb. 1937) schneiden in einem symbolischen Akt den
Grenzzaun zwischen beiden Staaten am Übergang Waidhaus-Roßhaupt
durch.
- 1990
- Genscher beteiligt sich an dem ersten (Bonn),
zweiten (Berlin) und dritten (Paris) Außenministertreffen der "2
+ 4"-Gespräche über die äußeren Aspekte der deutschen Einheit.
November: In Warschau unterzeichnen Genscher und sein polnischer
Amtskollege Krzysztof Skubiszewski (geb. 1926) den
deutsch-polnischen Grenzvertrag über die Festlegung der
Oder-Neiße-Linie als polnische Westgrenze.
- 1991
- Infolge der Bemühungen Genschers ist
Deutschland das erste EG-Land, das Slowenien und Kroatien
anerkennt.
- 1992
- Auf eigenen Wunsch Rücktritt als Außenminister
und Vizekanzler.
Ernennung zum Ehrenvorsitzenden der FDP
Wahl zum Präsidenten der Europäischen Bewegung Deutschland.
Verleihung des Großen Verdienstkreuzes Polens und Ungarns.
- 1994/95
- Honorarprofessor am Fachbereich Politische
Wissenschaften der FU Berlin.
- 1998
- Aufsichtsratsvorsitzender der WMP EUROCOM AG
Berlin (Kommunikationsberatung in den Bereichen Wirtschaft,
Medien und Politik).
-
- April: Genscher hält seine
Abschiedsrede im Bundestag und wird mit stehendem Applaus aller
Parteien verabschiedet.
- 1999
- Wiederaufnahme der anwaltlichen
Tätigkeit in der Sozietät Büsing, Müffelmann & Theye, Büro
Berlin.
- 2000
- Geschäftsführender
Gesellschafter der Hans-Dietrich Genscher Consult GmbH.
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- 2001
- Präsident der Deutschen
Gesellschaft für Auswärtige Politik.
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