|
|
 |
 |
geboren: 1914
gestorben: 1992
höchstes Staatsamt:
►
Bundespräsident
Parteizugehörigkeit:
►
CDU |
| |
1914
14. Dezember: Karl Carstens wird als Sohn eines
protestantischen Studienrates in Bremen geboren. Der Vater fällt bei
Beginn des Ersten Weltkrieges noch vor der Geburt des Sohnes
1933
Nach dem Abitur beginnt Carstens ein Studium der
Rechtswissenschaften und der politischen Wissenschaften an den
Universitäten Frankfurt/Main, Dijon/Frankreich, München, Königsberg
und Hamburg.
1936-1939
Carstens absolviert die Erste (1936) und Zweite
(1939) juristische Staatsprüfung sowie 1937/38 seine Promotion zum
Dr. jur. mit dem Thema "Der gutgläubige Erwerb von Pfandrechten an
Grundstücksrechten" in Hamburg.
1939-1945
Kriegsdienst bei der Flakartillerie im Zweiten
Weltkrieg.
1940
Dem Aufnahmeantrag in die NSDAP, den er als
Referendar auf Veranlassung des Landgerichtspräsidenten und unter
Androhung beruflicher Nachteile gestellt hatte, wird stattgegeben.
Einer aktiven Mitgliedschaft in der Partei geht Carstens nicht nach.
1944
Heirat mit Veronika Prior, einer
Rotkreuzschwester im Lazarettdienst. Veronika Carstens studiert ab
1956 Medizin und wird später Fachärztin für innere Medizin.
1945
Eintritt in eine renommierte Anwalts-Sozietät in
Bremen.
1946-1958
Diakon an der St.-Petri-Domkirche in Bremen.
1948/1949
Mit einem Jahresstipendium studiert Carstens an
der amerikanischen Yale-Universität in New Haven/Connecticut. Er
erwirbt 1949 den Grad eines Master of Law.
1949-1954
Rechtsberater des Bremer Senats und
Bevollmächtigter Bremens beim Bund.
ab 1950
Carstens lehrt an der Universität Köln.
1952
Habilitation an der Universität Köln. Als
Privatdozent hält er Vorlesungen über Staatsrecht und Völkerrecht.
1954
Veröffentlichung der Habilitationsschrift
"Grundgedanken der amerikanischen Verfassung und ihre
Verwirklichung".
1954-1966
Tätigkeit im Auswärtigen Dienst.
1954/55
Ständiger Vertreter der Bundesrepublik
Deutschland beim Europarat in Straßburg.
1955
Aufgrund seiner Beschäftigung mit Europafragen
wird Carstens als Experte für Europafragen ins Auswärtige Amt nach
Bonn berufen.
Eintritt in die CDU.
1956
Veröffentlichung der Schrift "Das Recht des
Europarates".
1958-1960
Stellvertretender Leiter und kurz darauf Leiter
der politischen Abteilung West I Europa im Auswärtigen Amt.
1960
Juli: Carstens wird Staatssekretär im Auswärtigen
Amt.
Berufung zum Professor für Staats und Völkerrecht an der Universität
Köln.
1961
Juli: Ernennung zum ständigen Vertreter des
Bundesaußenministers Heinrich von Brentano (CDU) und dessen
Nachfolger Gerhard Schröder (CDU).
1967
Nach Bildung der Großen Koalition wird
Bundesaußenminister Gerhard Schröder (CDU) neuer
Bundesverteidigungsminister. Carstens folgt ihm und wird
Staatssekretär im Verteidigungsministerium.
1968/69
Chef des Bundeskanzleramtes bei Kurt Georg
Kiesinger und Staatssekretär der Bundesregierung.
1969
Mit Bildung der sozial-liberalen Koalition
scheidet Carstens aus dem Staatsdienst aus.
1970-1972
Leiter des Forschungsinstituts der Deutschen
Gesellschaft für Auswärtige Politik in Bonn.
1971
Veröffentlichung der Schrift "Politische Führung
- Erfahrungen im Dienst der Bundesregierung".
1972-1979
Mitglied des Bundestages für die CDU.
1973
Februar: Als Mitglied des Auswärtigen Ausschusses
im Bundestag erregt Carstens mit seiner ersten Rede in der Debatte
um den Grundlagenvertrag Aufsehen.
Mai: Nach dem Rücktritt von Rainer Barzel aufgrund der
Abstimmungsniederlage im Zusammenhang mit dem Beitritt der
Bundesrepublik zur UNO wird Carstens neuer Vorsitzender der
CDU/CSU-Fraktion im Bundestag (bis 1976).
1976
Nach dem knappen Wahlsieg der sozial-liberalen
Koalition bei den Bundestagswahlen wird Carstens im Dezember zum
neuen Bundestagspräsidenten gewählt.
1979
Januar: Die CDU/CSU-Fraktion schlägt Carstens
gegen starken Widerstand der SPD und F.D.P. für das Amt des
Bundespräsidenten vor. In Pressekampagnen wird Carstens seine
frühere NSDAP-Mitgliedschaft vorgeworfen.
23. Mai: Wahl zum fünften Bundespräsidenten der Bundesrepublik
Deutschland. Carstens stellt sich in seinen Reden als Fürsprecher
von Leistungswillen, Einsatzwillen und Pflichtbewusstsein dar. Er
bemüht sich um strenge Objektivität und beweist bei vielen
Gelegenheiten Würde, Stil und politische Sensibilität. Er sucht
verstärkt den Dialog zur Jugend und führt die großen Jugendtreffen
in der Villa Hammerschmidt ein.
1980
Staatsbesuche in Irland und Portugal.
1981
Januar: Bei der nationalen Auftaktveranstaltung
in der Dortmunder Westfalenhalle eröffnet Bundespräsident Carstens
das "Jahr der Behinderten".
Staatsreisen nach Indien, Spanien, Rumänien sowie zur EG und zur
Vertretung der NATO in Brüssel, wo er sich gegen eine einseitige
Abrüstung ausspricht.
1982
Januar: Etwa 2.000 Menschen begleiten
Bundespräsident Carstens auf seiner Wanderung in einem Waldgebiet
zwischen Hattingen und Essen. Seit Beginn seiner Amtszeit 1979 hat
Carstens die Bundesrepublik bereits von der Ostsee bis zu den Alpen
zu Fuß durchquert.
Staatsreisen führen Carstens nach Jamaika, in die Schweiz, in die
Volksrepublik China sowie nach Italien, wo er unter anderem mit dem
Papst zusammentrifft.
Im November nimmt er an den Trauerfeierlichkeiten für den
verstorbenen sowjetischen Staats- und Parteichef Leonid Breschnew
teil und trifft dort auch mit dem DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich
Honecker zusammen.
1983
7. Januar: Als Bundespräsident verfügt Carstens
die Auflösung des Bundestages und setzt Neuwahlen an, nachdem die
Regierung Schmidt durch ein konstruktives Misstrauensvotum der
CDU/CSU und der F.D.P. abgelöst wird. Carstens rechtlich nicht
unumstrittene Entscheidung wird im Februar 1983 vom
Bundesverfassungsgericht bestätigt.
Carstens besucht als erster deutscher Bundespräsident Jugoslawien.
Im gleichen Jahr nutzt er einen Besuch in den USA zu Reden vor dem
amerikanischen Kongreß und vor der UN-Vollversammlung.
Herausgeber der Anthologie "Deutsche Gedichte".
1984
Februar: Sein letzter Staatsbesuch führt ihn nach
Indonesien.
23. Mai: Wahl von Richard von Weizsäcker zu seinem Nachfolger als
Bundespräsident. Unter Hinweis auf sein Alter hatte sich Carstens
schon früh gegen eine zweite Amtsperiode ausgesprochen. Nach seinem
Ausscheiden aus dem Amt hält sich Carstens aus politischen
Aktivitäten heraus.
Auszeichnung mit dem Karlspreis der Stadt Aachen und der
Ehrenbürgerwürde der Städte Bonn und West-Berlin sowie der
Universität Köln.
1986
Juli: Wahl zum Vorsitzenden des "Rates der
Älteren" in der CDU.
1987
Auszeichnung mit dem Hanns-Martin-Schleyer-Preis
und der Goldenen Medaille der Humboldt-Gesellschaft.
1990
Verleihung der Goldmedaille der Fondation Jean
Monnet pour l'Europe.
1991
Auszeichnung mit dem Europäischen Karlspreis der
Sudetendeutschen Landsmannschaft.
1992
30. Mai: Karl Carstens stirbt im Alter von 77
Jahren in Meckenheim bei Bonn.
1993
Veröffentlichung der autobiographischen Schrift
"Erinnerungen und Erfahrungen".
zurück zur Übersicht
|