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| Biografie von
Kurt Schumacher: |
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geboren: 1895
gestorben: 1952
Amt: Parteivorsitzender der SPD
Parteizugehörigkeit:
►
SPD |
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1895
13. Oktober: Kurt Schumacher wird in
Culm/Westpreußen als viertes Kind und einziger Sohn einer
Kaufmannsfamilie geboren.
1914
Schumacher legt nach Kriegsbeginn das Notabitur
ab und meldet sich als Kriegsfreiwilliger.
Nach kurzem Fronteinsatz in der Infanterie wird er Anfang Dezember
bei Lodz schwer verwundet und aus dem Kriegsdienst entlassen. Ihm
muss ein Arm amputiert werden.
1915-1919
Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in
Halle, Leipzig und Berlin.
1918
Eintritt in die Sozialdemokratische Partei
Deutschlands (SPD) und den ihr nahestehenden "Reichsbund der
Kriegsbeschädigten".
Mitglied des Berliner Arbeiter- und Soldatenrates.
1919
Wissenschaftlicher Hilfsarbeiter im
Reichsarbeitsministerium.
1920
Schumacher wird politischer Redakteur der
sozialdemokratischen Zeitung "Schwäbische Tagwacht" in Stuttgart.
1924
Überleitung der Organisation "Schwabenland" in
das neu gegründete Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold.
Vorsitzender des Ortsvereins Stuttgart des Reichsbanners.
1924-1931
Abgeordneter im Württembergischen Landtag.
Seit 1928 Mitglied des Fraktionsvorstandes.
1926
Nach vergeblichen Bemühungen an der Berliner
Universität einen Doktorvater zu finden, promoviert Schumacher in
Münster mit dem Thema "Der Kampf um den Staatsgedanken in der
deutschen Sozialdemokratie".
ab 1928
Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Stuttgart.
1930-1933
Als einer der jüngsten Abgeordneten der
SPD-Fraktion wird Schumacher Mitglied des Deutschen Reichstags.
Er ist ein entschiedener Gegner der "Tolerierungspolitik" der
SPD-Parteileitung gegenüber der Regierung Brüning.
1932
Februar: Schumachers Rede im Reichstag erregt
durch die ungewöhnlich scharfe Auseinandersetzung mit der NSDAP
starkes Aufsehen: Er bezeichnet unter anderem die
nationalsozialistische Agitation als dauernden "Appell an den
inneren Schweinehund im Menschen". Unter anderem mit dieser Rede
zieht sich Schumacher die Feindschaft der Nationalsozialisten zu,
die ihm nach der sogenannten Machtergreifung eine jahrelange Haft in
Konzentrationslagern einträgt.
August: Schumacher wird Mitglied des SPD-Fraktionsvorstands im
Reichstag.
1933
6. Juli: Kurz nach dem Verbot der SPD wird
Schumacher verhaftet.
1933-1943
Inhaftierung in den Konzentrationslagern Heuberg,
Kuhberg, Dachau und Flossenbürg.
Er lehnt jeglichen Kontakt zu Kommunisten ab, weil er die KPD für
mitschuldig an der "Machtergreifung" der Nationalsozialisten hält.
Durch Folterungen geschwächt und infolge der Dunkelhaft im
Sehvermögen beeinträchtigt, erzwingt Schumacher durch einen
Hungerstreik, dass er nicht mehr im Steinbruch arbeiten muss.
1943
16. März: Als Schwerkranker wird Schumacher aus
dem Konzentrationslager entlassen. Ihm wird Hannover als
Aufenthaltsort zugewiesen, wo er als SPD-Politiker der Weimarer Zeit
kaum bekannt ist. Er lebt dort zurückgezogen bei seiner Schwester
Lotte.
1944
Nach dem Attentat vom 20. Juli wird Schumacher
erneut verhaftet und ins Konzentrationslager Neuengamme eingewiesen.
Da ihm keine Beteiligung an der Vorbereitung des Attentats
nachgewiesen werden kann, wird er kurze Zeit später wieder
entlassen.
1945
April: Unmittelbar nach dem Einmarsch britischer
Truppen beginnt Schumacher mit dem Wiederaufbau der SPD Hannovers.
Mai: Das "Büro Dr. Schumacher" in Hannover wird inoffizielle
Parteizentrale der SPD.
Schumacher lernt Annemarie Renger kennen, die seine Sekretärin,
Reisebegleiterin, Krankenschwester und bald auch engste Vertraute
wird.
14. August: Zulassung der SPD in der britischen Besatzungszone.
20. August: Schumacher beantragt die Neugründung der SPD Hannovers.
5.-7. Oktober: Die sozialdemokratische Funktionärsversammlung in
Wennigsen bei Hannover wählt Schumacher zum politischen Beauftragten
für die westlichen Besatzungszonen.
1945/46
November-April: Schumacher widersetzt sich dem
Zusammenschluss von SPD und KPD zur SED.
1946
10. Mai: Auf dem ersten Nachkriegsparteitag der
SPD in Hannover wird Schumacher mit 244 von 245 Stimmen zum
Parteivorsitzenden gewählt. Bis zu seinem Tod im Jahre 1952 wird er
in diesem Amt immer wieder bestätigt.
Schumacher lehnt jegliche Zusammenarbeit mit der KPD in den
Westzonen und der SED in der sowjetischen Besatzungszone ab.
Zugleich versucht er die Basis der Partei zu erweitern, um sie für
alle demokratischen Kräfte attraktiv zu machen.
Er übt scharfe Kritik an der Politik der Besatzungsmächte, die
seiner Meinung nach einseitig "Kandidaten der bürgerlichen Parteien
für Schlüsselstellungen in Politik, Wirtschaft und Verwaltung
bevorzugen".
Das Angebot, Ministerpräsident von Baden-Württemberg zu werden lehnt
er ab, da er sich nicht regional beschränken will.
August: Schumacher wird zum Vorsitzenden des Zonenbeirats der
britischen Besatzungszone gewählt.
November: Englandbesuch Schumachers. Vor Politikern,
Regierungsbeamten und Journalisten legt er die schlechte
Versorgungslage in Deutschland dar und wirbt für die Freilassung
deutscher Kriegsgefangener.
1947
April: Vorübergehendes Redeverbot in der
französischen Besatzungszone wegen Kritik an den Maßnahmen der
Besatzungsbehörden.
Oktober: Schumacher fliegt zu einem Kongress der Delegierten des
amerikanischen Gewerkschaftsbundes nach Washington, um für den
demokratischen Wiederaufbau des früheren Deutschen Reiches zu werben
und Kontakt zu führenden Regierungsbeamten aufzunehmen.
November: Bei einer Rede vor Vertretern der Norwegischen
Arbeiterpartei in Oslo stößt vor allem seine strikte Ablehnung des
Kommunismus und der Sowjetunion auf Unverständnis.
1948
März: Schumacher muss eine erneute Englandreise
wegen schwerer Erkrankung abbrechen.
September: Aufgrund einer Thrombose im linken Bein muss sich
Schumacher einer Beinamputation unterziehen.
1948/49
Bei der Auseinandersetzung um die künftige
Struktur der drei westlichen Besatzungszonen fordert Schumacher nach
der Devise "So zentralistisch wie nötig, so föderalistisch wie
möglich", die Sicherstellung der Rechts- und Wirtschaftseinheit, die
Schaffung einer finanziellen Basis für die Erfüllung von
Bundesaufgaben und die Gleichartigkeit der Lebensverhältnisse.
1949
23. April: Die westlichen Besatzungsmächte geben
Schumachers Forderung nach einem stärker zentralisierten
Staatsaufbau nach.
August: Niederlage der SPD bei den Wahlen zum ersten Deutschen
Bundestag. Schumacher wird Oppositionsführer.
12. September: Schumacher kandidiert für das Amt des
Bundespräsidenten. Bei der Wahl unterliegt er Theodor Heuss (FDP).
1949-1952
Als Oppositionsführer im Bundestag ist Schumacher
ein erbitterter Gegner der Politik Konrad Adenauers, vor allem
bezüglich der Politik gegenüber den Westalliierten. Als Adenauer
sich entschließt, das Petersberger Abkommen zu unterzeichnen, erhebt
Schumacher gegen ihn den Vorwurf, ein "Kanzler der Alliierten" zu
sein.
In der folgenden Zeit lehnt die von Schumacher geführte SPD auch den
Beitritt der Bundesrepublik Deutschland zum Europarat, zur
Montanunion und zur Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) ab.
Einen politischer Erfolg erringt er in der Frage der Mitbestimmung,
die zumindest für den Montanbereich durchgesetzt werden kann.
1952
Schumacher formuliert das Vorwort zum
Aktionsprogramm der SPD, das auf dem Parteitag in Dortmund am 24.
September beschlossen wird. Darin betont er: "Nur ein Deutschland,
getragen von einem staatsbürgerlichen Bewusstsein und sozialer
Gerechtigkeit, kann erfolgreich in der Abwehr totalitärer Tendenzen
sein."
20. August: Kurt Schumacher stirbt in Bonn. Nach den
Trauerfeierlichkeiten in Bonn, wird er in Hannover beigesetzt.
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