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geboren: 1894
gestorben: 1963
höchstes Staatsamt:
►
Bundespräsident
Parteizugehörigkeit:
►
FDP |
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- 1884
- 31. Januar: Theodor Heuss wird in
Brackenheim/Württemberg als jüngster Sohn eines
Straßenbaumeisters geboren.
- 1902-1905
- Studium der Nationalökonomie in München und
Berlin.
- 1905
- Promotion zum Dr. rer. pol. mit der
agrargeschichtlichen Arbeit "Weinbau und Weingärtnerstand in
Heilbronn".
- 1905-1912
- Mitarbeiter in der von Friedrich Naumann
herausgegebenen Zeitschrift "Die Hilfe" in Berlin. Ab 1907
übernimmt Heuss das politische Ressort der Zeitschrift.
- 1908
- Heirat mit Elly Knapp, der Tochter des
Straßburger Nationalökonomen Georg Knapp. Aus der Ehe geht ein
Sohn hervor.
- 1910-1918
- Mitglied der "Fortschrittlichen Volkspartei".
- 1912-1918
- Hauptschriftleiter der "Neckarzeitung" in
Heilbronn.
- 1913-1918
- Heuss redigiert die Halbmonatszeitschrift "Der
März" in Heilbronn.
- 1918
- Rückkehr nach Berlin.
Eintritt in die Deutsche Demokratische Partei (DDP).
Mitglied der Geschäftsführung des "Deutschen Werkbundes".
- 1918-1922
- Übernahme der Redaktion der Wochenzeitschrift
"Deutsche Politik".
- 1919
- Heuss wird zum Bezirksverordneten in
Berlin-Schöneberg gewählt und arbeitet parallel bei der
"Vossischen-Zeitung" und der "Frankfurter Zeitung".
- 1920-1933
- Dozent an der Hochschule für Politik in Berlin.
- 1923-1926
- Übernahme der Redaktion der Zeitschrift "Die
Deutsche Nation".
- 1924-1928
- Mitglied des Reichstages für die DDP.
- 1930-1933
- Mitglied des Reichstages für die Deutsche
Staatspartei (Nachfolgepartei der DDP).
- 1932
- In seiner Publikation "Hitlers Weg" analysiert
und kritisiert Heuss den Nationalsozialismus
historisch-politisch und soziologisch. Das Buch wird von den
Nationalsozialisten nach 1933 öffentlich verbrannt.
- 1933
- 23. März: Heuss stimmt - wenn auch
widerstrebend - dem Ermächtigungsgesetz zu, das Reichstag und
Reichsrat von der Gesetzgebung ausschließt und die
nationalsozialistische Alleinherrschaft ermöglicht.
Mai: Entlassung als Dozent der Hochschule für Politik in Berlin
durch die Nationalsozialisten.
12. Juli: Aberkennung des Reichstagsmandats.
- 1933-1936
- Erneut Herausgeber der Zeitschrift "Die Hilfe".
Nach mehreren Verwarnungen von Seiten des Propagandaministeriums
gegen Heuss legt er die Leitung der "Hilfe" nieder.
- 1937-1945
- Niederschrift und Veröffentlichung -teilweise
unter dem Pseudonym Thomas Brackheim- verschiedener Biographien:
1937 über den Politiker und Weggefährten Friedrich Naumann, 1939
über den Architekten Hans Pölzig (1869-1936), 1940 über den
Zoologen Anton Dohrn und 1942 über den Chemiker Justus von
Liebig.
Seit 1943 arbeitet er an der Biographie des Industriellen Robert
Bosch (1861-1942), die 1946 publiziert wird.
- 1941
- Heuss wird fester Mitarbeiter bei der
Frankfurter Zeitung, wo er vor allem historische und
kulturpolitische Aufsätze veröffentlicht.
- 1942
- Die Nationalsozialisten verbieten den deutschen
Zeitungen etwas von Heuss abzudrucken. Nicht alle Zeitungen
halten sich an das Verbot. Heuss veröffentlicht unter einem
Pseudonym.
- 1945/46
- Kultusminister in Württemberg-Baden.
- 1946
- Juni: Heuss wird Mitglied der
Verfassunggebenden Landesversammlung in Württemberg-Baden.
September: Wahl zum Vorsitzenden der am 6. Januar 1946 in
Stuttgart neu gegründeten "Demokratischen Volkspartei" (DVP) in
der amerikanischen Besatzungszone.
ab Dezember: Mitglied des Württemberg-Badischen Landtags.
- 1947
- Vorstandsmitglied der 1947 gegründeten
Demokratischen Partei Deutschlands (DPD).
März: Heuss übernimmt eine Honorar-Professur für politische
Wissenschaft an der Technischen Hochschule in Stuttgart.
- 1948
- September: Liberaler Abgeordneter und
Fraktionsvorsitzender im Parlamentarischen Rat in Bonn.
12. Dezember: In Heppenheim Zusammenschluss der westdeutschen
liberalen Parteiverbände zur Freien Demokratischen Partei (FDP).
Theodor Heuss wird zum 1. Vorsitzenden gewählt.
- 1949
- 12 Juni: Auf dem Bundesparteitag der FDP wird
Heuss als Bundesvorsitzender der Partei bestätigt.
14. August: Nach der ersten deutschen Bundestagswahl wird Heuss
Mitglied des Bundestages.
12. September: Wahl zum Bundespräsidenten der Bundesrepublik
Deutschland durch die Bundesversammlung. Heuss verzichtet
daraufhin auf sein Bundestagsmandat und den Parteivorsitz.
- 1950
- Nach einer provisorischen Unterkunft auf der
Viktorshöhe bei Bonn bezieht Heuss im Dezember die Villa
Hammerschmidt in Bonn als Amtssitz.
- 1951
- Zur Würdigung von Verdiensten um Volk und Staat
stiftet er den "Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland"
(Bundesverdienstkreuz in mehreren Stufen).
- 1952
- Nach dem misslungenen Versuch der Einführung
einer neuen Nationalhymne erklärt Heuss im Sommer das
Deutschlandlied zur Nationalhymne, unter der Maßgabe, dass
lediglich die dritte Strophe gesungen werden darf.
Heuss ruft die Friedensklasse des Ordens "Pour le mérite" neu ins
Leben.
- 1953
- Veröffentlichung der Schrift "Vorspiele des
Lebens. Jugenderinnerungen".
- 1954
- 17. Juli: Heuss wird von der Bundesversammlung
ohne Gegenkandidat für weitere fünf Jahre als Bundespräsident
gewählt.
- 1956
- Mai: Staatsbesuch in Griechenland.
- 1957
- Mai: Staatsbesuch in der Türkei.
November: Staatsbesuch in Rom und Empfang im Vatikan.
- 1958
- Juni: Staatsbesuch in Kanada und in den USA.
Oktober: Staatsbesuch in London.
- 1959
- In seiner zehnjährigen Amtszeit hat Heuss der
Institution des Bundespräsidenten durch Würde, Persönlichkeit
und Geist ein weit über die formalen Rechte des Amts
hinausgehendes Gewicht gegebenen und dazu beigetragen,
Vorurteile in der Weltöffentlichkeit gegen die Deutschen
abzubauen.
Die Anerkennung für sein Wirken ist so groß, dass überlegt wird,
eine Änderung des Grundgesetzes herbeizuführen und damit eine 3.
Amtszeit für ihn zu erwirken. Heuss selbst lehnt dies ab, er
will keinen Präzedenzfall schaffen.
Herbst: Nachdem Heinrich Lübke seine Nachfolge als Bundespräsident
angetreten hat, zieht sich Heuss auf seinen Ruhesitz in
Stuttgart zurück.
Oktober: In Würdigung seiner Lebensleistung wird Heuss mit dem
Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.
- 1960-1962
- Heuss unternimmt private Reisen nach Israel,
Indien und Großbritannien.
Er widmet sich der Niederschrift seiner Lebenserinnerungen.
- 1963
- Veröffentlichung seiner "Erinnerungen
1905-1933".
12. Dezember: Theodor Heuss stirbt in Stuttgart.
17. Dezember: Mit einem Staatsbegräbnis wird Heuss auf dem
Stuttgarter Waldfriedhof beigesetzt.
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