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| Biografie von
Wolfgang Schäuble |
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geboren: 1942
gestorben:
höchstes Staatsamt:
Bundesminister für besondere
Aufgaben, Bundesminister
des Inneren
Parteizugehörigkeit:
►
CDU |
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1942
18. September: Wolfgang Schäuble wird in Freiburg
als Sohn eines Steuerberaters geboren.
1961-1966
Schäuble studiert Rechts- und
Wirtschaftswissenschaften in Freiburg und Hamburg und schließt mit
dem ersten juristisches Staatsexamen ab.
1961
Eintritt in die Junge Union Südbaden.
1963/64
Zunächst Vorsitzender des Rings Christlich
Demokratischer Studenten (RCDS) in Hamburg und anschließend in
Freiburg.
seit 1965
Mitglied der CDU.
1966-1968
Assistent an der Universität Freiburg und
Beauftragter des Rektors für politische Bildung.
1968-1970
Tätigkeit als Gerichtsreferendar.
1969-1972
Bezirksvorsitzender der Jungen Union in Südbaden.
1969
Heirat mit Ingeborg Hensle. Aus der Ehe gehen
vier Kinder hervor.
1970
Abschluss des zweiten juristisches Staatsexamens.
1971/72
Promotion über das Thema "Berufsrechtliche
Stellung von Wirtschaftsprüfern in
Wirtschaftsprüfungsgesellschaften". Anschließend tritt Schäuble in
die Steuerverwaltung des Landes Baden-Württemberg ein.
seit 1972
Mitglied des Bundestages.
1973
Schäuble wird Mitglied des
baden-württembergischen Landesvorstandes der CDU.
Ernennung zum Berichterstatter der Unionsfraktion im
Steiner-Wienand-Untersuchungsausschuss des Bundestages. Der
Ausschuss soll klären, ob der SPD- Abgeordnete Karl Wienand (geb.
1926) den CDU-Abgeordneten Julius Steiner (geb. 1924) bestochen hat,
damit der beim Misstrauensvotum gegen Willy Brandt dem
CDU-Kandidaten Rainer Barzel (geb. 1924) seine Stimme versagt. In
seinem ersten großen Auftritt vor dem Bundestag stellt Schäuble 1974
die Ergebnisse der Untersuchung aus Sicht der CDU dar.
1975-1984
Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des
Europarats.
1976-1984
Vorsitzender des Bundesfachausschusses Sport der
CDU.
1976
Schäuble gehört zu den Anhängern und
Unterstützern des neuen Oppositionsführers im Bundestag, Helmut
Kohl.
1978
Schäuble erwirbt beim Landgericht Offenburg die
Zulassung als Rechtsanwalt.
Er übernimmt die Berichterstattung des Verteidigungsausschusses in
der Spionageaffäre Lutze. Der Sekretärin im
Verteidigungsministerium, Renate Lutze, wird vorgeworfen jahrelang
für den DDR-Staatssicherheitsdienst spioniert zu haben.
1979-1982
Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Europäischer
Grenzregionen.
1981
Schäuble wird auf Vorschlag von Kohl zu einem der
Parlamentarischen Geschäftsführer der CDU/CSU Bundestagsfraktion
gewählt.
1982
Nach dem konstruktiven Misstrauensvotum gegen
Helmut Schmidt und der Wahl Kohls zum neuen Bundeskanzler wird
Schäuble zum Ersten Parlamentarischen Geschäftsführer der
Unionsfraktion gewählt.
1984-1989
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef
des Bundeskanzleramtes. Schäuble wird Kohls engster Berater und ist
insbesondere für deutschlandpolitische Fragen zuständig.
1984
Im Zusammenhang mit der Flick-Parteispendenaffäre
arbeitet Schäuble den Plan einer Amnestie für Steuersünder aus.
Dagegen erhebt sich starker Protest, der dazu führt, dass die
Koalition den Plan aufgibt.
1985
Schäuble nimmt regelmäßig an den
Präsidiumssitzungen der CDU teil.
Dezember: Er trifft erstmals auf den Chef der Kommerziellen
Koordinierung (KoKo) der DDR, Alexander Schalck-Golodkowski, mit dem
er in den nächsten Jahren über Fragen der innerdeutschen Beziehungen
verhandelt.
1987
Schäuble bereitet den ersten offiziellen Besuch
des DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker in der Bundesrepublik
vor.
1988
9./10. November: Schäuble trifft sich zu
Gesprächen über deutsch-deutsche Beziehungen mit Honecker und dem
Außenminister der DDR, Oskar Fischer (geb. 1923), in Ost-Berlin.
1989
Nachdem Kohl das Bundeskabinett umgebildet hat,
wird Schäuble zum Bundesminister des Inneren ernannt. In dieser
Funktion ist er verantwortlich für das neue Ausländerrecht und die
Datenschutzgesetze im Sicherheitsbereich.
1990
Juli-August: Schäuble führt die Verhandlungen
über den Einigungsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland
und der DDR.
September: Schäuble wird in den Parteivorstand der CDU gewählt.
12. Okotber: Ein psychisch kranker Mann schießt bei einer
Wahlveranstaltung in Oppenau auf Schäuble und verletzt ihn
lebensgefährlich. Schäuble ist seitdem vom dritten Brustwirbel an
abwärts gelähmt und an den Rollstuhl gebunden. Trotzdem nimmt er
seine politische Arbeit bald wieder auf.
1991-2000
Vorsitzender der CDU/CSU Bundestagsfraktion.
1991
20. Juni: In der Hauptstadtdebatte des
Bundestages setzt sich Schäuble in einer viel beachteten Rede für
Berlin als Regierungssitz ein.
Veröffentlichung seines Buchs "Der Vertrag. Wie ich über die
deutsche Einheit verhandelte".
Auszeichnung mit dem Großkreuz des Verdienstordens der
Bundesrepublik Deutschland, dem Joseph-Rey-Preis, dem Preis der
Goethe-Stiftung und dem Ehren-Bambi.
1992
September: Kohl benennt Schäuble öffentlich zu
seinem potentiellen Nachfolger.
Verleihung des Goldenen Mikrofons als "Redner des Jahres 1991".
Außerdem erhält Schäuble die Ehrendoktorwürde der Universität
Erlangen-Nürnberg und den Sonderpreis der Stiftung Kulturförderung.
1994
Veröffentlichung der Schrift "Und der Zukunft
zugewandt". Darin beklagt Schäuble unter anderem die
individualistische und lethargische Befindlichkeit der Bundesbürger
und plädiert für eine Rückbesinnung auf gemeinschaftsorientierte
Werte.
1996
Als Leiter der CDU-Kommission "Zukunft des
Steuersystems" stellt er das Reformkonzept "Tarif 2000 - weniger
Steuern, mehr Arbeitsplätze" vor. In dem Papier wird eine Senkung
der direkten Steuern und ein ausgewogenes Verhältnis von direkten
und indirekten Steuern vorgeschlagen.
1997
Bundeskanzler Kohl erklärt öffentlich, dass er
bei den Bundestagswahlen 1998 wieder als Kanzlerkandidat antreten
werde. Gleichzeitig betont er aber auch, daß er sich Schäuble als
seinen Nachfolger im Kanzleramt wünscht.
1998
Nach der Niederlage der CDU bei den
Bundestagswahlen reicht Kohl seinen Rücktritt als Parteivorsitzender
ein. Schäuble wird zu seinem Nachfolger gewählt und als
Fraktionsvorsitzender bestätigt. In seiner Grundsatzrede bekräftigt
er den Standort der CDU als "große integrierende Volkspartei der
Mitte".
1999
Schäuble initiiert eine Unterschriftenaktion der
CDU unter dem Motto "Integration ja - Doppelte Staatsbürgerschaft
nein" gegen den von der Bundesregierung geplanten Gesetzesentwurf
über die erleichterte Einbürgerung von Ausländern.
Aufgrund von Enthüllungen über geheime Konten, illegale
Parteispenden und anonyme Spender in der Amtszeit des früheren
Parteivorsitzenden Kohl kommt es zu einer CDU-Spendenaffäre, die
sich zur "Affäre Kohl" zuspitzt.
26. November: Schäuble will die von der Bundespartei geführten
Konten von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer kontrollieren
lassen.
30. November: Der ehemalige Vorsitzende der Partei, Helmut Kohl,
verkündet, daß es in der CDU während seiner Amtszeit eine von den
offiziellen Parteienfinanzen getrennte Kontenführung gab.
Die CDU-Generalsekretärin Angela Merkel (geb. 1954) und Schäuble
wollen die Hintergründe der CDU-Spendenaffäre aufklären.
2000
10. Januar: Schäuble gibt zu, vom Waffenhändler
Karlheinz Schreiber 1994 eine Barspende über 100.000 DM für die CDU
entgegengenommen zu haben.
31. Januar: Schäuble benennt, entgegen früheren Aussagen, ein
weiteres Treffen mit Schreiber im Jahr 1995.
Die frühere CDU Schatzmeisterin Brigitte Baumeister (geb. 1946)
widerspricht Schäubles Darstellung der Übergabe der Schreiber-Spende
an die CDU. Dies führt zu einem Glaubwürdigkeitsverlust Schäubles.
16. Februar: Schäuble erklärt öffentlich, als Partei- und
Fraktionsvorsitzender nicht mehr zu kandidieren. Am 29. Februar wird
Friedrich Merz (geb. 1955) zum neuen Fraktionsvorsitzenden gewählt.
6. April: In der Fernsehsendung "Schäubles Fall: Innenansicht einer
Affäre" spricht Schäuble von einer "Intrige mit kriminellen
Elementen".
10. April: Auf dem Bundesparteitag in Essen wird Angela Merkel zur
neuen Parteivorsitzenden gewählt. Schäuble bleibt Mitglied des
CDU-Präsidiums.
13. April: Schäuble bekräftigt vor dem
Bundestagsuntersuchungsausschuss zur CDU- Parteispendenaffäre, dass
die CDU-Führung und die Bundesregierung unter Helmut Kohl nicht
bestechlich gewesen seien. Außerdem bestätigt er seine Darstellung
der Spenden-Übergabe von Karlheinz Schreiber entgegen der Aussage
von Brigitte Baumeister.
Juni: Schreiber erstattet Strafanzeige gegen Schäuble. Er will ihm
Meineid nachweisen. Bei der Strafanzeige geht es um die 100.000 DM
Spende.
Oktober: Veröffentlichung seines Buchs "Mitten im Leben". Darin
stellt Schäuble seine Sicht der Entwicklung der CDU nach der
Wahlniederlage 1998 dar. Im Mittelpunkt stehen die Spendenaffäre,
die Auseinandersetzung um den Kurs der Union und die Führungskrise
innerhalb der Partei.
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