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Protokoll Arpanet

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Arpanet:

Anders als bei früheren Anläufen bestand bei der Entwicklung des ARPANET von Anfang an die Absicht, in das entstehende Netz vollkommen heterogene Hardwareplattformen zu integrieren. Charles Hitzfeld, der Leiter von ARPA, bewilligte für die Pilotarbeiten des Jahres 1968 ein Budget von 500.000 Dollar. Zwei Jahre später betrug das jährliche Budget für das ARPANET bereits 2.2 Millionen Dollar. Als Ziel des ARPANET-Projekts wurde die Errichtung eines zuverlässigen, störungsresistenten Netzes auf der Basis der neuen Pakettechnik, die gemeinsame Nutzung vorhandener Hardware-Ressourcen und die Möglichkeit des Datenaustauschs zwischen Rechnern unterschiedlicher Hersteller benannt: "Almost every conceivable item of computer hardware and software will be in the network ... This is the greatest challenge of the system, as well as its greatest ultimate value" (Dickson, 1968, 131).

Zu diesem Zeitpunkt finanzierte IPTO den ARPA angeschlossenen Forschungszentren eine Vielzahl unterschiedlicher Rechnerplattformen, u.a. von IBM, DEC, SDS und Univac. Durch die Vernetzung sollten vor allem teure Einzelstücke wie der Superrechner ILLIAC in Illinois allen beteiligten Forschungseinrichtungen gemeinsam zur Verfügung stehen, damit ARPA nicht mehr jedem Zentrum einen eigenen Kauf finanzieren musste.

1969 wurde mit der Vernetzung der ARPA-Forschungseinrichtungen begonnen. Gegen Ende des Jahres waren die ersten vier Computerzentren miteinander verbunden: die Universität von Kalifornien in Santa Barbara mit einer IBM 360/75, das Stanford Research Institute mit einer SDS-940, die Universität von Utah mit einer PDP-10 und die Universität von Kalifornien in Los Angeles mit einer SDS Sigma-7. Im folgenden Jahr kamen auch Harvard und das MIT hinzu. Mitte 1971 waren bereits mehr als dreißig verschiedene Computerzentren in das Netz eingebunden.

Von der Idee des ARPANET waren allerdings nicht alle Computerzentren begeistert, weil sie zu Recht befürchteten, dass ein Erfolg des Netzes Einschnitte in das Budget für Hardwarekäufe mit sich bringen würde. Als Hauptbedenken äußerten die Leiter mehrerer Forschungseinrichtungen deshalb Kritik an dem enormen Aufwand, der notwendig sein würde, für jeden der vielen vorhandenen Rechnertypen die erforderliche Netzwerksoftware zu schreiben. Wesley Clark von der Washington University in St. Louis fand für dieses Problem aber eine einfache Lösung: jeder Rechner wurde an einen kleinen Minicomputer angeschlossen, der als Interface zum Netz fungierte. Die Paketverteilung wurde dann von einem Programm erledigt, das für die überall als "interface message processor" (IMP) eingesetzten Minicomputer nur einmal entwickelt zu werden brauchte. Diese Arbeitsteilung zwischen unterschiedlichen Netzwerkschichten (layering) erwies sich als die am besten geeignete Lösung für das Problem der Interaktion unterschiedlicher Komponenten in einem Netzwerk: die Aufgabe der Paketverteilung brauchte von keinem Anwendungsprogramm selbst wahrgenommen zu werden, solange die spezifizierte Schnittstelle zu der hierarchisch untergeordneten Paketverteilungssoftware eingehalten wurde.

Die Kommunikationsfunktion im Netz übernahmen Honeywell DDP-516-Minicomputer mit 24 Kilobyte Hauptspeicher. In ihrer Software wurde zur Erhöhung der Übertragungszuverlässigkeit das Prinzip des "acknowledgment" implementiert: der Empfang jedes Pakets wurde vom Empfänger bestätigt; eine Fehlerkontrolle wurde durch die Übermittlung einer Quersumme des Paketinhalts realisiert. Auch das wichtigste Problem, das korrekte Weiterleiten der Pakete in Richtung auf den Zielrechner ("routing") konnte erfolgreich gelöst werden. Alle 0.7 Sekunden berechnete jeder IMP abhängig von der momentanen Auslastung der verschiedenen Strecken die jeweils günstigste Verbindung zu allen benachbarten Rechnern. Allmählich gelang es, den Routing-Algorithmus immer weiter zu verbessern und Engpässe bei der Paketverteilung zu vermeiden (Stallings, 1991).



 

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