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Dateisysteme
FAT ist die
einzige bedeutende Neuerung von QDOS
gegenüber CP/M. Nach langen
Rechtsstreitigkeiten und einem zweijährigen
Patentierungsverfahren wurde am 10. Januar
2006 das Patent und die damit verbundene
enorme Marktmacht für FAT (FAT12, -16, -32
etc.) der Herstellerfirma Microsoft
zugesprochen. Das deutsche
Bundespatentgericht erklärte eines der
beiden diesen Schutz begründenden Patente,
bzgl. eines gemeinsamen Speicherbereiches
für lange und kurze Dateinamen – DE
69429378 bzw. EP 0618540 – jedoch durch ein
Urteil vom 26. Oktober 2006 – Akz. 2 Ni 2/05
(EU) – als für Deutschland nichtig Das
inhaltlich äquivalente US Patent dazu (US
5,758,352) besteht nach momentanem Stand
(März 2009) noch weiter bis zum 5. September
2016, gilt aber nur innerhalb der USA.
Zu der
Familie der FAT-Dateisysteme gehören:
-
FAT12 – wird heute für jede
DOS-Diskette verwendet (auch unter
Windows)
-
FAT16 – wird heute meist auf allen
Arten von mobilen Datenträgern (außer
Disketten) mit einer Größe von bis zu 2
GB verwendet.
-
FAT32 – wird z. B. in allen Arten
von mobilen Speichern von mehr als 2 GB
Kapazität genutzt. Von neueren
DOS-Systemen unterstützt. Microsoft
Windows 2000 und neuere
Windows-Versionen unterstützen FAT32
ebenfalls.
-
FATplus – Erweiterung für FAT16
(theoretisch) und FAT32, erhöht die
maximale Größe einer Datei von 4 GB auf
256 GB (Wird derzeit unter anderem von
Enhanced DR-DOS und Deskwork
unterstützt)
- (VFAT)
-
exFAT – (Extended File Allocation
Table) ist ein Dateisystem, welches
speziell für Flash-Speicher entwickelt
wurde. Maximale Dateigröße 16 Exabyte.
Unterstützt Rechtevergabe auf
Dateisystemebene.
|
System |
FAT12 |
vFAT16 |
FAT32 |
NTFS |
HPFS |
|
DOS 5.x |
X |
X |
|
|
|
|
DOS 6.x |
X |
X |
|
|
|
|
Windows 95 |
X |
X |
|
|
|
|
Windows 95 A |
X |
X |
|
|
|
|
Windows 95 B / C |
X |
X |
X |
|
|
|
Windows 98 |
X |
X |
X |
|
|
|
Windows 98 ME /SE |
X |
X |
X |
|
|
|
Windows NT 3.x |
X |
X |
|
X |
X |
|
Windows NT 4.0 |
X |
X |
|
X |
|
|
Windows 2000 |
X |
X |
X |
X |
|
|
Windows XP
|
X |
X |
X |
X |
|
FAT12
Mit der
1980 erschienenen ersten Version von QDOS
wurde FAT als Dateisystem eingeführt.
Anfangs wurden keine Unterverzeichnisse
verwaltet. Dies änderte sich mit MS-DOS
Version 2.0.
FAT12 wird
nur auf Datenträgern bzw. Partitionen bis zu
einer Größe von 16 MB eingesetzt; es ist bis
heute auf allen FAT-formatierten
3,5″-Disketten im Einsatz.
Merkmale:
-
12-Bit-Clusternummern, mit denen 212 = 4096
Cluster angesprochen werden können. Die
Nummerierung der Cluster beginnt auf
Disketten bei der Nummer 2.
- Es
werden nur Dateinamen im Schema 8.3
(acht Zeichen für den Dateinamen und
drei Zeichen für die
Dateinamenserweiterung) unterstützt.
- Die
Clustergröße beträgt 512 Byte bis 4096
Byte.
- Das
Hauptverzeichnis (Root-Directory) der
Partition ist auf eine Größe von 14
Clustern beschränkt, hierdurch ergibt
sich eine maximale Anzahl von 224
Einträgen (Verzeichnisse oder
Dateien). Normalerweise wird der erste
Eintrag durch die Bezeichnung des
Datenträgers belegt.
-
Unterstützt die Dateiattribute
„Schreibgeschützt“, „Versteckt“,
„System“ und „Archiv“
- Es
werden keine Berechtigungen für Dateien
oder Ordner unterstützt
Lange
Dateinamen auf Disketten
Um lange
Dateinamen auf FAT12-Disketten einsetzen zu
können, nutzt Windows die VFAT-Erweiterung.
Mehrere zusätzliche Verzeichniseinträge
liegen vor dem eigentlichen
Verzeichniseintrag im FAT12-Format zur
Speicherung des langen Dateinamens. Ältere
Systeme (z. B. MS-DOS) ignorieren diese
Verzeichniseinträge, da sie durch eine
spezielle Kombination von Attributen
markiert sind, u. a. als „Volume“ und „Hidden“.
FAT16
FAT16
ist ein Dateisystem, das 1983 zu FAT12
dazukam. Durch die zunehmende Größe der
eingesetzten Festplatten wurde eine
Erweiterung des Adressraumes notwendig. Nun
waren selbst mit 512-Byte-Clustern insgesamt
32-MB-große Platten verwaltbar.
Da FAT12
fast nur noch für Disketten verwendet wird,
ist es fast in Vergessenheit geraten.
Allgemein wird heute deshalb oft auch das
FAT16 nur als FAT bezeichnet.
Allerdings benötigt das
Server-Betriebssystem Novell-Netware bis zur
Version 4.0 nur eine bis zu 16 MB große „DOS“-Boot-Partition,
die also (automatisch) mit FAT12 erzeugt
wird.
Es hat die
folgenden Merkmale:
- 65.536
Einträge sind möglich, allerdings nur
512 im Rootverzeichnis.
- Es
können 216 − 12 = 65.524
Cluster angesprochen werden (12 Cluster
reserviert FAT16, deshalb nicht 65.536).
-
8.3-Dateinamensformat
- Die
Partitionsgröße ist unter MS-DOS und
Windows 9x (die auf DOS basieren) auf 2
GB begrenzt. Windows NT und Enhanced
DR-DOS können allerdings knapp unter 4
GB große FAT16-Partitionen erzeugen und
verwalten. (Clustergröße 64 KByte)
- Die
Cluster sind je nach Partitionsgröße
zwischen 512 Byte und maximal 32 KByte
groß.
-
Dateien dürfen bis 2 GB groß werden,
unter Windows NT und Enhanced DR-DOS 4
GB.
- Das
Haupt-(Root-)Verzeichnis
muss sich an einer bestimmten Position
auf dem Datenträger befinden. Seine
Größe wird bei Erstellung des
Dateisystems festgelegt, d. h. es kann
nicht wachsen.
Eine
Weiterentwicklung erfolgte mit FAT32.
VFAT
VFAT
(„Virtual File Allocation Table“) ist eine
Erweiterung des FAT-Formats, die ab Windows
95 zum Einsatz kommt. Es kann auf FAT16 und
FAT12, seit 1997 auch auf FAT32 angewendet
werden.
Als Windows
95 veröffentlicht wurde, hatten die
Festplatten in einem PC um die 400 MB
Kapazität. FAT16 verwaltet 216 = 65.536
Cluster. Selbst bei einer Clustergröße von
8.192 Byte sind 512 MB adressierbar, bei
32.768 Byte Clustergröße sogar 2 GB. Dies
war für damalige Verhältnisse ausreichend
(Maximalgrößen siehe FAT16).
Dennoch
hatten die Designer von Windows 95 das Ziel,
die Nutzung von langen Dateinamen zu
ermöglichen. Durch einen Trick im Layout des
Dateisystems wird dies erreicht. Die Datei
wird wie bisher als 8.3-Dateiname
gespeichert, bei längeren Namen wird jedoch
ein Alias in der Form xxxxxx~1.xxx
verwendet, wobei die Nummer hochgezählt
wird. Der lange Name wird dann über mehrere
Verzeichniseinträge verteilt. Während bisher
ein Eintrag auf eine Datei verwies, kann
jetzt eine Datei mehrere Einträge mit je 32
Byte belegen. Das endgültige Format erlaubt
bis zu 255 Zeichen lange Dateinamen
(allerdings inklusive Speicherpfad) und
setzt konsequent auf Unicode als Zeichensatz
mit der Kodierung UCS-2.
In bisher
von Microsoft-Systemen nicht genutzten
Bereichen des Eintrages mit dem
8.3-Dateinamen werden nun auch das
Erstelldatum und das Datum des letzten
Zugriffes gespeichert.
Windows for
Workgroups 3.11 unterstützt VFAT optional,
jedoch nur für Festplatten und ohne die
Möglichkeit langer Dateinamen.
VFAT wird
in Windows 95 und höher und in Windows NT
3.5 und höher unterstützt. Gelegentlich wird
in der Literatur (insbesondere in
WWW-Artikeln) auch fälschlich VFAT
mit FAT32 gleichgesetzt.
FAT32
ist ein von Microsoft entwickeltes
Dateisystem, das seit 1997 die
Vorgängerversion FAT16 ergänzt.
Partitionen kleiner als 512 MB werden nach
wie vor mit FAT16 erzeugt, von 512 MB bis 2
GB hat man die Wahl, ab 2 GB wird FAT32
benutzt.
Es wurde
1997 mit Windows 95b (auch 4.00.950b
bezeichnet) eingeführt. Die Adressierung
arbeitet mit 32 Bit, wovon 4 Bit reserviert
sind, sodass 228 = 268.435.456
Cluster adressiert werden können.
FAT32 kann
außerdem mit allen neueren Windows-Versionen
(98, 2000, ME, XP, Vista und Mobile) sowie –
anders als NTFS – problemlos auch mit
FreeDOS und Enhanced DR-DOS verwendet
werden. Da Windows von Haus aus nur eine
sehr begrenzte Anzahl von Dateisystemen
unterstützt, wird FAT32 trotz seiner
Beschränkungen gern zum Datenaustausch mit
anderen Systemen wie beispielsweise Linux
oder Mac OS X eingesetzt. Mittlerweile wird
NTFS auch unter Linux unterstützt, sodass
die Verwendung von FAT32 aufgrund seiner
Begrenzung auf 4 GB bei großen Dateien eher
nachteilig ist. Beim Kopieren größerer
Datenmengen auf FAT32-Laufwerke ist zu
beobachten, dass der Schreibvorgang für
viele kleine Dateien deutlich mehr Zeit
benötigt, als für wenige große Dateien mit
dem gleichen Gesamtvolumen. Beim
Konkurrenzformat NTFS scheint dieser Effekt
deutlich geringer zu sein.
Da bis zu
einer Partitionsgröße von 8 GB ein Cluster
nur 4 KByte groß ist (bei der
Standardformatierung), werden diese „kleinen
und alten“ Platten verhältnismäßig besser
ausgenutzt als mit FAT16, wo ein Cluster bis
zu 32 KByte belegt (unter Windows NT oder
Windows 2000 FAT16-Clustergröße maximal
64 KByte).
FAT32
hat die folgenden Merkmale:
- Es
werden bis zu 228 =
268.435.456 Cluster verwendet.
- Da
VFAT unterstützt wird, sind lange
Dateinamen (bis 255 Zeichen) möglich.
- Die
Dateinamen sind in Unicode kodiert.
- Das
Dateisystem ist auf 8 TB begrenzt
(Clustergröße ist maximal 215.
Es gibt 228
Adressierungsmöglichkeiten => 215
· 228 = 243 was
8192 GB oder ~8 TB entspricht.)
- Die
Cluster sind je nach Partitionsgröße
zwischen 512 Byte und maximal 32 KByte
groß.
-
Dateien dürfen max. bis zu 4 GB − 1 Byte
(= 4 × 230 Byte − 1 Byte = 4.294.967.295 Bytes)
groß werden (dies ist die heute
vermutlich bedeutendste Einschränkung).
- Es
können maximal 228 Dateien
abgelegt werden (genauer: Da jede Datei
mindestens einen Cluster belegt,
beschränkt die Anzahl der Cluster die
Anzahl der Dateien).
- Das
Haupt-(Root-)Verzeichnis muss sich
nicht an einer bestimmten Position
auf dem Datenträger befinden und hat vor
allem keine festgelegte Größe; bei den
anderen FAT-Varianten wird die maximale
Anzahl der Einträge im Hauptverzeichnis
bei der Formatierung festgelegt (und
kann nachträglich nicht geändert
werden).
- Alte
DOS-/Windows-Versionen (bis
einschließlich Windows 95 A und Windows
NT bis Version 4.0, MS-DOS bis 6.22,
PC-DOS bis 2000, DR-DOS bis 7.03) können
nicht darauf zugreifen. Für
Windows NT 4.0 steht mittlerweile ein
vollwertiger Treiber kostenlos zur
Verfügung.
- Unter
Windows 2000 und Nachfolgern darf der
Benutzer mit der eingebauten Funktion
„Formatieren“ maximal 32 GB große
FAT32-Dateisysteme neu erstellen. Auch
das Kommandozeilen-Programm
format.com hat diese Beschränkung.
Der Zugriff auf größere
FAT32-Dateisysteme, die mit alternativen
Werkzeugen erstellt wurden, ist aber
immer möglich. Auch das
Festplatten-Dienstprogramm von Mac OS X
10.4 und neuer kann auf Festplatten, die
größer als 32 GB sind, eine oder mehrere
übergroße FAT32-Partitionen erzeugen.
- Es
gibt mehrere moderne DOS-Systeme, die
FAT32 unterstützen: MS-DOS 7.10/8.0,
Enhanced DR-DOS, FreeDOS 1.0 und
Datalight ROM-DOS.
HPFS:
HPFS (für High Performance
File System) ist das Dateisystem von OS/2. Die ursprüngliche
16-Bit-Version, in der Programmiersprache
C geschrieben, ist von Microsoft geschaffen worden. HPFS unterstützt lange
Dateinamen mit bis zu 255 Zeichen sowie sogenannte erweiterte Attribute, die es
erlauben, beliebige Metainformationen mit einer Größe von bis zu 64 kB an eine
Datei zu binden, ohne dass deren Nutzdaten verändert werden. So lässt sich z. B.
eindeutig hinterlegen, mit welcher Anwendung eine Datei bearbeitet werden kann.
Hierdurch entfällt gleichzeitig der Zwang, einer Datei eine bestimmte
Dateiendung geben zu müssen (wie z. B. unter Windows).
Auf Festplatten haben HPFS-Partitionen die Partitionssignatur (7).
HPFS wurde auch von den ersten Versionen von Windows NT verwendet: In Windows NT
3.x wurde HPFS noch vollständig unterstützt, bei Windows NT 4.0 entfiel der
Treiber, er wurde aber auch weiterhin unterstützt, wenn er bei einem Upgrade
eines vorhandenen Windows NT 3.x noch vorhanden war (Es gab auch
Drittanbietersoftware, welche ihn gezielt nachinstalliert hat, bzw. Anleitungen,
um dies manuell über die Registry zu tun). Anwender waren somit ab diesem
Zeitpunkt aufgefordert, zu NTFS zu migrieren. Ab Windows 2000 war NTFS dann das
alleinig offiziell unterstützte Dateisystem für Festplatten, neben dem - z.B.
wegen fehlender Dateirechte - für professionelle Anwendungszwecke unzureichenden
FAT-Dateisystem (VFAT/FAT32).
Aus der OS/2-Nutzerschaft kamen aber Anpassungen, um den HPFS-Treiber aus
Windows NT 3.51 auch noch bis mindestens Windows XP weiternutzen zu können,
wobei davon zunehmend abgeraten wurde, da es bei großen Partitionen zu Fehlern
kommen kann.
HPFS 386:
Für den IBM LAN Server hat IBM selbst eine
vollständig in Assembler implementierte 32-Bit-Version dieses Dateisystems
entwickelt, HPFS386 oder auch IBM386FS. Diese war extrem schnell und bot
erweiterte Sicherheitsfunktionen. Sie war auch mit Standard-OS/2 lauffähig,
wurde aber den offiziell vertriebenen OS/2-Versionen nie beigegeben. Einige für
Standard-HPFS programmierte Hilfsprogramme, etwa solche zur Wiederherstellung
gelöschter Dateien, waren allerdings unter der 32-Bit-Variante nicht mehr
funktionsfähig.
NTFS:
Microsoft NTFS steht
für New Technology File
System und ist ein
proprietäres Dateisystem von
Microsoft für dessen
Betriebssysteme Microsoft
Windows NT, einschließlich
seiner Nachfolger 2000, XP,
Server 2003, Vista, Server
2008 und Windows 7.
Im Vergleich zu FAT bietet
NTFS unter anderem einen
gezielten Zugriffsschutz auf
Dateiebene sowie größere
Datensicherheit durch
Journaling. Allerdings ist
seine Kompatibilität nicht
so breit gegeben, wie bei
FAT.
Versionen von NTFS:
In seltenen Fällen wird
fälschlicherweise die NTFS-Version mit der Version des
Betriebssystems gleichgesetzt. Die folgende Liste spiegelt die
korrekte Zuordnung zwischen NTFS- und Windows-Version wider:
- NTFS 1.0 – Microsoft
Windows NT 3.1
- NTFS 1.1 – NT 3.5/3.51
- NTFS 2.0 – NT 4.0
- NTFS 3.0 – 2000 (NT 5.0)
mit 3.1-kompatiblem Datenträgerformat
- NTFS 3.1 – XP (NT 5.1)
- NTFS 3.1 – Server 2003 (NT
5.2)
- NTFS 5.x – Vista (NT 6.0),
Server 2008
|