Das Unternehmen begann
1979 in Provo, Utah
unter dem Namen Novell
Data Systems Inc.
als Hardwarehersteller
für CP/M-basierende
Systeme. Im Januar 1983
wurde es umbenannt in
Novell Inc.,
und Ray Noorda (1924–2006)
wurde Geschäftsführer.
Im Jahr 1983 stellte
Novell ebenfalls das
Multi-Plattform–Netzwerkbetriebssystem
NetWare vor. Der Hersteller
Novell Inc. wird im
Nasdaq als NOVL aufgeführt.
Die Netzwerkprotokolle,
die Novell entwickelte,
basieren auf den XNS,
wurden aus IDP und SPP
weiterentwickelt und
heißen IPX (Internetwork
Packet eXchange)
und SPX (Sequenced
Packet eXchange).
Datei- und Druckdienste
liefen auf dem NetWare
Core Protocol (NCP)
über IPX ebenso wie
die Routing-Informationen
RIP und Dienstinformationen
(SAP).
Novell erwarb für 80
Millionen US-Dollar
Digital Research, den
Hersteller von DR DOS
(und auch GEM), einem
MS-DOS-ähnlichen, aber
Multitasking-fähigen
Betriebssystem, und
vertrieb dieses unter
dem Namen Novell DOS
(welches später als
OpenDOS und dann als
DR-DOS durch Caldera
Systems vertrieben wurde).
Während der 80er Jahre
ging es Novell sehr
gut. Das Unternehmen
hatte mit seinem Netzwerkbetriebssystem
kaum Konkurrenz und
praktisch eine Monopolposition
für vernetzte PCs, dadurch
konnte Novell seine
Produkte teuer verkaufen.
Das änderte sich jedoch
in den 90er Jahren schlagartig,
als das Betriebssystem
Windows ab 1992 mit
der Version Windows
3.11 for Workgroups
vom Softwarehersteller
Microsoft nach und nach
mit immer mehr Netzwerkfunktionen
ausgestattet wurde.
Aufbauend auf Unix SVR4,
begann man bei Novell
in Zusammenarbeit mit
den Unix System Laboratories,
unter dem Namen Univel,
mit der Entwicklung
eines eigenen Unix-Derivats,
das im November 1992
unter dem Namen UnixWare
veröffentlicht wurde.
Mit dem Aufkauf verschiedener
Unternehmen versuchte
Novell, seine Marktstellung
gegenüber dem neuen
Konkurrenten zu behaupten.
1993 wurden die Unix
System Laboratories
inklusive Univel
für 350 Millionen US-Dollar
von AT&T gekauft. Im
selben Jahr kaufte Novell
auch noch die WordPerfect
Corporation und von
Borland die Tabellenkalkulation
Quattro Pro.
1995 wurde Unix an die
SCO Group verkauft.
Der Umfang des Verkaufs
ist zwischen Novell
und der SCO Group stark
umstritten, insbesondere
in Hinsicht auf das
Copyright (Novell gewann
einen Prozess zu dem
Thema, siehe unten).
Siehe dazu auch: SCO
gegen Linux.
Digital Research wechselte
zu Caldera. Mit dem
WordPerfect Office war
Novell recht glücklos;
es verlor zunehmend
Marktanteile. Während
die dazugehörige Groupware
GroupWise als eigenständiges
Produkt von Novell vertrieben
wird, ging der Rest
des WordPerfect Office,
bestehend aus WordPerfect,
Presentations und Quattro
Pro, an Corel.
Im Juli 2001 kaufte
Novell das Consulting-Unternehmen
Cambridge Technology
Partners, um es
zu seiner Verkaufsabteilung
zu machen. Der CEO dieser
Firma, Jack Messman,
wurde bald auch Chef
von Novell.
Am 4. August 2003 gab
Novell den Kauf des
1999 gegründeten Softwareherstellers
Ximian bekannt. Ximian
war mit Open Source
Software auf dem Markt
und bot unter anderem
einen Desktop für verschiedene
Linux-Distributionen
an.
Novell gab am 4. November
2003 die Übernahme der
Suse Linux AG zum Preis
von 210 Millionen US-Dollar
bekannt. Die Transaktion
wurde im Februar 2004
abgeschlossen. Die Suse
Linux AG wurde dabei
in eine GmbH umgewandelt
und als Tochterunternehmen
vollständig in das Partner-
und Vertriebsnetz von
Novell integriert. Damit
wurde Novell zu einem
der größten Anbieter
für Lösungen um das
freie Betriebssystem
Linux.
Im März 2005 gab Novell
den OES (Open Enterprise
Server) frei. Dieser
umfasst gleichermaßen
NetWare und den Suse
Enterprise Server und
bietet Novell-Bestandskunden
die Möglichkeit einer
allmählichen Migration
hin zu Linux. Ferner
erfolgte im Juli 2005
eine massive Unterstützung
der Open-Source-Gemeinde
durch Novell. Durch
die betriebssystemunabhängige
.NET-Entwicklungsumgebung
Mono und durch Evolution
bietet Novell weitere
Migrationslösungen zu
Linux an. Ebenfalls
ist Novell an der Entwicklung
von OpenOffice.org beteiligt.
Am Ende des Geschäftsjahres
2005 musste Novell jedoch
Umsatzeinbußen hinnehmen
und kündigte umfangreiche
Umstrukturierungsmaßnahmen
an, die auch Entlassungen
von Mitarbeitern einschlossen.
Ferner verließ einer
der Mitbegründer von
Suse die Firma, der
aber mittlerweile wieder
zu Novell zurückkehrte.
Am 21. Juni 2006 wurde
Jack Messman vom Novell-Vorstand
als CEO entlassen. Ron
Hovsepian sollte ab
diesem Zeitpunkt das
Unternehmen in eine
schwungvolle Linux-Zukunft
leiten.
Die schwungvolle Linux-Zukunft
könnte die Linux-Windows-Umgebung
zwar in Gang bringen,
anderseits Gräben wegen
Patentstreitigkeiten
hervorbringen. Microsoft
kooperiert seit 2007
(erstmal bis 2012 erhält
Microsoft 70.000 Gutscheine)
mit Novell, die die
Linux-Distribution Suse
vertreibt. Ab diesem
Zeitpunkt kann Microsoft
seinen Kunden also Suse
Linux Enterprise Server
(SLES) empfehlen, wenn
ein Kunde das möchte.
Profitieren könnte der
kommende Standard für
Virtualisierungen -
sowohl in Microsoft
als auch an Linux, sowie
die Interoperabilität
zwischen Windows und
Linux, z.B. dem OpenDocument
Format (*.odf) und dem
Microsoft OpenXML Format
(u.a. *.docx und *.xlsx).
Der große Knackpunkt
werden allerdings die
Patente der OpenSource-Community
sein, der in Konflikt
mit der GPL garantierten
Freiheit steht: Software
darf nicht mehr weiterverbreitet
werden, sobald jemand
Patentansprüche gegen
eine GPL-Software erhebt.
Im August 2007 gewann
Novell einen Prozess
gegen SCO. Novell wurde
das Copyright an Unix
zugesprochen. Der Kurs
von SCO brach um 70
Prozent ein.
Produkte:
Novell bietet eine Reihe
von Softwareprodukten
für Unternehmen an.
Dazu gehören unter anderem
-
die Unified Communications
Lösung Novell Teaming
+ Conferencing,
-
der Verzeichnisdienst
eDirectory (ehemals
Novell Directory
Services, (NDS)),
-
das Identitätsmanagement
(IDM, Identity Manager),
welches das Verzeichnis
mit anderen Anwendungen
verknüpfen kann
(in Konkurrenz u.
a. zu IBMs Tivoli
oder Microsofts
MIIS),
-
die Computer-System-Management-Suite
Novell ZENworks,
-
das Serverbetriebssystem
NetWare,
-
das Serverbetriebssystem
SUSE Linux Enterprise
Server,
-
der SUSE Linux Enterprise
Desktop,
-
das E-Mail und Groupwareprogramm
GroupWise,
-
die Community Linux-Distribution
openSUSE