
Linux Entwicklung
Entwicklung Linux:
| Vorname, Name Geburtsort Geburtsdatum Betriebssystem Maskotchen |
Linus Benedict Torvalds Finnland 28. Dezember 1969 Linux, mit 21 Jahren begonnen TUX der Pinguin |

1986 programmierte Linus Torvalds einen eigenen Treiber für seinen Floppy-Controller. Dabei setzte er sich intensiv mit hardwarenaher Programmierung auseinander und lernte so seinen Sinclair Computer mit Q-DOS besser kennen. Zusätzlich erstellte er seine eigenen Programmier-Tools. Als 1991 die 386-Intel PCs modern wurden, schaffte er sich ebenfalls ein solches Gerät an um sich mit der Programmierung von 386 CPUs auseinander zusetzen. Als Betriebssystem wurde das Unix-verwandte MINIX eingesetzt, Unix kannte er bereits 1990 aus seiner Universität. Minix wurde von Andrew Tannenbaum als Lehrsystem entwickelt und kam besonders an Universitäten zum Einsatz. Das von A. Tannenbaum verfasste Buch " Operating Systems: Design and Implementation" handelt von Konzepten und Minix, das zu seiner Lieblingslektüre wurde. Der Quellcode von Minix ist offen, jegliche Modifikationen daran aber den Lizenzbedingungen unterworfen.
Weil er das mitgelieferte Terminal-Emulatorprogramm in Minix nicht akzeptabel fand, begann er sein Projekt um einen eigenen, besseren Terminal Emulator mit mehr Funktionen auf Hardwareebene zu programmieren. Dazu erstellte er u.a. in Assembler Treiber für den Datenträgerzugriff und das Dateisystem. Mit diesen wurde es möglich mit dem Programm Uploads und Downloads aus dem Internet vorzunehmen. Im Laufe der Entwicklung mehrten sich die Funktionen des Terminal-Programm und er musste die Entscheidung treffen, aus dem Programm ein eigenständiges Betriebssystem zu programmieren. Sein von Minix abgewandeltes Betriebssystem wurde vom Kernel aus vollkommen neu programmiert, für ihn sinnvolle Konzepte aus Minix wurden übernommen. Nach langen Programmierabenden war es soweit. Am 17. September 1991 wurde Freax in der Version 0.01 fertiggestellt, als Entwicklungsumgebung kam noch das MINIX für 386er zum Einsatz. Darin enthalten war bereits die GNU Shell bash und der GNU C-Compiler gcc von Richard Stallman, die zu den Standard Programmen für das inzwischen in Linux umgenannte Betriebssystem zählen. Weil Linux vor allem aus dem GNU Software Pool profitiert, wird es allgemein GNU/Linux genannt.
| Dateistruktur (1. Ebene) von Linux und Derivaten | ||||
|
Nach etwa 6 Monaten wurde Freax eher beiläufig in Linux umgetauft. Schon am 3. Juli 1991 hatte er in der Minix-Newsgroup nach den POSIX Standards gefragt, am 25. August 1991 stellte er sein Projekt öffentlich vor und bat um Vorschläge für weitere Funktionen und Erweiterungen. Der Sourcecode wurde per FTP frei zugänglich gemacht. Über die Mailinglist "
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" und der Newsgroup "comp.os.minix" wurde am Anfang Kontakt zu Interessierten und Programmierern gehalten um Fortschritte mitzuteilen. Später wurden eine eigene Mailinglist und Foren gegründet. Im Lauf der Entwicklung erhielt er gewünschte Postkarten aus aller Welt mit Dankesworten. Das Projekt entwickelte in der Internet Community eine starke Eigendynamik und trug sich praktisch selbst. Die Rechte an dem Markennamen Linux wurde nach einem rechtlichen Zwischenfall Linus Torvalds übertragen und später auf mehrere Personen verteilt, so das die Weiterentwicklung gewährleistet ist und eine "feindliche Übernahme" ziemlich unmöglich wird. Die Symbolfigur " Tux der Pinguin" wurde gewählt, weil Torvalds in einem finnischen Zoo von einem Pinguin gebissen wurde. Das eigenwillige Tier hatte ihn so beeindruckt, das er seinem Betriebssystem diese Leitfigur gab. Für Linux gab es am Anfang kein Installationsskript geschweige den ein grafisches Installationsmenü. Um die Installation von Linux zu erleichtern und automatisieren stellte Owen LeBlanc vom Manchester Computing Centre die MCC Interim Releases öffentlich bereit- der Vorreiter der heutigen Distributionen.
Die Vorteile einer freien Entwicklung und Verteilung liegen u.a. in der Benutzerorientierung weil keine unnötigen Features integriert werden, die keiner benötigt. Das geschieht durch die dynamische Entwicklung, bei der im Prinzip aus 1.000 aktuellen Ideen nur die am meisten benötigten Features akzeptiert und in den offiziellen Systemkern aufgenommen werden. Um allen Anforderungen gerecht zu werden, existiert die Kernel Serie 2.2.x (max. 2 GByte RAM adressierbar) neben der neueren 2.4.x (max. 64 GByte RAM adressierbar) in Koexistenz. Durch die dynamische Entwicklung ist ein starrer Marketingplan an dem man verbissen hängt unwichtig. Außerdem werden neue Versionen erst bei bewährter Zuverlässigkeit herausgegeben und nicht wenn der Zeitplan den verkaufsgünstigsten Zeitpunkt bestimmt. Während Linux 0.01 mit den grundlegendsten Bestandteilen und Befehlen aus 10.000 Code-Zeilen bestand, ist der Quellcode nun in Version 2.4.9 auf etwa 3,7 Millionen Code-Zeilen inklusive vieler Hardware Treiber angewachsen. Linux hält Spezifikationen für System V und BSD Unix Programme ein.ein
Einige Betriebssystem Firmen nutzen die Offenheit um neue Eigenschaften hinzuzusteuern wie bei der Dateisystemunterstützung durch SGI mit XFS. Linux und verwandte Betriebssysteme sind erst durch die Arbeit der Internet Community, der weltweiten Entwicklergemeinde, entstanden und zunehmend durch IT-Firmen unterstützt. Deswegen gibt es sogenannte Entwicklerkernel mit ungeraden Versionsnummer wie 2.3 und Stable Releases mit geraden Nummern wie 2.4 für den stabilen Endnutzer/Unternehmenseinsatz.
Schätzungen zufolge gibt es Anfang 2001 mindestens 10 Millionen Benutzer weltweit- Tendenz stark steigend. Seit etwa 1997/1998 wird Linux von der IT-Branche verstärkt als Alternative angesehen. In den Jahren 2000/2001 wird die Vermutung geäußert, das Linux auch die bestehenden kommerziellen Unix Varianten nach und nach ablösen könnte und weiterhin an Zustimmung gewinnt. Im heterogenen Netzwerk arbeitet Linux durch die native Unterstützung der Protokolle hervorragend mit Macintosh, Novell und Windows zusammen.
Das Lizenzmodell GPL dem Linux unterliegt, bietet dem Entwickler weitreichende Freiheiten und breite Technologietransfers da Wissen offen weitergegeben wird. Durch die offene Entwicklung verbessern CodeAudits stetig die Qualität des Quellcodes. Durch gegenseitige Code Sichtungen erhöht sich zudem die Software Sicherheit und es besteht keine Abhängigkeit von einem propitären Hersteller. Viele Linux Derivate sind auf den Websites der Distributoren und Projekte mit FTP oder HTTP zum kostenlosen Download verfügbar, es fallen nur die Internetkosten an. Über redundant ausgelegte Mirror Server lassen sich die meist als ISO Image vorliegenden Software ebenfalls erreichen. 
[ Weblink www.gnu.org ] [ www.minix.org ] [ ftp.kernel.org ]
Ziele
- besseres MINIX als MINIX schaffen (war damit unzufrieden)
- Unix-verwandtes Betriebssystem auf normalen PCs geschaffen
- Open Source Entwicklung
- Programmierung mit vielen Entwicklern aus aller Welt
- Entwicklung nach den Bedürfnissen der Benutzer
Heute lebt Linus Torvalds in San Jose, Kalifornien und arbeitet für den Chiphersteller Transmeta (CPU Crusoe). Nebenbei kümmert er sich um die Öffentlichkeitsarbeit und entwickelt zusammen mit anderen den Systemkern weiter.
Update: 17. Juni 2003
Linus Torvalds wechselt zu OSDN (Open Source Development Lab) um sich hauptsächlich um die Weiterentwicklung des Linux Kernels 2.6.x zu kümmern.
Versionen
1991 Sep. 17.: 0.01
- benötigt noch Minix und speziellen gcc Kompiler
- 230kb Source Code, inkl. Skripten und Header Dateien
- minimale Version, mit Floppy-, Keyboard und Serial-Treiber, ext Dateisystem
- 386-CPU Unterstützung, Unix-Shell bash
1991 Sep.: 0.02
- bash und gcc wurden von MINIX portiert
- benötigt 4 MByte RAM für das Kompilieren von Software
1991 Okt.: 0.03
- kleiner Anwenderkreis
- gcc kann sich selbst auf Linux kompilieren
- benötigt nur noch 2 MByte RAM für das Kompilieren von Software
1991 Nov.: 0.11
- internationales Entwickler Team
- Erster Festplatten-Treiber, mkfs/fsck/fdisk Programm
- Hercules/MDA/CGA/EGA/VGA Grafik, US/German/French/Finnish Keyboard
- Piepende Console, Linux ist jetzt seine eigene Entwicklungsumgebung
1992 Jan.: 0.12
- erstmals Page-to-Disk Funktion eingebaut
- Linux wird unter die GPL gestellt
- Virtual Memory, Disk-Caching, POSIX Job-Control
- mehrere Personen beteiligen sich an Programmierung
- Multi-Threading Dateisystem,
1992 Apr.: 0.96
- Programmierer und Benutzer Zahl steigt an
- X-Window System vom MIT wird erstmals eingesetzt
1994 März: Linux 1.0
- 4.500 KByte Source Code, inkl. Skripten und Header Dateien
- mehr als 170.000 Zeilen Quellcode
- ca. 100 Entwickler, ca. 100.000 Anwender
- erste SCSI und Sound Treiber
- erstmals netzwerkfähig
- ext2 Dateisystem
1995 März: Linux 1.2
- 250.000 Zeilen Quellcode, etwa 50% sind Hardwaretreiber
- Portierung auf Alpha-, Mips-, und SPARC-CPUs
- erweiterte Netzwerkfunktionen wie IP-Forwarding und NFS, IPX, AppleTalk
1996 Juni: Linux 2.0
- 20.300 KByte Source Code, inkl. Skripten und Header Dateien
- ca. 800.000 Zeilen Quellcode
- Portierung auf m68k und PowerPC CPUs
- Multiprozessorfähig bis 16 CPUs (Experimentell)
- Symbolfigur " Tux der Pinguin" wird geboren
1997 Apr.: Linux 2.1.32
- Torvalds lässt nach Rechts-Streit Linux als Warenzeichen registrieren
1999 Jan.: Linux 2.2.0
- 269 Entwickler arbeiten an Linux
- ca. 10 Millionen Anwender
- verbesserte SMP Unterstützung
- IPv6 Unterstützung als erstes Betriebssystem
- breite Softwareunterstützung durch Firmen
- StarOffice, Netscape Navigator
2000 Juni: Linux 2.2.16
2001 Jan.: Linux 2.4.0
- 375 Entwickler arbeiten an Linux
- ca. 15 Millionen Anwender
- läuft auf insgesamt 13 Hardware-Plattformen
- bessere Netzwerkunterstützung
- bessere Performance in der Speicherverwaltung
- höhere Hardware Unterstützung
2003 Juni: Linux 2.4.21
- Kernel 2.4.20 zu 2.4.21 : 1738 Code Änderungen
Distributoren
Ein Distributor ist meist ein Entwicklerteam, dass aufbauend vom Linux- Systemkern (Kernel) ein Installationsfertiges Softwarepaket anbietet. Enthalten sind neben dem individuell anpassbaren Systemkern zahlreiche zusätzliche Anwendungen, Treiber und Assistenten, die mit der eigens entwickelten Installationsroutine bequem installiert und konfiguriert werden können. Diese Distribution wird per Internet in form von ISO Images oder auf CD-ROM kostengünstig zur Verfügung gestellt. Das eingenommene Geld wird für die Entwickler und den Support benötigt. Oft sind Firmen die eine auf Linux basierende Distribution anbieten ebenfalls in anderen Open Source Projekten tätig.
Um eine Linux-Distribution zu installieren, existiert jede mögliche Installationsweise. Das Booten der Installationsroutine von CD-ROM nach dem El-Torito Standard, DVD, von Diskette (komplett inzwischen eher selten), per Netzwerk oder FTP-Server werden nach dem Bootvorgang direkt unterstützt. Von den großen Anbietern von Linux-Distributionen haben sich neue entwickelt, die auf sehr spezielle Einsatzgebiete ausgerichtet sind, etwa Data-Recovery oder Software-Router.
Update: 30. Mai 2002
Erstmals haben sich mehrere große Distributoren sich zu einer großen Gemeinschaft vereinigt. Unter dem Namen UnitedLinux wurde eine gemeinsame Basis für die einheitliche Entwicklung einer Linux-Distribution gegründet. Elemente davon sind Richtlinien der Linux Standard Base . Alle Teilnehmer der Partnerschaft lassen ihre Erfahrungen im Businessbereich und Technisches Wissen mit einfließen um im Serverbereich den Marktanteil auszubauen. Desktop Versionen für Endkunden werden die Distributoren separat bereitstellen. Zur Comdex im November 2002 haben die Initiatoren gemeinsam die fertige Version 1.0 vorgestellt. United Linux 1.0 ist damit LSB 1.2 und OpenI18N konform und fließt in den zukünftigen Versionen als Standard ein.
Slackware
Am 17. Juli 1993 kündigte Patrick Volkerding die Fertigstellung von Slackware Version 1.0 in der Newsgroup comp.os.linux an, Interessierte konnten per FTP die Installationspakete herunterladen. Von Anfang an wurden die öffentlichen Linux Standards berücksichtigt. Als Paketformat für Programme werden TGZ Archive eingesetzt, die bevorzugte Oberfläche ist KDE. Bisher gibt es nur ein textbasierendes Setup. Slackware wurde für Sparc, Alpha und x86 Systeme portiert. Slackware richtet sich eher an den versierten Benutzer und Entwickler. 
[ Weblink slackware.org ]
| Slackware Linux |
| Datum | Version |
|---|---|
| 1993, Juli | 1.0, |
| 1994, Juli | 2.0, |
| 1994, Okt. | 2.1, |
| 1995, März | 2.2, |
| 1995, Mai | 2.3, |
| 1995, Aug. | 3.0, |
| 1996, Juli | 3.1, |
| 1997, Apr. | 3.2, |
| 1997, Juli | 3.3, Kernel 2.0.30 |
| 1997, Okt. | 3.4, Kernel 2.0.33 |
| 1998, Okt. | 3.6, Kernel 2.0.35 |
| 1999, Mai | 3.9, Kernel 2.0.37pre10 |
| 1999, Mai | 4.0, Kernel 2.2.7 |
| 1999, Okt. | 7.0, Kernel 2.2.13 |
| 2000, Juni | 7.1, Kernel 2.2.16 |
| 2001, Juni | 8.0, Kernel 2.2.19 |
| 2002, Juni | 8.1, Kernel 2.4.18 |
| 2002, Aug. | 9.0beta, Kernel 2.4.19, basiert auf gcc 3.2 |
www.suse.de
- mehr über diesen Distributor: » S.u.S.E.
www.lindows.com
- mehr über diesen Distributor: » Lindows
www.linuxfromscratch.org
- mehr über diese Distribution: » LFS
Red Hat
Die Firma Red Hat mit Firmensitz in den USA/ North Carolina wurde 1994 von Bob Young und Marc Ewing gegründet. Von Anfang an war das OpenSource Betriebssystem das Leitbild für das Unternehmenskonzept. Als Einsatzgebiet sind sowohl Kleinstgeräte über Arbeitsstationen bis hin zum Servereinsatz auf Intel x86, Dec Alpha und Sun SPARC Systemen vorgesehen. Verstärkt wird Red Hat für Internet und Intranet Anwendungen eingesetzt. Umfangreicher Support, Trainings- und Ausbildungsangebote sowie die breite Unterstützung von IT-Firmen tragen zum Wachstum von Red Hat stetig bei. Mit der Red Hat Linux-Distribution werden etwa 15 % vom Gesamtumsatz erzielt, ein Großteil wird durch kompetente Dienstleistungen erwirtschaftet wie dem Redhat Network - RHN. Mit dem Software-Paket Format RPM hat Red Hat einen Standard etabiliert, dem viele Distributionen folgen.
1998:Partnerschaften mit Intel und Netscape
1999:Partnerschaften mit SAP, Oracle, IBM, Compaq, Dell und Novell
| Red Hat Linux |
| Datum | Version |
|---|---|
| 1995, | 1.0 (mother's day), Kernel ? |
| 1995, | 2.0 (?), Kernel ? |
| 1996, Mai | 3.0.3 (picasso), Kernel ? |
| 1996, Okt. | 4.0 (colgate), Kernel ? |
| 1997, April | 4.2 (biltmore), Kernel 2.0.30 |
| 1997, Nov. | 5.0 (hurricane), Kernel 2.0.32 |
| 1998, Mai | 5.1 (manhattan), Kernel 2.0.34 |
| 1998, Okt. | 5.2 (apollo), Kernel 2.0.36 |
| 1999, Apr. | 6.0 (hedwig), Kernel 2.2.5 |
| 1999, Sep. | 6.1 (cartman), Kernel 2.2.12 |
| 2000, März | 6.2 (zoot), Kernel 2.2.14 |
| 2000, Aug. | 7.0 (guiness), Kernel 2.2.16 |
| 2001, Apr. | 7.1 (seawolf), Kernel 2.4.2 |
| 2001, Okt. | 7.2 (enigma), Kernel 2.4.7 |
| 2002, Mai | 7.3 (vallhalla), Kernel 2.4.18, ext3 |
| 2002, Sept. | 8.0 (psyche), gcc 3.2, Kernel 2.4.18 |
| 2003, April | 9.0 (shrike), gcc 3.2.1, Kernel 2.4.20 |
Mandrake Linux
MandrakeSoft wurde 1998 in Frankreich gegründet. Mit der auf Linux basierenden Distributon Mandrake Linux und eigenen Konfigurationswerkzeugen sowie angepasster KDE Oberfläche wurde das Ziel gesetzt, möglichst einfach bedienbar und problemlos installierbar zu sein. Als Paketformat für Software wird RPM verwendet, an dem im Paketnamen enthaltenen Code 'mdk' erkennt man die vorkompilierte Software für Mandrake Linux. Verfügbar ist es als Desktop- und Server Version.
Test: Juli 2003
Die Installation von Mandrake verläuft unkompliziert. Per Dialogverfahren wird das System eingerichtet, die Installationsart mit oder ohne Oberfläche(n), Entwicklungs-, Konsolenwerkzeuge sowie Serveranwendungen lässt sich bequem selektieren. Als typischer Arbeitsplatz mit OpenOffice beansprucht die Installation ca. 1,1 GByte Festplattenspeicher, als vollständiger Server 490 MByte und als Entwicklungsumgebung nur 370 MByte. Wählt man alle Komponenten aus, installiert das Setup 1,7 GByte von den insgesamt 3 CD-ROMs. Als Bootmanager wird lilo installiert, nach dem grafischen Bootvorgang ermöglicht der First Time Assistent die Konfiguration der Oberfläche und des EMail Programmes.
[ Weblink linux-mandrake.com ]
| Mandrake Linux |
| Datum | Version |
|---|---|
| 1998, Juli | 5.1 (venice), Kernel 2.0.35 |
| 1998, Dez. | 5.2 (leeloo), Kernel 2.0.36 |
| 1999, Feb. | 5.3 (festen), Kernel 2.0.36 |
| 1999, Mai | 6.0 (venus), Kernel 2.2.9 |
| 1999, Sep. | 6.1 (helios), Kernel 2.2.13 |
| 2000, Jan. | 7.0 (air), Kernel 2.2.14 |
| 2000, Juni | 7.1 (helium), Kernel 2.2.15 |
| 2000, Okt. | 7.2 (ulysses), Kernel 2.2.17 |
| 2001, Apr. | 8.0 (traktopel), Kernel 2.4.3, ext3, JFS, ReiserFS, XFS |
| 2001, Sept. | 8.1 (vitamin), Kernel 2.4.8 |
| 2002, März | 8.2 (bluebird), Kernel 2.4.18 |
| 2002, Sept. | 9.0 (dolphin), gcc 3.2, Kernel 2.4.19, XFree86 4.2.1 |
| 2003, März | 9.1 (bamboo), Kernel 2.4.21 |
Turbolinux
Die auf Red Hat basierende Distribution hat ihr Haupteinsatzgebiet in Asien. Seit der Gründung von Turbolinux Inc. 1992 wurde das Angebot um komerzielle Produkte und Dienstleistungen ergänzt. Durch die breite Unterstützung großer IT-Unternehmen hat sich Turbolinux stark entwickelt und etabiliert. Turbolinux legte seit Anfang großen Wert auf die Internationalisierung der Software und wird vor allem in der Industrie auf Servern, aber auch auf Workstations eingesetzt. Als grafische Oberfläche wurde bis einschließlich Version 6.0 Gnome als Standard installiert, die nachfolgenden Versionen setzen auf KDE. Als Installationsformat wird primär RPM eingesetzt.
[ Weblink turbolinux.com ]
| TurboLinux |
| Datum | Version |
|---|---|
| 1998, Juni | 1.0 (kyoto), Kernel 2.2.9 |
| 1999, Mai | 2.0 (okinawa), Kernel 2.2.13 |
| 1999, Juni | 3.0 (karatsu), Kernel 2.2.14 |
| 1999, Aug. | 4.0 (--), Kernel 2.2.15 |
| 2000, März | 4.2 (--), Kernel 2.2.17 |
| 2001, Aug. | 6.0 (--), Kernel 2.4.3 |
| 2001, Nov. | 7.0 (monza), Kernel 2.4.8 |
| 2002, Mai | 7.0S (esprit), Kernel 2.4.18 |
| 2002, Juli | 8.0 (silverstone), Kernel 2.4.19, gcc 3.2 |
| 2002, Okt. | 8.0S (vitamin), gcc 2.96, Kernel 2.4.18 |
Debian GNU/Linux
Das Debian GNU/Linux Project Team ist ein besonderes unter den Distributoren, da es keine kommerziellen Ziele verfolgt. Seit der Gründung durch Ian Murdock am 16 August 1993 wird Debian von freiwilligen Entwicklern betreut und von der FSF unterstützt. Ian Murdock leitete das Team bis 1996. Debian setzt sich aus 'Deb' für Ian Murdock's Frau Debra und seinem Vornamen zusammen. In die Debian Distribution fließt nur Software ein, die komplett unter der GPL veröffentlicht wurde. Entwickelt in Deutschland liegt das Hauptfeld mehr in Europa. Es existieren angepasste Versionen für Intel x86 und ARM Systeme. Als Besonderheit wird ein eigenes Format für die Installation von Softwarepaketen (DEB) eingesetzt, ebenso wie das Paketformat RPM löst es automatisch die Abhängigkeiten auf, allerdings nach einem anderen Prinzip. Als GUI wird Gnome bevorzugt eingesetzt. Für die Installation steht bis jetzt nur eine Variante im einfachen Textmodus zur Verfügung. Debian ist inzwischen zum Synonym für Qualität und Stabilität geworden. Die Codenamen ab Release 1.1 stammen von Figuren aus dem digitalen Zeichentrickfilm Toy Story.
Ian Murdock gründete 1993 mit Bruce Perens eine neue Firma namens Progeny Linux Systems. Ziel ist es, auf Basis von Debian GNU/Linux eine Netzwerklösung namens Linux NOW (Network of Workstations) zu entwickeln. Linux NOW soll die Vorteile leistungsfähiger, flexibler und skalierbarer Workstations mit einfach zu administrierenden zentralisierten Lösungen verschmelzen.
Die vernetzten Systeme bilden dann ein einziges, nahtloses System mit den Vorteilen aus beiden Welten. Ein Software Produkt das diese Technik nutzt, ist der Web-basierende Linux Plattform Manager der die Erstellung, Verwaltung und das Testen von Distributionen erheblich beschleunigt.
[ Weblink debian.org ] [ progeny.com ]
|
Debian Linux |
| Datum | Version |
|---|---|
| 1993, Aug. | 0.1 |
| 1994, Jan. | 0.91 |
| 1996, Juni | 1.1 (buzz); Kernel 2.0.0, 474 Softwarepakete, .ELF Support, dpkg |
| 1996, Dez. | 1.2 (rex); Kernel 2.0.27, 120 Entwickler, 848 Softwarepakete |
| 1997, Juni | 1.3 (bo); Kernel 2.0.29, 200 Entwickler, 974 Softwarepakete |
| 1998, Juli | 2.0 (hamm); Kernel 2.0.34, über 400 Entwickler, mehr als 1.500 Softwarepakete enthalten. |
| 1999, März | 2.1 (slink); Kernel 2.0.36, erstmals auch für Sparc und Alpha, etwa 2.250 Softwarepakete |
| 2000, Aug. | 2.2 (potato); Kernel 2.2.19, erfüllt FHS, über 450 Entwickler, mehr als 3.900 Softwarepakete, 55 Millionen SLOC |
| 2002, Juli | 3.0 (woody); Kernel 2.2.20, erfüllt LSB, gcc 2.95.4, erstmals mit kryptografischer Software, über 900 Entwickler, etwa 8.900 Softwarepakete |
SLOC= source lines of code
Gentoo Linux
Gentoo bietet ein besonderes und mächtiges Installationsprogramm namens Portage. Dieses installiert nach der Paketauswahl die Programme bzw. den Sourcecode, optional auch aus dem Internet, eine schnelle Internetanbindung ist daher angebracht. Vorteile sind der Einsatz stets aktuellster Software sowie die spezielle Anpassung und Optimierung auf die bestehende Hardware und das Einsatzgebiet. Portage erledigt dies automatisch. Dafür muss die Software bei jeder Installation kompiliert werden, vorkompilierte Softwarepakete wie bei anderen Distributionen gibt es hier nicht. Ein Geschwindigkeitsvorteil bei modernen Prozessoren von 20 % gegenüber normal kompilierter Software ist durchaus möglich. Gentoo Linux ist auf der x86, PowerPC, UltraSparc und Alpha Architektur einsetzbar. Es basiert auf dem neuen gcc 3.2 und aktuellen Linux Kernel 2.4.19, über 4.000 Softwarepakete stehen zur Auswahl.
[ Weblink gentoo.org ]
Aktuelle Version: 1.4_rc4 (Juli 2003)
icepack Linux
icepack Linux wurde von Adrian Hilgardth gegründet und ist eine eigenständige Distribution, die mit vorkonfiguriertem Desktop den Einstieg erleichtert. [ Weblink icepack-linux.de ]
Aktuelle Version: 2.75 (Juli 2003)
Entwickler Version: 2.91 (Juli 2003)
Lycoris Desktop/LX
Lycoris wurde im Jahr 2000 gegründet und residiert in Redmond/Washington. Lycoris Desktop/LX basiert auf Linux und hat seine Stärken vor allem in der vereinfachten Installation und Benutzerführung, beim booten deutet nur eine kleine Textzeile auf die Konsolen Shell hin.
[ Weblink lycoris.com ]
Aktuelle Version: build 75 (beta) Test: Juli 2003
Die Installationsroutine von Lycoris Desktop/LX (amethyst, beta) ist ein Instant Setup, d.h. es wird keine Paketauswahl oder Angabe des Anwendungsbereich zugelassen. Daher werden mindestens 850 MByte freier Festplattenspeicher benötigt. Die Installation gestaltet sich sehr einfach, nach Angabe von verwendeter Hardware (Maus, Tatsatur, Netzwerk, Drucker, ...) startet die Installation nebenbei und es wartet bis zum Abschluss ein Kartenspiel.Fenstermanager ist KDE 2.2.2, als Linux Kernel wird Version 2.4.20 eingerichtet, Bootmanager ist Grub der auch andere Partitionen zum booten einbindet. Nach dem Neustart ist das System eingerichtet und startet eine ausführliche ShockwaveFlash Präsentation mit englischerSprachausgabe als Einführung in Lycoris Desktop/LX. Der DMA Modus war bei allen Laufwerken bereits aktiviert.
Es sind verschiedene Mängel festgestellt worden, die aber wegen dem Beta Status wohl noch behoben werden.
- nvidia Grafikkarte ohne 3D Unterstützung eingebunden
- Sound klingt verrauscht, mit Aussetzern
- DVD Wiedergabe klappt nur selten
FAUmachine
FAUmachine (vormals UMLinux) ist OpenSource und läuft vollständig im User Mode (nicht privilegierter CPU Modus) von Linux. Dabei kann es direkt auf die Hardware zugreifen und ist transparent zum Host einsatzfähig. Der Arbeitsspeicher wird virtuell in einem geschützten Bereich bereitgestellt. Es können je nach Ressourcen beliebig viele UMLinux Systeme gleichzeitig laufen.
[ Weblink faumachine.org ]
Aktuelle Version: 2.5.3
Caldera Open Linux
Caldera, Inc. wurde im Oktober 1994 von Bryan Sparks gegründet und im January 1995 zur Gesellschaft umfirmiert. Sommer 1998 gründete Caldera Inc. zwei Tochterfirmen, Caldera Systems, Inc. hat als Hauptfeld die Entwicklung und Verkauf von Linux basierenden Linux-Produkten auf dem PC Markt für Desktop und Server Computer wie OpenLinux Lösungen. Caldera Thin Clients, Inc. zielte auf Lösungen für Thin Clients und den Markt für Embedded Systems wie Embedix (embedded Linux OS) und DR DOS. Im Juli 1999 wurde letztere Firma in Lineo, Inc. umbenannt.
Umbenennung im August 2002 in SCO Group, bietet UnixWare und OpenServer aus der Produktübernahme von SCO an.
[ Weblink caldera.com ]
Corel Linux / xandros
Corel Linux OS basiert auf der Debian Distribution die weltweit großen Zuspruch gefunden hat. Im August 2001 wurde die Linux Sparte von Corel an das Startup Unternehmen Xandros inklusive der Entwickler veräußert. Xandros hat seinen Hauptsitz in Ottawa, Canada. Noch in diesem Jahr (2002) will Xandros das Xandros Desktop OS 1.0in einer Standard, Deluxe sowie Server Version veröffentlichen. Besonderheit gegenüber anderen Distributionen ist das integrierte CrossOver Office, eine spezielle Anpassung vom Wine Projekt für die Ausführung von etwa Microsoft Office 97/2000.
[ Weblink xandros.com ]
Red Flag Linux
Red Flag Software Co., Ltd. wurde vom Software Forschungsinstitut der "Chinese Academy of Sciences" und NewMargin Venture Kapital im Juni 2000 gegründet. Red Flag Software unterhält geschäftliche Beziehungen mit IBM, Intel, HP, Oracle und weiteren. Red Flag Software hat sich zum Ziel gesetzt, Einrichtungen für Schulungen, technischen Support und Verkaufsstellen zunächst in China und weltweit bei Bedarf und Absatz einzurichten. In mehreren Server-Varianten existiert der Function Server, Database Server, Cluster Server und Webmail Server aktuell in Version 3.0.
[ Weblink redflag-linux.com ]
| Versionen |
| Datum | Version |
|---|---|
| 20.10.1999 | Vertrieb von Redflag Linux Server 1.0 gestartet |
| 10.08.1999 | Redflag Linux 1.0 |
| 18.10.2000 | Redflag Linux Server 2.0 in mehreren Sprachen verfügbar |
| 2002, März | Redflag Linux Desktop 3.0 |
| Redflag Linux Server 3.0 | |
| Redflag Linux Desktop 2.0 | |
| Redflag Linux Desktop 2.4 | |
| Redflag Linux Desktop 3.0 | |
| Redflag Linux Desktop 3.2 |
[ Weblink tal.org ] [ yellowdoglinux.com ] [ libranet.com ] [ asplinux.org ]


















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