Sie sind Hier:
Startseite
Hardware
RAID
RAID
Abkürzung für
"Redundant Array of Independent
Disks" oder "Redundant Array
of Inexpensive Disks"
• Bei RAID-Systemen
steht zunächst die Sicherheit von
Festplatten-Daten
im Vordergrund. Ein RAID-System ist nämlich
in der Lage, Daten - ggfls.
redundant
- auf mehreren Festplatten abzulegen. RAID-Systeme
setzen sich immer aus mehreren Festplatten zusammen.
(Der Begriff
"RAID – Redundant Array of Inexpensive
Disks" soll
übrigens 1987 an der Universität von
Kalifornien, Berkeley, festgelegt
worden sein.)
Im RAID System
ist dazu ein Festplatten-Controller notwendig,
der über integrierte Management-Funktionen verfügt.
Für die Anwendungen und für das Betriebssystem
stellt sich das Array (die Batterie einzelner
Festplatten) als eine große Festplatte dar;
die Daten-Verwaltung - welche Daten werden wo
abgelegt? - wird vom System selbst übernommen.
Ein Merkmal
moderner RAID-Systeme besteht - neben der Sicherheit
- zudem darin, dass defekte Platten im laufenden
Betrieb ausgetauscht werden können, so dass
außer den Netzwerkadministratoren üblicherweise
niemand von einem Ausfall etwas merkt.
RAID ist nicht gleich RAID:
Es existieren
mehrere "RAID-Levels", die über unterschiedliche
Leistungsmerkmale verfügen. Die Grundlage der
RAID-Technologie wird durch sog genannte "Stripe
Sets" gebildet (stripe = Streifen). Dabei werden
relativ kleine Datenblöcke - im Bereich von
einigen KByte - auf mehrere Festplatten verteilt.
Ursprünglich
wurden die RAID-Levels 1 bis 5 definiert. Mitte
der 90er Jahre sind noch die Levels 6 und 7
hinzugekommen. Allerdings kann vom Zahlenwert
eines Levels nicht direkt auf die Qualität oder
auf die Funktionalität des entsprechenden RAID-Systems
geschlossen werden. Es handelt sich lediglich
um eine von Professoren der Universität Berkeley
ziemlich willkürlich gewählte Art der Bezeichnungsfindung.
Da aber selbst diese Untergliederung noch nicht
ausreicht, um sämtliche Leistungsmerkmale von
RAID-Systemen zu spezifizieren, werden auch
Kombinationen dieser Benennungen verwendet.
RAID 0:
Der RAID-Level
0 wird auch als "Non-Redundant Striped Array"
bezeichnet. Die "0" steht also für "keine Redundanz"
bzw. "keine Sicherheit".
- Im RAID-0-System
werden zwei und mehr Festplatten zusammengeschaltet,
um die Schreib-Lese-Geschwindigkeit zu erhöhen
- z.B. zur Verarbeitung von digitalen Video-Daten.
- Die beim
Benutzer entstehenden Daten werden in kleine
Blöcke mit einer Größe von 4 bis 128 KByte
aufgeteilt.
- Diese
Blöcke werden abwechselnd auf den Platten
des RAID-0-Arrays gespeichert. So kann auf
mehrere Platten gleichzeitig zugegriffen
werden, was die Geschwindigkeit insbesondere
bei sequentiellen Zugriffen erhöht.
Da bei RAID
0 keine redundanten Informationen erzeugt werden,
gehen Daten verloren, wenn eine RAID-Platte
ausfällt. Und da die Daten einer Datei auf mehrere
Platten verteilt sind, lassen sich auch keine
zusammenhängenden Datensätze mehr reproduzieren,
selbst wenn nur eine Platte im RAID-0-Array
ausfällt.
RAID 1:
In einem RAID-1-System,
auch "Drive Duplexing" genannt, werden auf zwei
Festplatten identische Daten gespeichert. Es
ergibt sich damit eine Redundanz von 100 Prozent.
Fällt eine der beiden Platten aus, so arbeitet
das System mit der verbleibenden Platte ungestört
weiter. Die hohe Ausfallsicherheit dieses Systems
wird allerdings meist nur in relativ kleinen
Servern eingesetzt, da bei RAID 1 die doppelte
Platten-Kapazität benötigt wird, was sich bei
großen Datenmengen schnell finanziell bemerkbar
macht.
RAID 2:
Das RAID 2-System
teilt die Daten in einzelne Bytes auf und verteilt
sie auf die Platten des Platten-Arrays. Der
Fehlerkorrekturcode (ECC = Error Correction
Code) wird nach dem Hamming-Algorithmus berechnet
und auf einer zusätzlichen Platten gespeichert.
Da in allen modernen Festplatten bereits Methoden
zur Fehlerkorrektur enthalten sind, spielt dieser
RAID-Level in der Praxis keine große Rolle mehr.
RAID 3:
In einer RAID-3-Konfiguration
werden die Daten in einzelne Bytes aufgeteilt
und dann abwechselnd auf den - meistens zwei
bis vier - Festplatten des Systems abgelegt.
Für jede Datenreihe wird ein Parity-Byte hinzugefügt
und auf einer zusätzlichen Platte - dem "Parity-Laufwerk"
- abgelegt. Beim Ausfall einer einzelnen Festplatte
können die verlorengegangenen Daten aus den
verbliebenen sowie den Parity-Daten rekonstruiert
werden. Da moderne Festplatten und Betriebssysteme
aber nicht mehr mit einzelnen Bytes arbeiten,
findet auch der RAID-Level 3 kaum noch Verwendung.
RAID 4:
Prinzipiell
ist RAID 4 mit RAID 3 vergleichbar. Nur werden
die Daten nicht in einzelne Bytes, sondern in
Blöcke von 8, 16, 64 oder 128 KByte aufgeteilt.
Beim Schreiben von großen sequentiellen (zusammenhängenden)
Datenmengen lässt sich so eine hohe Performance
erreichen. Werden verteilte Schreibzugriffe
vorgenommen, muss jedes mal auf den Parity-Block
zugegriffen werden. Für viele kleine Zugriffe
ist RAID 4 demnach nicht geeignet.
RAID 5:
Beim RAID-5-Level
werden die Parity-Daten - im Unterschied
zu Level 4 - auf allen Laufwerke des Arrays
verteilt. Dies erhöht die Geschwindigkeit bei
verteilten Schreibzugriffen. Engpässe durch
die spezielle Parity-Platte können nicht entstehen.
Bedingt durch diese Vorteile hat sich RAID 5
in den letzten Jahren beliebteste RAID-Variante
für PC-Systeme etabliert.
RAID 6:
RAID 6 bietet
die höchste Datensicherheit. Dabei wird zum
RAID-5-Verfahren eine weitere unabhängige Paritäts-Information
auf einem zusätzlichen Laufwerk hinzugefügt.
Dadurch werden allerdings die Schreibzugriffe
wieder etwas langsamer.
RAID 7:
Auch RAID 7
ist ähnlich wie RAID 5 aufgebaut. In der RAID-Steuereinheit
wird bei RAID 7 aber zusätzlich ein lokales
Echtzeitbetriebssystem eingesetzt. RAID 7 benutzt
schnelle Datenbusse und mehrere größere Pufferspeicher.
Die Daten in den Pufferspeichern und auf den
Laufwerken sind von der Datenübertragung auf
dem Bus abgekoppelt (asynchron). So werden alle
Vorgänge gegenüber den anderen Verfahren erheblich
beschleunigt. Ähnlich wie bei RAID 6 kann die
Paritätsinformation für eines oder mehrere Laufwerke
generiert werden. Es lassen sich gleichzeitig
unterschiedliche RAID-Level nutzen.
RAID 10 bzw. RAID 0+1:
Eigentlich
handelt es sich bei RAID 10 nicht um einen eigenen
RAID-Level, sondern lediglich um die Kombination
von RAID 1 mit RAID 0. Damit werden die Eigenschaften
der beiden "Mutter-Levels" - Sicherheit und
sequentielle Performance vereinigt. Bei RAID
10 werden üblicherweise vier Festplatten verwendet,
denn dieses System verlangt nach zwei Paaren
gespiegelter Arrays, die dann zu einem RAID-0-Array
zusammengefasst werden. RAID 10 eignet sich
insbesondere zur redundanten Speicherung von
großen Dateien. Da hierbei keine
Parität
berechnet werden muss, sind die Schreibzugriffe
mit RAID 10 sehr schnell. RAID 10 gilt übrigens
auch als zusätzlich gestripte Version von RAID
1.
RAID 30:
RAID 30 wird eingesetzt,
wenn große Dateien sequentiell übertragen werden
sollen. Es handelt sich um eine zusätzlich gestripte
Version von RAID 3. Diese Version wurde von
AMI (American Megatrends) entwickelt. Sie bietet
Datensicherheit und sehr hohen Durchsatz. RAID
30 ist komplexer als niedrigere RAID-Level und
benötigt mehr Platten. AMI benutzt RAID 30 mit
sechs Festplatten.
RAID 50:
Werden sowohl
große Datensicherheit wie auch schnelle Zugriffszeiten
und hohe Datentransfer-Raten benötigt, empfiehlt
sich RAID 50. Auch diese Version stammt von
AMI. Sie ist ebenfalls komplexer als niedrigere
RAID-Level und benötigt ebenfalls sechs Festplatten.
RAID 50 ist die gestripte Version von RAID 5.
andere Kombinationen:
Aus den genannten
RAID-Leveln lassen sich noch viele weitere Kombinationen
ableiten. In der Praxis erstellen sich größere
Unternehmen maßgeschneiderte Einzellösungen,
die zwar auf einer oder mehreren RAID-Technologien
basieren, jedoch nicht direkt in die genannten
RAID-Standards eingereiht werden können. Beliebt
sind beispielsweise auch die Kombinationen aus
RAID 0 und 3 oder aus RAID-Level 3 und 5. Hier
beginnt allerdings schon das Bezeichnungschaos,
denn die Kombination aus 0 und 3 wird mit RAID
53 bezeichnet, und die Kombination aus 3 und
5 nennt sich schließlich RAID 8.
Neben den verschiedenen
RAID-Levels existieren zusätzlich noch diverse
Implementierungen von RAID. Bei Software-RAID-Lösungen
beispielsweise wird ein Treiber ins Betriebssystem
integriert, der RAID-Funktionalitäten enthält.
Praktisch alle modernen Server-Betriebssysteme
unterstützen verschiedene RAID-Levels. Allerdings
sollte bei einer solchen Lösung zusätzliche
Prozessor-Leistung eingeplant werden. ABER ACHTUNG:
Ein nicht zum RAID gehörendes Boot-Laufwerk,
von dem der spezielle RAID-Treiber geladen werden
soll, würde die angestrebte Sicherheit bei einem
Ausfall sofort zunichte machen.
Ein externes
RAID-System (SCSl to SCSI RAID) - eine hardwarebasierende
RAID-Lösung - kennt diese Probleme dagegen nicht.
Das Betriebssystem kann dabei direkt vom RAID-Controller
geladen werden. Hier wird die RAID Funktionalität
vom Controller gesteuert. Auch "Zwitterlösungen"
sind verfügbar. So werden bei der AAA- oder
bei der ARO-Serie von Adaptec RAID-Treiber auf
dem Server eingesetzt, während die Berechnung
der Redundanz-Informationen (Parität)
auf einen Coprozessor auf dem RAID-Hostadapter
ausgelagert ist.
Echte Hardware-RAID-Controller
können (meist über SCSI an den Server angebunden)
in einem eigenen Gehäuse untergebracht sein,
was allerdings eine relativ teure Lösung ist.
Im PC Server-Bereich finden sich meist Host-basierende
RAID-Lösungen, wobei der Controller direkt in
den Server eingesteckt wird. Damit sind sehr
hohe Transferraten möglich, und die Konfiguration
ist äußerst flexibel.
ÜBRIGENS: Nicht
nur dann, wenn das RAID System zur Erhöhung
der Datensicherheit eingesetzt wird, empfiehlt
sich der Einsatz einer unterbrechungsfreien
Stromversorgung (USV).
|
Leistungsschub: RAID mit 64-Bit
Bandbreite (Meldung der
PC-Magazin-News vom 28.11.1998)
Adaptec
und Dell arbeiten an einer neuen 64-Bit-RAID-Technologie,
um Netzwerke besser abzusichern und
Servern zu mehr Leistung zu verhelfen.
In
vielen Unternehmen werden heutzutage
Netzwerkserver eingesetzt, die IT-Anforderungen
zu einem Bruchteil der Kosten von Mainframe-
und Minicomputer-Lösungen erfüllen.
Leider sind viele dieser Systeme nur
eingeschränkt für kritische Anwendungen
geeignet. So können schon einfache Festplattenausfälle
im Datensicherungssystem ein Unternehmen
zum Stillstand bringen, was dann enorme
Kosten verursacht. Oft sind die vorhandenen
32-Bit-RAID-Systeme auch zu langsam,
um die heutige Datenflut zu bewältigen
und wirken sich hemmend auf die Gesamtleistung
des LANs, also die Verfügbarkeit von
Daten, aus. Eine Problemlösung können
in Kürze
Adaptec
und Dell
bieten, in Form einer neuen PCI-RAID-Controller-Technologie
für Netzwerkserver, basierend auf einer
Bandbreite von 64 Bit.
Die
Leistung der 64-Bit-PCI-to-Ultra2-SCSI-RAID-Technologie
entspricht der Bandbreite von bis zu
4 Kanälen von herkömmlichen High-Performance-SCSI-Lösungen
und bietet damit genug Power für maximale
Kapazitätsauslastung und höchsten I/O-Durchsatz.
Bob Van Steenberg, Vice President of
Enterprise Servers bei Dell sagte dazu
gegenüber der Presse: "Dell entwickelt
zusammen mit Adaptec eine Technologie,
die unseren Kunden eine deutliche Performancesteigerung
im Vergleich zu früheren RAID-Generationen
bietet und gleichzeitig die Systemverfügbarkeit
bereitstellt, die sie benötigen" und
er fügte hinzu: "Wir betrachten Adaptec
als einen der führenden Hersteller von
I/O-Controller- und Speicherlösungen."
Im Gegenzug erklärte Tom Marmen, Vice
President bei Adaptecs Enterprise Solutions
Group: "Die Server-Industrie ist durch
steigende Prozessorgeschwindigkeit gekennzeichnet,
die I/O-Bandbreite jedoch hat damit
einfach nicht Schritt gehalten". Adaptec
erwartet laut Marmen, dass viele Anwender
auf 64-Bit-PCI umsteigen und trägt dieser,
durchaus realistisch eingeschätzten,
Entwicklung mit einer eigenen 64-Bit-RAID-Technologie
Rechnung. Bei Adaptec sei man erfreut
über die Entscheidung Dells, die 64-Bit-RAID-Technologie
in den PowerEdge Servern einzusetzen.
|
|