
SCSI
SCSI
Abkürzung für "Small Computer System Interface" 
Standard für Schnittstellen und Bussysteme mit hohen Übertragungsraten. Die Peripheriegeräte, die diesen Standard unterstützen, können an einer einzigen Erweiterungskarte angeschlossen werden und benötigen auch nur einen Treiber ASPI-Treiber ). SCSI-Bussysteme gibt es für verschiedene Busbreiten und -typen.
Im Gegensatz zu IDE, mit der pro Kanal nur zwei Geräte betrieben werden können, lassen sich an einen SCSI-Bus - abhängig vom SCSI-Standard - bis zu 15 Geräte gleichzeitig ansteuern. So lange es sich dabei um Geräte handelt, die nicht gleichzeitig betrieben werden - wie Scanner, CD-ROM und Bandlaufwerk - ist die Leistungsfähigkeit von Fast-SCSI meist schon ausreichend. Beim zusätzlichen Betrieb von Festplatten macht hingegen, angesichts der steigenden Geschwindigkeit der Harddisks, Wide- oder Ultra-SCSI Sinn. Richtig ausgelastet wird ein SCSI-Bus aber erst dann, wenn mehrere schnelle Komponenten den Kanal gleichzeitig benutzen. Ein gutes Beispiel dafür ist ein Stripe-Set (RAID 0) aus mehreren Festplatten, wie man es häufig in Servern findet. Hier können bereits einige High-Performance-Festplatten die bislang maximalen 40 MByte/s eines Wide-Ultra-SCSI-Systems übertreffen. Eine Erweiterung ist also dringend nötig. Aktueller Stand ist 1998 Ultra2-SCSI.
Um die große Flut der SCSI-Namengebungen einzudämmen, beschränkte die STA (SCSI Trade Association) die Anzahl der SCSI-Bezeichnungen auf die Typen SCSI 1, Fast, Fast Wide, Ultra, Ultra Wide, Ultra 2 und Wide Ultra 2 SCSI. Da bei den verschiedenen Herstellern zum Teil abweichende Bezeichnungen und Typkombinationen zu finden sind, werden hier alle bekannten (1997) SCSI-Definitionen kurz vorgestellt.
- SCSI 1: Dieser Standard ist die Mutter aller SCSI-Standards. Er definiert die asynchrone, 8 Bit breite Datenübertragung mit maximal 5 MByte pro Sekunde. Auf dieser Vereinbarung bauen alle anderen Standards auf. Adapter, die nur die SCSI-1-Norm unterstützen, sind gänzlich vom Markt verschwunden.
- SCSI 2 stellt einen erweiterten Befehlssatz zur Verfügung. Dieser Dialekt dient sämtlichen Controllern immer noch zur ERSTEN asynchronen Kontaktaufnahme mit den angeschlossenen Geräten. Der maximale Datendurchsatz bleibt auch hier bei 5 MByte pro Sekunde, wird aber bereits synchron realisiert. "SCSI 2" bezeichnet ebenfalls das Übertragungsprotokoll, welches allen Hostadaptern dieser Klasse gemeinsam ist. Das heißt, dass auch ein Ultra-Wide-SCSI-Adapter ungeachtet der maximalen Geschwindigkeit mit dem in SCSI 2 definierten Befehlssatz und Protokoll arbeitet.
- Fast SCSI erreicht einen Datendurchsatz von 10 MByte pro Sekunde. Die Geschwindigkeitssteigerung dieser 8-Bit-Variante liegt hierbei in der Verdoppelung des Bustaktes auf 10 MHz.
- Wide SCSI heißt die Vereinbarung, in der der bis dato 8 Bit breite Bus auf 16 Bit erweitert wird. Dies hat ebenfalls eine Verdoppelung der Datenrate auf 10 MByte pro Sekunde zur Folge.
- Fast Wide SCSI ergibt sich konsequenterweise aus der Busbreitenverdopplung des Fast SCSI-Standards von acht auf 16 Bit. Mit Adaptern dieses Typs können somit bereits Datenraten von 20 MByte pro Sekunde bei einem Bustakt von 10 MHz erreicht werden.
- Ultra SCSI verdoppelt den üblichen SCSI-Bustakt und erreicht mit 8 Bit Breite einen Datendurchsatz von 20 MByte pro Sekunde.
- Ultra Wide SCSI beschleunigt den Datentransfer bei einem mit 20 MHz getakteten 16-Bit-SCSI-Bus auf stattliche 40 MByte pro Sekunde.
Alle Controller, der bis hier genannten Spezifikationen können im Single-Ended-Modus betrieben werden. Hierbei werden die Signale auf den Datenleitungen immer gegenüber dem Massepotential abgegriffen. Um Störeinflüssen entgegenzuwirken, dürfen die Kabel gewisse Längen nicht überschreiten.
- Ultra 2 SCSI kann mit einer Taktfrequenz von 40 MHz nur noch im so genannten differentiellen Modus betrieben werden. Hierbei werden durch Subtraktion der auf zwei Leitungen entgegengesetzt polarisiert übertragenen SCSI-Signale Störungen quasi herausgekürzt, da diese auf beiden Leitungen gleiche Polarität aufweisen. Dieser Standard erreicht bei 8 Bit einen Datendurchsatz von 40 MByte pro Sekunde.
- Ultra 2 Wide SCSI verfügt bei einem 16 Bit breiten Bus somit über eine Transferrate von bis zu 80 MByte pro Sekunde.
- Ultra160/m-SCSI verspricht Datentransfer von 160 MByte pro Sekunde. Führende Hersteller von Computersystemen und Speicherprodukten kündigten Ende September 1998 das Ultra160/m-SCSI an. Die Speichermedien bringen laut Adaptec einen Datendurchsatz von 160 MByte pro Sekunde und bewegen damit die Daten doppelt so schnell wie Medien mit Ultra2-Wide-SCSI. Die neue Schnittstelle soll verbesserte Managementfähigkeiten aufweisen und wie SCSI 3 auch voll kompatibel zu Ultra2-SCSI sein.
Analysten erwarten von Ultra160/m-SCSI eine schnelle Verbreitung der parallelen SCSI-Technologie in den Bereichen Windows NT und Unix Workstations, Video und Web Server und Storage Area Networks. Nach Einschätzung der International Data Corporation wird der Marktanteil von parallelem SCSI 1999 mehr als 80 Prozent im Markt für High-End-Laufwerke erreicht haben.
Ultra160/m verdoppelt nicht nur die Ultra2-SCSI-Datentransferrate, sondern testet und verwaltet auf intelligente Art und Weise das Speicher-Netzwerk, so dass immer mit der höchsten, verlässlichen Datentransferrate gearbeitet wird. Ist diese Zuverlässigkeit nicht gewährleistet, läuft der Datentransfer problemlos mit niedrigeren Transferraten weiter, wie es auf ähnliche Weise auch bei Modem- und Faxverbindungen geschieht.
- Ultra 3 Wide SCSI umfasst die folgenden Hauptkomponenten
- Double-Edge Clocking:
Verdoppelt die Übertragungsgeschwindigkeit auf 160 MByte/s, ohne die Taktfrequenz zu erhöhen (wie bei Ultra2 SCSI 40 MHz). - Domain Validation:
Überprüft permanent alle Geräte am SCSI Bus und stellt sie automatisch auf die optimale Ubertragungsgeschwindigkeit ein. - CRC (Cyclic Redundancy Check):
Verbessert die Datensicherheit gegenüber dem bisherigen Parity-Check. - Quick Arbitration and Select:
Reduziert die Connect/Disconnect-Zeiten auf dem SCSI-Bus. - Packetization:
Verkleinert den Protokoll-Overhead und erhöht dadurch die für Nutzdaten verfügbare Bandbreite
- Double-Edge Clocking:
Zusammenfassung der wichtigsten SCSI-Standards:
| SCSI- Bezeichnung |
Übertragungs- rate (MByte/s) |
Anzahl der Daten- leitungen |
Kabellänge in Meter |
Anzahl der Geräte |
| SCSI 1 | 5 | 8 | 6 | 7 |
| SCSI 2 | 5 | 8 | 6 | 7 |
| Fast SCSI | 10 | 8 | 3 | 7 |
| Wide SCSI | 20 | 16 | 6 | 15 |
| Ultra SCSI | 20 | 8 | 1,5 | 7 |
| Ultra Wide SCSI | 40 | 16 | 1,5 | 15 |
| Ultra2 Wide SCSI | 80 | 16 | 12 | 15 |
| Ultra 160 SCSI | 160 | 16 | 12 | 15 |
| Ultra3 SCSI | 160 | 16 | 12 | 15 |
| Ultra 320 SCSI | 320 | 16 | 12 | k.A. |
| Ultra 640 SCSI | 640 | k.A. | k.A. | k.A. |
Ein SCSI-Controller fungiert als Bindeglied zwischen dem SCSI- und dem PCI-Bus und stellt ein Gerät am PCI-Bus dar. Dieser war ursprünglich mit 33 MHz getaktet und 32 Bit breit, was zu einer theoretischen Bandbreite von 133 MByte/s führt(e). Das Problem dabei ist, dass die Daten meist zweifach übertragen werden. Beispielsweise von der Festplatte in den Hauptspeicher und von dort aus wiederum über den PCI-Bus beispielsweise an eine Netzwerkkarte. Spätestens hier wird der PCI-Bus zum Flaschenhals des Gesamtsystems. Doch Abhilfe schaff(t)en die Nachfolger des Original-PCI-Busses - z.B. 64-Bit-PCI. Dieser verkraftet 266 MByte/s, was zumindest vorläufig genügt(e).
Grundlegendes / Host-Adapter:
Obwohl sich der SCSI-Standard seit seiner Einführung 1981 grundlegend verändert hat, ist es gelungen, die einzelnen Standards untereinander kompatibel zu halten. Dies beruht darauf, dass mit dem SCSI-1-Standard ein Grundgerüst errichtet wurde, dass in den nachfolgenden Standards zwar erweitert, aber nie verändert wurde.
So kommunizieren die SCSI-Geräte auch heute noch asynchron (d.h. ohne festen Takt), wie es bei SCSI-1 vorgesehen war, um die weiteren Übertragungs-Parameter auszuhandeln. Zur eigentlichen Datenübertragung schalten Geräte ab dem SCSI-2-Standard in einen schnelleren, synchronen Übertragungs-Modus. Der Pferdefuss an der Sache sei der Abwärtskompatibilität geschuldet - Der Bus arbeitet immer nach dem Standard das langsamsten Gerätes. So schickt auch eine ultra-schnelle Festplatte ihre Daten nur mit 5 MB pro Sekunde, wenn ein SCSI-1-Gerät am Kabel-Strang hängt.
Der Hostadapter ist die Schnittstelle zwischen den SCSI-Gräten und dem "eigentlichen" Computer. Die meisten SCSI-Adapter besitzen Anschlussstecker sowohl für interne als auch für externe Geräte, nur einige Adapter, besonders solche, die Scannern beigelegt werden, besitzen nur eine externe Schnittstelle. Des weiteren gibt es einige Geräte, die eine externe und zwei interne Anschlussmöglichkeiten bieten. Normalerweise ist es aber nur möglich, an zwei von diesen Anschlüssen auch Geräte zu betreiben, dazu nachher mehr.
Bei SCSI gibt es drei verschiedene Übertragungs-Modi: Single Ended (SE), High Voltage Differential (HVD) und Low Voltage Differential (LVD). SE wurde schon bei den ersten Geräten eingesetzt, es ist relativ störanfällig, daher ist auch die Kabellänge bei höheren Geschwindigkeiten stark begrenzt. Des weiteren gilt, dass zwischen den Geräten ein Mindestabstand von 30 cm bestehen muss. (Natürlich nicht Luftlinie, sondern auf dem Kabel!) Bei SE-SCSI werden die Daten "ganz normal" über die Drähte im Kabel geschickt. Wegen der hohen Störanfälligkeit findest SE nur bis zum Ultra-Wide-Standard Anwendung.
Für schnellere Übertragungen wurde LVD entwickelt. Die Kabel dürfen bis zu 12 m lang sein, was sämtliche diesbezügliche Probleme lösen dürfte. Das Prinzip ist recht einfach: Statt wie bei SE jeweils eine stromdurchflossene Datenleitung mit einer Masse-Leitung in Verbindung zu setzen, wird bei LVD sowohl auf der Daten- als auch auf der Masse-Leitung ein Signal übertragen. Die Differenz aus diesen beiden Signalen stellt dann schließlich die verschickten Daten (0 oder 1) dar. Da die Signalverzerrungen sowohl auf die Daten- als auch auf die Masse-Leitung wirken, bleibt die Differenz der beiden Signale gleich, was zu der bereits erwähnten Stör-Sicherheit führt. LVD kann übrigens hinab bis zu Geräten, die nach dem SCSI-1-Standard arbeiten, benutzt werden.
Ähnlich wie LVD arbeitet HVD, allerdings ist der Einsatz von HVD teuer, da mit wesentlich höheren Spannungen gearbeitet wird. Die Möglichkeit mit HVD bis zu 25 m lange Busse aufzubauen reichte nicht dazu aus, HVD zum Durchbruch zu verhalfen.
Terminatoren und Bus-Strukturen:
Um Signalverzerrungen, die durch Reflexion an den Kabelenden entstehen können, zu vermeiden, müssen beide Enden des SCSI-Busses "terminiert" sein, d.h. sie müssen mit einem Abschlusswiderstand versehen sein. Es gibt dabei aktive und passive Terminatoren, die passiven sind einfach nur ohmsche Widerstände (132 Ohm), die aktiven werden mit einer Spannung von 2,85 V versorgt und besitzen einen Widerstand von 110 Ohm. Eine andere, modernere Art der aktiven Terminatoren sind die SE/LVD-Terminatoren. Sie sind sowohl für den LVD und Single-Ended-Betrieb geeignet.
Der Bus selbst muss immer eine Kette von aneinander gehängten SCSI-Geräten sein. Hierbei muss jeweils das letzte Gerät terminiert werden. In diesem Zusammenhang existieren generell zwei (oder auch drei, kommt drauf an, wie man zählen will) Möglichkeiten des Bus-Aufbaus:
Nur interne oder externe Geräte:
Diese Konstellation kommt zum Beispiel dann vor, wenn sich im PC ein Hostadapter befindet, an dem entweder ein oder mehrere interne (CD-Brenner, Festplatte) oder externe Geräte (Scanner, Streamer) angeschlossen sind. Hierbei müssen der Hostadapter selbst und das Gerät, dass sich am Ende des Kabels befindet, terminiert werden.
Interne und externe Geräte:
In diesem Fall darf der Hostadapter nicht terminiert werden, dafür muss aber wieder jeweils das letzte Gerät in der Kette terminiert werden.
Dazu muss man noch folgende Dinge bemerken: Prinzipiell ist es möglich, ein Kabelende "lose" im Gehäuse hängen zu lassen (also ohne Gerät), allerdings muss dann dieses Ende mit einem speziellen Terminator gesichert werden, von den Geräten an diesem Kabel darf dann keines terminiert werden. Interne Geräte werden im Übrigen meist durch das Setzen eines Jumpers terminiert. Die meisten Host-Adapter besitzen heute die Fähigkeit, selbst zu entscheiden, ob sie terminiert sein müssen oder nicht, diese Funktion nennt sich "Auto-Term", daher braucht man sich um den Host-Adapter normalerweise keine Sorgen zu machen. Es ist also nicht nötig, an der Konfiguration etwas zu verändern, wenn man nur "mal eben" einen Scanner anschließen möchte. Bei externen Geräten muss normalerweise ein spezieller Terminator (der hoffentlich beigelegt ist) auf eine SCSI-Buchse gesetzt werden, um den Bus abzuschließen.
Ein Sonderfall, den es sich zu betrachten lohnt, stellen Hostadapter mit einem externen und zwei internen Anschlüssen dar. Im Normalfall können nur zwei der insgesamt drei Anschlussmöglichkeiten genutzt werden, wobei wieder gilt, dass das jeweils letzte Gerät am Kabel terminiert sein muss. Durch technische Tricks ist es allerdings mittlerweile möglich, bei einigen Host-Adaptern von Adaptec alle drei Anschlüsse gleichzeitig zu nutzen.
Benötig werden solche Dreifach-Adapter vor allem, um Geräte verschiedener SCSI-Standards gleichzeitig ohne Leistungseinbußen zu betreiben, dazu im nächsten Absatz mehr.
Kabel und Pin-Belegungen:
Entsprechend zu den Busbreiten (8 und 16 Bit) gibt es auch passende Kabel mit 50 bzw. 68 Polen. Nun mag man sich fragen, warum man für 8 parallel zu übertragende Bits 50 Adern nötig sind. Nun, zuerst einmal gehört zu jeder Daten-Leitung eine Masse-Leitung, macht schon 16 Adern. Die anderen Adern sind für Steuer- und Statusbefehle nötig.
Bei einigen alten Scannern hat man sich einige nicht elementar wichtigen Leitungen gespart (eine statt acht Masse-Leitungen, auch andere Leitungen fielen dem Sparzwang zum Opfer), so dass man auf eine Kabelstärke von 25 Adern kam. Dies ging aber nur so lange gut, wie die Datenraten nicht zu hoch waren, da durch diese Sparmaßnahmen natürlich die Signalqualität litt.
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Externe, 50-polige Buchse |
Interner, 50-poliger Flachkabel-Anschluss |
Pin-Belegung
| Pin | Aufgabe | Pin | Aufgabe | Pin | Aufgabe | Pin | Aufgabe | Pin | Aufgabe |
| 1 | Masse | 11 | Masse | 21 | Masse | 31 | Masse | 41 | Masse |
| 2 | Datenbit 0 | 12 | Datenbit 5 | 22 | Masse | 32 | Attention | 42 | Message |
| 3 | Masse | 13 | Masse | 23 | Masse | 33 | Masse | 43 | Masse |
| 4 | Datenbit 1 | 14 | Datenbit 6 | 24 | Masse | 34 | Masse | 44 | Select |
| 5 | Masse | 15 | Masse | 25 | Frei | 35 | Masse | 45 | Masse |
| 6 | Datenbit 2 | 16 | Datenbit 7 | 26 | Term-Power | 36 | Busy | 46 | Control Data |
| 7 | Masse | 17 | Masse | 27 | Masse | 37 | Masse | 47 | Masse |
| 8 | Datenbit 3 | 18 | Prität | 28 | Masse | 38 | Acknowledge | 48 | Request |
| 9 | Masse | 19 | Masse | 29 | Masse | 39 | Masse | 49 | Masse |
| 10 | Datenbit 4 | 20 | Masse | 30 | Masse | 40 | Reset | 50 | Input/Output |
SCSI vs. IDE:
Eine Frage, die immer wieder die Geister spaltet und unter anderem auch in Newsgroups immer wieder wahre Glaubenskriege auslöst, ist die nach dem besseren Anschluss für Massenspeicher. Ich werde mich daher hüten, eine absolute Aussage zu diesem Thema zu treffen. Ich werde aber die Vor- und Nachteile der beiden Systeme erläutern und letztendlich darlegen, welches System für wen geeignet ist.
| E-IDE | SCSI | |
| Maximalgeschwindigkeit | 66 MB/sec | 160 MB/sec |
| Anschließbare Geräte | 2 pro Port (normal: 4 im PC) | 7 - 15 Geräte |
| Kosten | gering (keine Zusatz-Kosten | Kosten für Adapter, Geräte sind teurer als IDE |
| Störanfälligkeit | hoch | gering (je nach Standard) |
| Flexibilität | nur interne Massenspeicher | auch externe Geräte möglich |
| Ressourcenverbrauch | 2 IRQs für vier Geräte (mit speziellem Controller lässt sich das umgehen) | 1 IRQ für den Host-Adapter |
Aus dieser Tabelle kann man eindeutig ersehen, dass SCSI das "professionellere" System ist. Allerdings heißt dies nicht, dass alle Profis SCSI und alle "normalen" Nutzer IDE verwenden. So ist es zum Beispiel auch für Power-User wenig sinnvoll, SCSI-Festplatten zu benutzen, denn sie sind oft doppelt so teuer wie IDE-Platten, obwohl es keinen Geschwindigkeitsvorteil gibt. Die höhere Datendurchsatz-Rate des SCSI-Busses kommt nur bei so genannten RAID-Systemen zum Tragen. Dabei werden (vereinfacht gesagt) mehrere Festplatten gleichzeitig angesprochen, so dass sich ihre Datenströme addieren. Mit IDE ist das nur über große Umwege möglich.
Für Otto-Normal-User kann SCSI aber auch interessant werden, vor allem wenn es um den Anschluss von Scannern oder CD-Brennern geht. Da die CPU-Belastung bei Zugriffen auf SCSI-Geräte geringer ist als bei IDE-Geräten, ist die Wahrscheinlichkeit eines abgebrochenen Brennvorganges wesentlich kleiner. Außerdem können auf einem IDE-Port nicht gleichzeitig Daten gelesen und geschrieben werden, was besonders beim CD-Kopieren hinderlich ist, da diese Problematik natürlich eine potenzielle Fehlerquelle ist.
Des weiteren ist SCSI anzuraten, wenn besonders viele Laufwerke benötigt werden. Da man normalerweise nur vier Geräte an einem Rechner betreiben kann, ist IDE nicht gerade aufrüst-freundlich.
Damit kann man abschließend sagen, dass SCSI für Festplatten vor allem im Server-Einsatz sinnvoll ist. Bei normalen Workstations ist E-IDE oder ein Mischbetrieb beider Systeme die beste Wahl.
Begriffe rund um SCSI:
Arbitrierung / Priorität:
Eine Instanz, die regelt, welches Gerät (Festplatte, CD-Rom, Scanner,...) den Bus als nächstes nutzen darf. Dazu haben alle am SCSI-Bus angeschlossenen Geräte eine eindeutige ID. Die Priorität nimmt ihrer Reihenfolge nach ab: Die höchste Priorität besitzt ID 7, die niedrigste ID 0; bei Wide-SCSI folgt darunter noch die ID 15 herab bis zur niedrigsten ID 8.
ASPI:
Abkürzung für "Advanced SCSI Programming Interface" also "erweiterte SCSI- Programmierschnittstelle" (früher stand "ASPI" für "Adaptec SCSI Programming Interface") • So oder so handelt es sich um eine von Adaptec entwickelte SCSI-Softwareschnittstelle für den Zugriff von Applikationen (Software) auf SCSI-Geräte. Damit möglichst alle Programme und Computer mit diesen Geräten zusammenarbeiten können, wurde ASPI als Standard für die PC-Welt auf breiter (Hersteller-)Front akzeptiert. Die entsprechenden gerätespezifischen Treiber heißen "ASPI-Treiber".
CAM:
Abkürzung für "Common Access Method" • CAM definiert wie ASPI eine Software-Schnittstelle von Future Domain zur Einbindung von SCSI-Geräten. CAM ist inzwischen mehr unter Unix relevant, als in der PC/Windows-Welt.
Command queuing:
Erhöhte Funktionalität ab SCSI-2-Standard. Es können mehrere Befehle zur gleichen Zeit abgearbeitet beziehungsweise in eine Warteschlange gestellt werden.
Datenübertragung (asynchron / synchron):
Bei der asynchronen Datenübertragung über den SCSI-Bus sendet der Initiator eine Datenanforderung (REQ, request) und wartet auf eine Bestätigung (ACK, acknowledgement). Dann wird die Verbindung zwischen den Geräten aufgenommen.
Die synchrone Übertragung verbessert den Datendurchsatz durch Aneinanderreihung mehrerer Anfrage-Impulse (die Anzahl ist allerdings begrenzt), ohne auf die Bestätigung (ACK) zu warten.
LUN:
Abkürzung für "Logical Unit Number" • Jedes SCSI-Gerät (Festplatte, CD-Roms, Controller,...) hat mindestens eine, maximal bis zu acht Logical Unit Numbers. Eine SCSI-ID wird dabei in mehrere Unterkomponenten unterteilt: Ein SCSI-Controller beispielsweise, an dem etwa drei Laufwerke hängen, erhält drei LUNs. Andererseits lassen sich so auch mehrere Geräte unter einer ID zusammenfassen, etwa in RAID-Systemen.
SCAM:
Abkürzung für "SCSI Configured Automatically" • Was in der Windows-Welt mit dem Namen Plug-and-Play (PNP) ausgedrückt wird, sind Konzepte, die es in der SCSI-Welt bereits seit Anfang der 80er Jahre gibt.
Unter SCAM versteht man die automatisch/magische Konfigurierung beim Einschalten der Geräte:
- Dazu wer alle Adressen abgefragt.
- Sofern Geräte an den Adressen vorhanden sind, werden diese konfliktfrei mit Identitätsadressen und anderen Zuweisungen belegt.
Im SCSI-Konzept waren von Anfang an Mechanismen zur Abfrage und zur Einstellung der Betriebsparameter der Geräte vorgesehen. Diese Funktion wurde aber lange Zeit nur zur Abfrage des Hersteller- und Modellnamens verwendet. Schaltbare Abschlusswiderstände (Terminatoren) und andere benötigte Funktionen wurden früher, weil zu teuer nicht eingebaut. Das eigentliche Hemmnis für die Anwendung von PNP war aber das Fehlen entsprechender Funktionen in den Betriebssystemen der Rechner. Heute sind diese Funktionen in den neueren Windows-Versionen eingebaut.
Single-ended und differential SCSI:
Der single-ended SCSI-Bus (unsymmetrisch) ist die ursrpüngliche Ausführung. Danach darf das Kabel maximal sechs Meter lang sein (SCSI-1). Die Differential-SCSI-Lösung (symmetrisch) nutzt zwei Leitungen für das gleiche Signal. Die Signale entsprechen der Differenz der Spannungspegel der beiden Datenleitungen. Vorteil: Die maximal erlaubte Kabellänge liegt jetzt bei 25 Metern. Single-ended und differential SCSI dürfen nicht gemischt betrieben werden.
Terminator (aktiv und passiv)
An den physikalischen Enden muss der SCSI-Bus abgeschlossen sein. Dazu sind Terminatoren nötig, um Spannungsüberhöhungen und -einbrüche zu verhindern und den Spannungspegel stabil zu halten. Es gibt aktive und passive Terminatoren:
- Die aktiven haben - im Gegensatz zu passiven - einen Spannungsregler eingebaut, der für gleichmäßige Versorgung der Termpower sorgt. Beim unsymmetrischen SCSI-Bus ist die aktive Terminierung für SCSI-2 empfohlen und für Ultra- und Ultra-Wide-SCSI zwingend vorgeschrieben.
- Passive Varianten finden noch bei symmetrischen Schnittstellen Einsatz, da hier die Leitungsqualität eine aktive Terminierung verzichtbar macht.






















