Es wird bunt in der Windows-Welt. Windows Vista ist der Name des Nachfolgers des Betriebssystems Windows XP der Firma Microsoft (Vista = Blick, Sicht, Perspektive, Entwicklungsname Longhorn, bekannt nach einer Bar in der Nähe des Skiorts Whistler-Blackcomb). Die interne Versionsnummer lautet NT 6.0. Es wurde ursprünglich Ende 2006 für den Verkauf erwartet und sollte als Zwischenschritt zwischen Whistler (Windows XP) und der übernächsten Version Vienna (ehemals Blackcomb) dienen. Allerdings entwickelte sich Longhorn langsamer als ursprünglich von Microsoft erhofft. Die Entwicklung des Betriebssystems dauerte ganze 5 Jahre. Nach zwei Betaversionen stand wurde am 06. September 2006 die RC1 (Release Candidate) veröffentlicht (Vista Build 5600). Im November 2006 erschien Vista für Firmenkunden. Für Privatkunden stand Vista ab dem 30.Januar 2007 zur Verfügung.
Vista bietet viele Neuerungen, grafische Finessen und Sicherheitskonzepte. Darunter ein neues Treiberkonzept und eine neue Oberfläche mit 3D-Outfit. Fenster oder Icons oder die Spiele: alles ist in 3D gehalten. Selbst das Kartenspiel "Solitär" hat einen "empfohlenen" Leistungsindex von 2.0. Dadurch werden so einige einfachere Grafikkarten an ihre Grenzen stoßen und im wahrsten Sinne des Worten heißlaufen. Vista ist, wenn man es so will, ein großes 3D-Spiel.
Die Versionen:
Â
| |
|
 |
|
|
|
| |
Home Basic
|
Home Premium
|
Ultimate
|
Business
|
Enterprise
|
CPU Unterstützung (unabhängig der Anzahl der Kerne) |
1
|
1
|
2
|
2
|
2
|
| Maximaler Arbeitsspeicher (32-Bit) |
4 GB
|
4 GB
|
4 GB
|
4 GB
|
4 GB
|
| Maximaler Arbeitsspeicher (64-Bit) |
8 GB
|
16 GB
|
128+ GB
|
128+ GB
|
128+ GB
|
| Bitlocker (Dateisystem- verschlüsselung) |
|
|
|
|
|
| Aero Oberfläche (Glass) |
|
|
|
|
|
| Taskbar Live-Vorschau |
|
|
|
|
|
| Windows Media Center |
|
|
|
|
|
| Windows Movie Maker |
|
|
|
|
|
| Windows DVD Maker |
|
|
|
|
|
| Jugendschutz |
|
|
|
|
|
| Premium Spiele |
|
|
|
|
|
| Windows Ultimate Extras |
|
|
|
|
|
| Remotedesktop (Host) |
|
|
|
|
|
| Windows Teamarbeit |
Zuschauen
|
|
|
|
|
| Netzwerk Projektor |
|
|
|
|
|
| IIS 7.0 Web Server |
|
|
|
|
|
| Gruppenrichtlinien |
|
|
|
|
|
| Domänenbeitritt |
|
|
|
|
|
| Dateisicherungsassistent |
|
|
|
|
|
| Dateien Offline verfügbar machen |
|
|
|
|
|
| Volumenschattenkopien |
|
|
|
|
|
| Windows Fax |
|
|
|
|
|
| Tablet-PC Support |
|
|
|
|
|
| Windows Mobility Center |
eingeschränkt
|
eingeschränkt
|
|
|
|
Windows SideShow (externes Display) |
|
|
|
|
|
| |
Home Basic
|
Home Premium
|
Ultimate
|
Business
|
Enterprise
|
Es gibt auch noch eine Starter-Version. Die Starter-Version ist für Entwicklungsländer gedacht. Hier können zum Beispiel nur 3 Programme gleichzeitig ausgeführt werden. Die Versionen erscheinen, mit Ausnahme der Starter Edition, jeweils in einer 64-Bit- und einer 32-Bit-Variante.
Die Versionen "Home", "Home Premium" und "Ultimate" sind gedacht für Privatkunden, die Versionen "Business" und "Enterprise" für Firmen und Unternehmen.
Die Versionen für den europäischen Markt unterscheidet Microsoft wie schon bei Windows XP noch als "N-Editionen". Die EU-Wettbewerbskommission hatte Microsoft vorgeschrieben, auf ein Bundling des Betriebssystems mit dem Windows Media Player zu verzichten, um Konkurrenten im Multimediabereich nicht zu benachteiligen.

Neuerungen:
- Sicherheitskonzept
- 32 Bit und 64 Bit-Versionen (bis auf Starter-Version)
- Windows Media Player 11
- Internet Explorer 7
- neue 3D-Icons
- automatische Defragmentierung von Festplatten
- DirectX 10. Durch DirectX Version 10 werden die Aufgaben zwischen der CPU und der GPU (Prozessor der Grafikkarte) neu verteilt. Für die grafische Darstellung von Objekten oder Oberflächen ist allein die GPU zuständig und entlastet damit die CPU. Hierdurch können Prozesse erheblich beschleunigt werden.
- IPv6-Unterstützung.
- verbesserte Speicher- und Prozessverwaltung
- Neue Spiele (zum Beispiel Mahjong, Schach, Li-La-Land)
- Neue Anwendungen (zum Beispiel Kalender, Windows Teamarbeit, Backup, Windows Defender (Schutz vor Malware)
- Neues Installationsprogramm, soll durch Verwendung einer Image-Technik die Installation von Windows Vista in etwa 20 bis 30 Minuten ermöglichen.
- AERO: Bei der neuen Benutzeroberfläche werfen die Anwendungsfenster mit halbtransparenten Rahmen Schatten.
- Verbesserte Suchmöglichkeiten.
- User Account Control: Verbesserte Rechte- und Benutzerkonten-Verwaltung, die das Arbeiten ohne Administrator-Rechte erleichtern soll, um die Sicherheit zu erhöhen.
- Jugendschutz: Programme können gesperrt oder zeitlich begrenzt werden, Internetseiten können gesperrt werden.
- Microsoft Gadgets: kleine spezialisierte Hilfs-Applikationen, die entweder auf dem Desktop oder in einer Sidebar eingebunden werden können und beispielsweise Informationen über Nachrichten, das Wetter und ähnliches anzeigen.
- Outlook Express wird ersetzt durch "Microsoft Windows Mail"
- Mehrere Uhrzeiten aus verschiedenen Zeitzonen können angezeigt werden.
- Ein neu entwickeltes Hilfesystem namens AP Help, das auf XML basiert.
- Schneller Bootvorgang bei Hybrid-Festplatten mit nicht-flüchtigem Flash-Speicher.
- Volle Unterstützung für das NX-Bit von Prozessoren zum Schutz vor Pufferüberläufen.
- Unterstützung von RAW-Bilddaten, wie sie von Digitalkameras erzeugt werden.
- Benutzen von Videoprojektoren über das Netzwerk.
- Spracherkennung
- schnelleres Beenden von festgefahrenen Prozessen (bei Programmabstürzen wegen Endlosschleife).
- Unterstützung von symbolischen Links.
minimale Systemvoraussetzungen für Vista:
- Pentium 3 mit 800 MHz (1,5 - 2 GHz empfohlen, bei Ultimate 3 GHz)
- 512 MB Arbeitsspeicher (empfohlen 1 GB, für die 64 Bit-Version 2 GB). Dabei sollte der Arbeitsspeicher möglichst schnell sein.
- 10 GB Festplattenspeicher (allein die Roh-Installation des Systems benötigt ca. 5 GB)
- HDCP-kompatible Grafikkarte und Monitor, um HD-Videos in voller Qualität sehen zu können (ohne HDCP wird die Qualität automatisch heruntergesetzt)
- DVD-ROM Laufwerk
Wie viel Arbeitsspeicher braucht der Rechner:
Vista verlangt 512 MB an Arbeitsspeicher. Mindestens. Die Frage ist nun: Wie viel Speicher benötigt der Rechner wirklich? Ohne 512 MB RAM beginnt die Installation erst gar nicht (ausgenommen Home-Basic). Wer also 512 MB RAM in seinem Rechner beherbergt, aber die Grafikkarte "onboard" sitzt, die mindestens 32 MB an Speicher benötigt, muss seinen Arbeitsspeicher aufrüsten. Wird der Grafikkarte 128 MB zugewiesen, wird die Aufrüstung des Arbeitsspeichers entsprechend ausfallen müssen. Auch wenn die Grafikkarte über 128 MB eigenen Speicher verfügen sollte, bedeutet dies noch nicht, dass auch automatisch der neue Grafikmodus "Aero-Glass" angezeigt werden kann. Wenn das Gesamtsystem die Anforderungen für den "Aero-Glass"-Modus erfüllt, wenn auch knapp, ist die nächste Frage: Für was wird der Rechner eingesetzt? Für Bildbearbeitung (etwa mit Photoshop) oder gar Videobearbeitung sind dann 512 MB Arbeitsspeicher auf jeden Fall zu wenig. Mit dem "Aero-Glass-Modus" geht das System dann in die Knie und wird langsam. Auch die neuesten Spiele benötigen viel an Grafikressourcen. 1 GB Arbeitsspeicher sind dann das Minimum. Besser 1,5 GB. Für die Ultimate-Version sollten es schon 2 GB Arbeitsspeicher sein.
Anforderung an die Grafikkarten:

Der "Aero-Glass"-Modus. Die Fenster sind am Rand halbtransparent. Andere geöffnete Fenster oder der Desktophintergrund sind wie durch "Milchglas" sichtbar.
Aero-Glass-Modus:
Aero steht für Authentic, Energetic, Reflective and Open. Dieser Grafikmodus beinhaltet die Unterstützung für 3D-Grafik, Animation und visuelle Spezialeffekte, die die bestmögliche Oberfläche mit Windows Vista möglich machen. Im Unterschied den früheren Windowsversionen wird die komplette Benutzeroberfläche nicht mehr nur von der CPU, sondern vom bisher weitgehend brachliegenden Grafikchip (GPU) berechnet, was nicht zuletzt die Arbeitsgeschwindigkeit steigern soll. Dieser Grafikmodus benötigt folgende Voraussetzungen:
- 1 GHz 32-Bit (x86) oder 64-Bit (x64)-Prozessor
- 1 GB Arbeitsspeicher
- Eine Grafikkarte mit AGP 8X oder PCI-Express (mit 16 Lanes breitem Bus).
- DirectX-9.0-Unterstützung
- Shader 2.0
- Mindestens 64 MB Grafikkartenspeicher (Bei hohen Auflösungen, ab 1600X1200 Pixel, vollen Details und vielen gleichzeitig geöffneten Fenstern werden 256 MB empfohlen)
- Einen standardkonformen WDDM-Grafiktreiber (Windows Vista Display Driver Model)
Unterstützte Grafik-Chipsätze:
- AMD (früher ATI Technologies): alle ATI-Radeon-Grafikchipsätze ab der X-Serie sowie die Karten der 9000-Serie ab der ATI Radeon 9500.
- Nvidia: alle GeForce-Chipsätze ab der GeForce-FX-Serie.
- Intel: GMA 950, 3000, X3000, X3100.
- XGI: alle Chipsätze der Volari-Serie mit Ausnahme des V3 sowie dessen Derivate V3XE und XP5.
- S3 Graphics: alle Chipsätze der Chrome-Serie.
Â
Aero-Basic:
Dieser Grafikmodus liefert die minimale Hardware-Beschleunigung für die Oberfläche von Vista und ist die Minimalvoraussetzung für neue Systeme.
- Windows-XP-Treiber (WDM), (Vista-Grafiktreiber wird empfohlen)
- mindestens 32 MB Grafikkartenspeicher
- Unterstützung einer Farbtiefe von mindestens 32 Bits per Pixel
- 3D-Hardware-Beschleunigung, die mit DirectX 9 kompatibel ist
- eine Grafikkarte mit AGP 4X oder PCI-Express (mit 8 Bit breitem Bus)
Â
Klassischer Modus:
Dieser Grafikmodus entspricht der Oberfläche von Windows 2000. In diesem Modus wird die Oberfläche von der CPU statt von der Grafikkarte erzeugt. Wenn die Grafik-Hardware die Voraussetzungen nicht erfüllt, läuft das OS automatisch in diesem Modus.
Welche Hardware oder Software funktioniert noch?
Vieles unter Vista läuft anders als unter Windows XP. Einige Hardware funktioniert nur noch eingeschränkt oder wird gar nicht mehr unterstützt. Das liegt auch daran, dass die Hersteller Lizenzen an Vista zahlen müssen. Einige Hersteller verzichten allerdings auf die entsprechende Lizenz. Die User müssen sich dann nach Komponenten umsehen, die vista-lizenziert sind oder sie müssen Einschränkungen in Kauf nehmen. Im schlimmsten Fall wird die Hardware nicht mehr angesprochen. Auf der anderen Seite werden für viel Hardwarekomponenten die entsprechenden Treiber automatisch installiert, ohne dass Treiber des jeweiligen Herstellers installiert werden muss. Das spart viel Zeit und die Suche nach dem richtigen Treiber.
Viele ältere Grafikkarten etwa werden treibermäßig unter Vista nicht mehr unterstützt. Die XP-Treiber funktionieren unter Vista nicht, etwa die Treiber für die älteren Geforce4- oder Atikarten. Die Grafikkarten funktionieren zwar unter Vista, die Treiber sind aber "nur" die Treiber von Microsoft. Ältere Nvidia Geforce4-Karten können damit ihr Leistungspotential nicht mehr ausspielen. Auch andere Schnittstellen auf der Karte, etwa TV-out, werden nicht mehr angesprochen und können daher nicht genutzt werden.

Drucker, sofern von Vista unterstützt, werden von Vista automatisch eingebunden. Hier als Beispiel der HP PSC 1350. Der Vorteil ist, dass keine zusätzliche Software installiert werden muss. Das Gerät wird erkannt und im System eingebunden. Alle Funktionen des Gerätes können genutzt werden. Also auch der Scanner. Es gibt jedoch auch viele Drucker, die nicht oder noch nicht unter Vista unterstützt werden. Dann muss entweder ein entsprechender Treiber vom Hersteller gesucht werden, sofern dieser einen Treiber anbietet. Im schlimmsten Fall wird das Gerät nicht angesprochen und es kann nicht unter Vista genutzt werden.

Das Gleiche gilt auch für Soundkarten. Wer etwa eine ältere Soundblaster Live (Value) besitzt, hat Pech gehabt. Keine Unterstützung mehr. Die Karte bleibt stumm. Auch der Gameport wird nicht mehr angesprochen. Wer also noch einen älteren Joystick sein Eigen nennt, muss sich damit anfreunden, auf ein anderes Exemplar umzusteigen, etwa mit USB.
Die Schnittstelle für diese Soundkarte: das neue DirectX 10.

Andere Soundkarten werden automatisch eingebunden und funktionieren sogar besser als unter Windows XP. Die Einstellmöglichkeiten sind vielseitig.

Sofern der alte Joystick unter Vista nicht mehr unterstützt oder der Gameport auf der Soundkarte nicht mehr angesprochen wird, muss wohl oder übel ein anderer Joystick gekauft werden. Sofern dieser vistaseitig unterstützt wird, wird auch dieser direkt eingebunden, ohne dass ein Treiber des jeweiligen Herstellers installiert werden muss. Alle Einstellungen und die Kalibrierung können vorgenommen werden.
Bluescreen oder Redscreen?
Der Red Screen Of Death (RSoD) ist eine Variante des Blue Screen Of Death, der in Vista eingeführt wird. Als "Red Screen Of Death" werden manchmal aber auch fatale Fehler in neueren Versionen von Lotus Notes bezeichnet. Diese Fehlermeldung erscheint aber nicht wie bei Microsoft Windows Vista im Vollbildmodus, sondern als rote Box mit schwarzem Rahmen.
Entgegen erster Meinungen wird der "Red Screen Of Death" den Blue Screen Of Death in Microsoft Windows Vista nicht ersetzen, sondern ihn in Fällen von "wirklich schlimmen Fehlern" ergänzen, wie z. B. bei Bootloader-Fehlern (siehe auch: Was ist ein Bluescreen?).
Setup:

Das Setup läuft nur im Grafikmodus ab und ist recht unspektakulär. Was bei Vista allerdings spektakulär ist, ist die recht kurze Installationszeit. Diese ist durch eine "Image-Technik" deutlich verkürzt worden. Was allerdings auffällt ist, dass schon das Setup optisch grafisch erheblich verbessert wurde.
Vista unterstützt FAT16 oder FAT32, lässt sich aber selber nur auf einer NTFS-Partition installieren. Das dient der Sicherheit des Systems.

Während der Installation gibt es nur noch wenige Bilder. Die beendeten Bereiche werden einfach abgehakt. Während der Installation werden noch nicht alle Hardwarekomponenten erkannt, etwa verschiedene Netzwerkkarten oder Soundkarten. Selbst einfache Soundblaster-Karten bleiben nach der Installation erst einmal stumm. Erst nach einem Online-Update wurde die Soundkarte erkannt und die entsprechenden Treiber installiert (siehe Teil 5), sofern die Karte unterstützt wird.
K
Während des Setups wird ein Benutzer eingerichtet. Außerdem kann bereits ein Bild für den Benutzer eingerichtet werden. Es ist sogar schon möglich, ein Hintergrundbild für den Desktop zu wählen.
► Hier geht es zum vollständigem Setup von Vista - Bild für Bild
Bootvorgang:

Während des Bootvorgangs ist kein Logo mehr zu sehen. Einfach nur ein schwarzer Bildschirm mit einem Laufbalken. Es ist nicht einmal ersichtlich, dass es sich um Vista handelt.

Windows Vista kann, wie seine Vorgänger auch, sofern es Probleme während des Betriebes oder mit Treibern geben sollte, im abgesicherten Modus gestartet werden. Es gibt auch verschiedene Optionen zum abgesicherten Modus. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Windows "mit der letzten bekannten Konfiguration" starten zu lassen. Hierzu muss die Taste "F8" gedrückt werden, bevor Windows startet, also nach dem Durchlauf vom BIOS. Es gibt jetzt sogar im unteren Bereich eine Beschreibung für die einzelnen Menüpunkte.
â–º weiter zu Teil 2