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ISDN / DSL-Technik
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Telephonie – Telegrafie:
Anfang des 19. Jahrhunderts
gab es erste Experimente mit der Übermittlung von Informationen über elektrische
Leitungen. Einen Durchbruch schaffte jedoch erst der von Samuel Morse erfundene
Telegraphenapparat, bei dem durch die Betätigung eines Tasters beim Sender auf
der Seite des Empfängers ein Elektromagnet eingeschaltet wurde, welcher wiederum
eine Schreibnadel auf einen sich fortbewegenden Papierstreifen drückte. So
entstand eine Folge von Punkten und Strichen, abhängig von der Dauer, die man
den Taster betätigte. Morse erfand dazu noch das nach ihm benannte Alphabet und
so stand der Verbreitung seiner Erfindung fast nichts mehr im Wege.

Als größtes Hindernis erwies
sich die Verlegung der Kabel. Eine unterirdische Verlegung verbat sich, da man
noch keine brauchbare Isolierung gefunden hatte. So spannte man die Kabel
überirdisch zwischen Holzmasten auf. Dort wurden sie anfangs einfach
festgenagelt, was bei Feuchtigkeit zuverlässig zum Zusammenbrechen der
Verbindung führte. Später führte man dann Porzellanisolatoren ein. Das zweite
Problem war das Kabelmaterial selbst: Eisen rostete zu schnell und Kupfer war zu
weich. In Deutschland wurden deswegen ab 1873 die Eisenkabel verzinkt, in
Amerika mit Kupfer beschichtet.
Ab 1842 erkannte man die
Möglichkeiten der Kabelisolation durch Guttapercha, ein aus Singapur
eingeführtes Baumharz. Ab 1847 konnten damit isolierte Kabel industriell
hergestellt werden. Bereits 1849 war in Deutschland das erste Erdkabel fertig ‑
von Berlin nach Frankfurt. Die Isolation wurde jedoch noch regelmäßig Opfer von
Tierverbiss, weshalb Siemens ab 1879 bleiummantelte Kabel einführte. Bereits
1881 gab es ein Reichstelegraphen‑Untergrundnetz mit 5460 km Länge.
Mit den isolierten Kabeln
begannen auch erste Experimente mit Seekabeln. Das erste führte 1850 über den
Ärmelkanal und hielt genau für ein Telegramm, bevor es brach. Dies sollte das
Schicksal der meisten folgenden Seekabelprojekte sein ‑ die meisten brachen
schon bei der Verlegung und konnten meist auch nicht mehr geborgen werden. Ab
1866 gab es dann endlich 3 haltbare Seeverbindungen von Irland nach Neufundland
(Kanada). Informationen benötigten nun nicht mehr Tage über den Atlantik,
sondern nur noch Minuten!
Telephonie:
Das erste Telefon wurde 1861
von dem deutschen Physiker Philip Reis gebaut und vorgeführt, allerdings
funktionierte es noch nicht zufriedenstellend. Ein praktisch nutzbares Telefon
erfand dann 1876 Alexander Graham Bell, der es auch patentierte ‑ zwei Stunden
vor Elisha Gray, der die gleiche Idee gehabt hatte. Zunächst war das Telefon nur
zur Verbindung zweier fester Endgeräte miteinander gedacht. Mindestens eines
davon benötigte eine Stromversorgung, die aufgrund ihrer Unterbringung im
Endgerät "Ortsbatterie" (OB) genannt wurde. Man kann solche Telefone als
Kinderspielzeug auch heute noch kaufen:

Mit dem Aufbau des ersten
öffentlichen Fernsprechnetzes wurde bereits 1877 in Washington begonnen, in
Deutschland stand die erste Vermittlungsstelle 1881 in Berlin. Die
Stromversorgung wurde nun in die Vermittlungsstelle verlegt (Zentralbatterie,
ZB), die Verbindungen wurden manuell über Steckfelder hergestellt. Beide
Gesprächsteilnehmer waren also physikalisch verbunden. Die Anrufsignalisierung
erfolgte über eine Glocke. Dazu musste der Anrufer eine Kurbel drehen, wodurch
eine Wechselspannung induziert und zum Empfänger übertragen wurde.

Mit dem nächsten Schritt
wurde im Jahre 1892 begonnen. Durch die rasch anwachsende Zahl von
Telefonanschlüssen wurden immer mehr "Fernsprechgehilfinnen" benötigt. Man
versuchte also die Vermittlungstätigkeit zu automatisieren. Die erste
automatische Vermittlungsstelle in Deutschland wurde 1908 in Schwabing
installiert. Nach und nach wurden so alle manuellen Vermittlungsstellen
abgelöst. Ab 1923 konnten die Teilnehmer selbst wählen, die letzten Ortsnetze
wurden aber erst 1972 auf diesen Dienst umgestellt.
Die Vermittlungstechnik
basierte in der Anfangszeit noch auf Elektromechanik, hauptsächlich so genannten
Drehhebelwählern. Diese werden bei der Anwahl von den Wählscheibenimpulsen
gesteuert, die Verbindung dadurch noch während des Wählvorgangs sukzessive
durchgeschaltet.
Seit 1982 setzt die
Bundespost (heute Telekom) bei Neuinstallationen nur noch digitale
Vermittlungsstellen ein. Hier werden die Wählsignale der angeschlossenen
Telefone von einem Computer entgegengenommen. Der sucht einen Weg durchs Netz
bis zum Angerufenen und übernimmt dann die Signalisierung. Die Sprache wird
direkt in der Ortsvermittlungsstelle digitalisiert und in Form von Datenpaketen
zur Ortsvermittlungsstelle des Gesprächspartners transportiert. Dort erst werden
wieder Analogsignale daraus, die zum Telefon übertragen werden. Bei dieser
Technik ist es ein Leichtes, die A/D‑ und D/A‑Wandlung von der
Vermittlungsstelle zum Endgerät zu verlagern und auch zum Anschluss des Kunden
digitale Signale zu liefern, So funktioniert dem Grundprinzip nach das ISDN.
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