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ISDN
Die Vorbereitungen für ISDN begannen in Deutschland
um 1982, die ersten regulären Anschlüsse gab
es ab 1988 in einigen Großstädten. Damit war
Deutschland international in einer Spitzenposition.
Allerdings setzte sich der von der Bundespost
favorisierte Standard "lTR6" europaweit nicht
durch, weswegen auch in Deutschland seit 1993
das als "DSSl" genormte Euro‑ISDN eingesetzt
wird. Die wenigen verbliebenen 1TR6‑Anschlüsse
werden im Moment noch weiter betrieben, ein
Abschalttermin wurde bereits mehrfach angekündigt
und dann doch wieder verschoben. Allerdings
werden bereits seit etlichen Jahren keine neuen
Anschlüsse nach 1TR6 mehr gelegt.
ermöglicht den direkten Anschluss von digital
arbeitenden Geräten an das Telefonnetz. Da so
wesentlich vielfältigere Dienste über einen
Anschluss realisiert werden können, spricht
man vom "dienstintegrierenden Netz". Es löste
damit zahlreiche Vorgängernetze ab, die Datendienste
bereitstellten, z.B. Datex ‑ P (X.25, paketvermittelndes
Netz), DDV (Daten Direktverbindung, eine digitale
Standleitung), Telex und Teletext. Heute wird
ISDN neben der Telefonie hauptsächlich für die
Einwahl ins Internet, zur Verbindung von EDV‑Geräten
untereinander oder zur Koppelung von LANs verwendet.
Einige der für ISDN vorgesehenen Anwendungen,
z.B. ISDN‑Faxe und Bildtelefonie existieren
zwar, fanden aber zumindest bisher keine große
Verbreitung.
Der normale ISDN‑Anschluss stellt zwei Datenkanäle
(B‑Kanäle) mit je 64 Kbit/s bereit, die mit
verschiedenen aber auch der gleichen Gegenstelle
verbunden sein können. Hinzu kommt noch ein
Kanal (D‑Kanal) mit 16 Kbit/s, der ausschließlich
der Signalisierung dient. Darüber wird z.B.
die anzurufende Telefonnummer übermittelt. Gegenüber
einem analogen Telefonanschluss bietet ISDN
einige Komfortmerkmale:
-
Anzeigen der Rufnummer des Anrufers
-
Übermittlung von Gebühreninformation
-
Anruf Weiterschaltung
-
3er Konferenz
-
Anklopfen
Beim früheren nationalen ISDN (1 TR6) erhielt
jeder Teilnehmer eine Rufnummer, die dann für
die angeschlossenen Geräte um eine Stelle ergänzt
wurde, die so genannte EAZ (Endgeräte Auswahlziffer).
Dies wurde im Euro‑ISDN dadurch ersetzt, dass
jeder Teilnehmer drei verschiedene Rufnummern
mit seinem Anschluss erhält, die jedoch nicht
zwingend aufeinanderfolgend sind. Diese heißen
MSN (Multiple Subscriber Number). Weitere Nummern
können zusätzlich bestellt werden.
Der ISDN‑Anschluss wird in Form eines Netzabschlusses
(NT, Network Terminator) geliefert. Dabei handelt
es sich um eine kleine Box mit Schraubklemmen,
zwei RJ45‑Anschlüssen und einem Netzkabel. Bei
Neuanschlüssen wird direkt ein NT von der Telekom
geliefert, bei der Umstellung eines bestehenden
Telefonanschlusses erhält man den NT zugesandt
und kann ihn selbst an der bestehenden Telefondose
einstecken. Das Netzkabel am NT muss nur eingesteckt
werden, wenn Geräte ohne eigene Stromversorgung
angeschlossen werden sollen (z.B. Telefon ohne
eigenes Netzteil). Bei Anschluss z.B. eines
PCs mit ISDN‑Karte oder eines ISDN ‑ Routers
kann darauf verzichtet werden.
ISDN‑Standleitung:
Hier werden zwei Teilnehmer fest miteinander
verbunden, wahlweise mit 64 oder 128 Kbit/s.
Die Datenverbindung steht permanent, es ist
also nicht möglich, einen anderen Teilnehmer
anzuwählen. Diese Variante wird normalerweise
für Weitverkehrsverbindungen geringer Bandbreite
benutzt. Sind zwei
Endgeräte in mehr als 20‑30% der Zeit miteinander
verbunden, ist eine Standleitung normalerweise
günstiger als eine Wählverbindung. Zudem fallen
bei einer Standleitung naturgemäß die Verzögerungen
beim Verbindungsaufbau weg. Telefonanlagenanschlüsse:
Eine Telefonanlage mit z.B. 50 Teilnehmern in
einer Firma mit "normalem" Gesprächsaufkommen
benötigt ca. 6 ‑ 8 Leitungen nach draußen, da
normalerweise nie mehr Gespräche gleichzeitig
stattfinden. Dafür gibt es spezielle
ISDN-Anschlüsse
mit je zwei Amtsleitungen, die als Anlagenanschlüsse
zusammengeschaltet werden und dann wie ein einzelner
ISDN Anschluss mit entsprechend mehr Leitungen
funktionieren. Diesen wird normalerweise ein
ganzer Rufnummernblock mit zwei oder drei Stellen
zugewiesen.
Primärmultiplexanschlüsse:
Hier werden 30 ISDN‑Kanäle zusammengefasst.
Sie können dann entweder für eine größere Telefonanlage
als Anlagenanschluss
genutzt
oder als Standleitung mit einer Bandbreite von
2 Mbit/s eingesetzt werden.
Telefonanlagen:
Telefonanlagen sind heute typischerweise ans
ISDN angeschlossen. Für den SOHO Bereich (Small
Office, Home Office) genügt hier ein normaler
ISDN‑Anschluss, für mittelgroße Anlagen werden
mehrere ISDN‑Anlagenanschlüsse zusammengefasst.
Ab vier derart zusammengefassten NTs kostet
ein Primärmultiplexanschluss bei wesentlich
größerer Leistungsfähigkeit etwa gleich viel
und ist demzufolge meist vorzuziehen.
Große Unterschiede ergeben sich bei den an der
Telefonanlage angeschlossenen Endgeräten. Im
SOHO ‑ Bereich sind dies meist analoge Telefone,
die die Komfortfunktionen von ISDN nur unvollständig
nutzen können. Für die Rufnummernanzeige gibt
es allerdings mittlerweile einen Standard für
Analogtelefone namens "Clip", den auch einige
Telefonanlagen beherrschen. Die Gebühreninformationen
speichert die Telefonanlage und macht sie dann
über eine PC Schnittstelle verfügbar.
Dasselbe gilt auch für manche größeren Anlagen,
wobei der Trend zunehmend in Richtung von ISDN‑Telefonen
als Endgeräte zeigt. Einige ältere Anlagen nutzen
intern jedoch eine Variante von 1 TR6, obwohl
sie extern am Euro‑ISDN angeschlossen sind.
Auch der umgekehrte Fall ist möglich. Oftmals
ist das interne ISDN der Anlage zudem leicht
modifiziert, wodurch man die gesamte Funktionspalette
nur mit Endgeräten vom gleichen Hersteller nutzen
kann.
Knifflig wird es oftmals, wenn an den internen
SO‑Bus einer Telefonanlage eine ISDN‑Karte oder
ein ISDN ‑ Router angeschlossen werden soll.
Oftmals ist standardmäßig nur Sprachkommunikation
als Dienst freigeschaltet oder auf dem Endgerät
muss eine bestimmte Nummer als MSN / EAZ eingetragen
sein, die nicht notwendigerweise mit der Nebenstellennummer
übereinstimmen muss (meist die "0"). Diese Einschränkungen
lassen sich durch Konfigurationsänderungen der
Telefonanlage aufheben, wobei die betreuenden
Firmen in den letzten Jahren hinzugelernt haben
und solche Anforderungen meist problemlos umsetzen
können. Man kann jedoch auch heute nicht davon
ausgehen, dass ISDN‑Anschlüsse in Hotels, in
Konferenzzentren oder Messen ohne weiteres für
Datenkommunikation nutzbar sind.
ISDN‑Verkabelung:
Bei ISDN handelt es sich um ein Bussystem, den
so genannten SO‑Bus. Durch die wesentlich geringeren
Datenraten ist er weitaus gutmütiger als beispielsweise
Ethernet (1 OBase2). Am NT befinden sich zwei
RJ‑45‑Buchsen, an die jeweils ein Gerät direkt
angeschlossen werden kann. Es gibt Y‑Adapter
zu kaufen, mit denen man mit einem RJ‑45‑Anschluss
auch zwei Geräte versorgen kann. Das entspricht
zwar nicht der Spezifikation, funktioniert normalerweise
aber problemlos. Pro RJ‑45Buchse dürfen maximal
10 m Kabel angeschlossen werden.
Der NT kann aber noch wesentlich mehr: Er hat
vier Schraubklemmen, über die der eigentliche
Bus mit bis zu 12 ISDN‑Dosen angeschlossen werden
kann, von denen aber nur maximal acht genutzt
werden dürfen und deren letzte terminiert sein
muss.
Die Bezeichnungen der Anschlussklemmen am NT
und die Codierung der dort gemäß Standard anzuschließenden
Kabel zeigt die folgende Tabelle:
Anschlüsse (ausführlich
siehe weiter unten):
1a rot
ohne
1b schwarz
Einzelringe
2a weiß
Doppelringe weit
2b gelb
Doppelringe eng
RJ 45:
1a 4
1b 5
2a 3
2b 6
 
An der letzten Dose des Busses müssen die Klemmen
a1 und b1 sowie a2 und b2 jeweils mit einem
100 Ohm – Widerstand verbunden werden. Bei einer
RJ 45 Dose also die Klemmen 4 und 5 sowie 3
und 6.
Kabel & Co
Drahtfarben
gebräuchlicher Installationskabel:
|
Anschluss am NT
|
Kabelfarben beim Fernmeldekabel
|
Kabelfarben beim Hausinstallationskabel
|
Anschluss am Teilnehmer
|
Pin am RJ-45 Anschluss
|
|
1a
(RX+)
|
|
|
1a
(TX+)
|
4
|
|
1b
(RX-)
|
|
|
1b
(TX-)
|
5
|
|
2a
(TX+)
|
|
|
2a
(RX+)
|
3
|
|
2b
(TX-)
|
|
|
2b
(RX-)
|
6
|
Wie man
sieht, genügen 4adrige Kabel. Die gerne angebotenen
8adrigen ISDN-Kabel sind einfach nur teurer,
benutzt werden nur die inneren 4 Adern, man
kann also normales Telefon- Flachkabel in einen
RJ45-Stecker crimpen (für kurze Kabel). Die
Netzprovider verwenden Kabel, deren Adern im
Stern-Vierer angeordnet sind. Beim Sternvierer
werden die 2*2 Adern diagonal belegt, bilden
somit eine abgeglichene Brückenschaltung die
relativ unempfindlich gegen Störungen ist. Es
kann normales Telefonkabel verwendet werden,
wobei das flache zum Anquetschen der Stecker
nicht für feste Installation benutzt werden
sollte, weil es eben kein Stern-Vierer ist und
außerdem zum Teil Gewebe-Litze, die sich schlecht
klemmen lässt. Wer die Kabellänge ausreizen
muss, sollte das richtige Telekom- Kabel "J-Y(St)Y
2*2*0,6 St III Bd" nehmen. Die Farben je nach
Kabel, Zahlen für RJ45. Nicht verwirren lassen
von RJ-45-Dosen mit wilder Verteilung der Nummern,
die aufgedruckten Nummern stimmen, sie müssen
nicht in der Reihe liegen wie die Kontakte,
denn unter den eigentlichen Dosen liegt eine
Leiterplatte, deren Layout unterschiedlich sein
kann. Es gab auch mal 8-polige TAE-Stecker für
ISDN (in der 1TR6-Zeit), die sind aber mittlerweile
ausgestorben. Wer so was noch hat, sollte sie
gegen RJ-45-Buchsen/Stecker tauschen.
PPP
(Point to Point Protocol):
Ein Modern oder eine ISDN‑Karte ermöglicht eine
transparente Verbindung mit einer Gegenstelle.
Damit bilden sie nur die Schicht 1 des OSI ‑
Referenzmodells ab, dienen also nur der physischen
Übertragung von Daten. Um eine vergleichbare
Funktionalität wie z.B. Ethernet zu erreichen,
fehlt also noch die Funktionalität der Schicht
2.
Pakete:
Von der Vermittlungsschicht erhält PPP Datenpakete,
physisch wird ein kontinuierlicher Datenstrom
übertragen.
Transportprotokolle:
-
TCP / IP
-
NET BUI
Fehlerkennung:
Prüfsummenverfahren
Verbindungsprüfung:
Verbindungsabbrüche werden von PPP an die übergeordneten
Schichten gemeldet.
Die eigentliche Datenübertragung bei PPP ist
sehr schlicht. Die Datenpakete der höheren Schicht
werden in ein PPP – Paket eingebettet, welches
in wesentlichen eine Protokoll – Kennung und
eine Prüfsumme enthält. Die Hauptarbeit leistet
PPP beim Aufbau einer Verbindung. Dazu gibt
es das LCP (Link Control Protocol), das eine
spezielle Variante des PPP – Paketes nutzt.
Zu Beginn einer Sitzung wird die physikalische
Verbindung aufgebaut. Nun sendet eine der Endstellen
einen LCP Configure ‑ Request, der die gewünschten
Verbindungsdaten enthält. Dazu gehören die maximale
Paketgröße, das gewünschte Authentifizierungsprotokoll
und Angaben über das genaue Format der PPP‑Pakete.
Der Configure ‑ Request wird von der Gegenseite
mit einem Configure ‑ Ack beantwortet, wenn
dem Wunsch entsprochen werden kann, einem Configure
‑ Nak (Verbindungswunsch verstanden, kann aber
nicht erfüllt werden) oder einem Configure ‑
Reject (Verbindungswunsch nicht verstanden).
Die beiden letzteren Antworten führen zum Verbindungsabbruch.
Falls eine Authentifizierung vereinbart wurde,
wird diese im Anschluss durchgeführt. Dafür
sind die Protokolle "CHAP" und "PAP" üblich.
Letztlich können die übergeordneten Schichten
noch genaue Verbindungsdaten aushandeln, bei
IP dient dazu das IPCP ‑ Protokoll. Nun steht
die PPP Verbindung zum Datenaustausch zur Verfügung,
bis sie von einer Seite über ein LCP Terminate
– Request ‑ Paket beendet wird, weiches mit
Terminate ‑ Ack bestätigt wird.
ISDN-Anschlusstechnik
Beim
ISDN handelt es sich bei der ISDN-Dosenanlage
um einen Vierleiter-Bus, den S0-Bus.
Die Dosen sind also nicht wie beim analogen
Telefon hintereinander, sondern parallelgeschaltet.
An den Bus können maximal 12 Anschlusseinheiten
angeschlossen werden, wobei nur acht
Geräte gleichzeitig betrieben werden
können. Die maximale Länge des Busses
beträgt je nach Kabel zwischen 120 und
180 m. Die Speisung des NTBA (Network
Terminator Basisanschluss) und damit
des Busses erfolgt im Regelfall durch
das 230V-Netz beim Kunden. Es können
bis zu vier Telefon-Endgeräte ohne eine
eigene Stromversorgung über den S0-Bus
gespeist werden. Im Notfallbetrieb (Ausfall
des 230V-Netzes) erfolgt eine Notspeisung
durch die Vermittlungsstelle des Netzbetreibers
für nur ein notfallfähiges Telefon.
Auch das Stecksystem sieht anders aus;
es handelt sich um Western-Stecker und
-Buchse, genauer RJ-45-Stecker und -Dose.
Die Dosen heißt bei der Telekom jedoch
IAE 8 (4) = ISDN-Anschluss-Einheit mit
8 Kontakten, von denen 4 belegt sind.
Bei den Dosen gibt es zwei Ausführungen,
die Einfachdose oder eine Zweifachdose
mit parallel geschalteten Kontakten
für das Anschließen zweier ISDN-Endgeräte.
Die
Anschlussklemmen werden aus der Sicht
des NT folgendermaßen belegt:
1a Senderader
(NT-Klemme a1)
1b Senderader
(NT-Klemme b1)
2a Empfangsader
(NT-Klemme a2)
2b Empfangsader
(NT-Klemme b2)
|
Anschluss
der IAE-Dosen
Abb. 1 Einfachdose IAE mit Anschlussschema
|
Anschluss
der UAE-Dosen
Es gibt eine
besondere Anschlussdose die "UAE" = "Universal-Anschluss-Einheit".
Diese kann für digitale und analoge Wähanschlüsse
sowie Netzwerke verwendet werden. Durch Einsatz
von Adaptern, so genannten Anpassungselementen,
kann die UAE auch 6polige Westernstecker aufnehmen.
Die Beschaltung der UAE ist jedoch anders. Beachtet
man die Belegung der Anschlussklemmen, kann
auch die UAE für ISDN verwendet werden.
Abb. 2
Einfachdose UAE mit Anschlussschema
Merke:
Als Faustregel gilt Kontakte 4 & 5 (für
1a & 1b) und 3 & 6 (für 2a & 2b).
Die folgenden
Bilder zeigt die unterschiedliche Belegung bei
den Dosen.
Abb. 3
Belegungssschema der Dosen
Um Leitungsreflexionen
zu dämpfen, werden beim S0-Bus an
beiden Enden Abschlusswiderstände angebracht.
Im NTBA sind diese Widerstände bereits vorhanden.
Das andere Widerstandspaar befindet sich in
der letzten Anschuss-Dose, die bei der Installation
des Busses gesetzt wird. Der NTBA kann aber
auch in der Mitte des Systems eingeschleift
werden. Die Widerstände im NTBA bleiben immer
fest eingebaut, es müssen in diesem Fall jedoch
an beiden End-Dosen Abschlusswiderstände eingebaut
werden.
Anschlussschema
der Dosen
Anschlussschema
der Dosen und Abschlusswiderstände NTBA entweder
auf einer Seite oder zwischen den Enddosen angeschlossen
Abb. 4
Anschlussschema der Dosen und Abschlusswiderstände
Die Zuordnung
der Stecker und Buchsenbelegung bei den verschiedenen
Anschlussmitteln bei ISDN und analogen TK-Anschlüssen
zeigt zusammenfassend die folgende Tabelle.
|
Wester-Stecker |
Buchse |
Belegung |
|
4polig |
6polig |
8polig |
8polig |
ISDN |
analog |
Stift-
nummer |
Stift-
nummer |
Stift-
nummer |
Kontakt-
feder |
S0 |
Uko |
Deutsche
Telekom |
internat.
Norm |
|
|
|
1 |
1 |
|
|
|
|
|
|
1 |
2 |
2 |
|
|
|
|
|
1 |
2 |
3 |
3 |
a2 |
|
b |
E |
|
2 |
3 |
4 |
4 |
a1 |
a |
E |
a |
|
3 |
4 |
5 |
5 |
b1 |
b |
W |
b |
|
4 |
5 |
6 |
6 |
b2 |
|
a |
W |
|
|
6 |
7 |
7 |
|
|
|
|
|
|
|
8 |
8 |
|
|
|
|
Abb. 5
Stecker und Buchsenbelegung
Abb. 5a
Kontaktbelegung Rj-45-Stecker (ISDN)
Als Kabel wird
üblicherweise der Typ I-Y (ST)Y2x2x0,6LG verwendet.
Mit diesem Kabel können Buslängen bis maximal
150 m erreicht werden. Bei der Montage ist zu
beachten, dass die vier Kabeladern einer Busleitung
immer auf gleiche Länge abzuschneiden sind und
dass die Verseilung beibehalten wird. Für Aufputzdosen
muss man ca. 10 cm, für Unterputzdosen ca. 15
cm Anschlusslänge berücksichtigen. Die Abmantelung
sollte 10 cm nicht überschreiten.
Bei Verwendung
dieses Kabel kann man sich auch an den Farben
der Adern oder bei anderen Kabel an der Kennzeichnung
der Adern mit schwarzen Ringen orientieren:
S0-Klemmen- bezeichnung |
IAE-Klemmen- bezeichnung |
UAE-Klemmen- bezeichnung |
Aderfarbe |
Ring-Markierung |
| a1 |
1a |
4 |
rot |
ohne
Ring |
| b1 |
1b |
5 |
schwarz |
Einfachring |
| a2 |
2a |
3 |
weiß |
Doppelring,
34 mm Abstand |
| b2 |
2b |
6 |
gelb |
Doppelring,
17 mm Abstand |
Abb. 6
Belegung der Klemmen
Abb. 6a
Codierung Telekom-Kabel
Es ist zweckmäßig,
zunächst alle IAE-Dosen zu verkabeln und die
Installation mit einfachen Mitteln zu testen,
bevor der Anschluss an den NTBA erfolgt.
Dazu genügen
Durchgangsprüfer oder Multimeter, mit denen
sich die häufigsten Fehler finden lassen.
Verkabelung
der Dosen und Abschlusswiderstände
Ein ISDN-S0-Bus
mit mehreren Anschlussdosen bis zu 12 Anschlusseinheiten,
muss an jedem Ende mit zwei so genannten Abschlusswiderständen
versehen werden, um Störungen zu vermeiden.
Diese Widerstände werden in die letzte(n) ISDN-Anschlussdose(n)
eingebaut. Ein ISDN-S0-Bus wird mit
digitalen Signalen betrieben. Dabei müssen die
auftretenden Hochfrequenzeffekte (z. B. Reflektionen)
berücksichtigt werden. Vom NTBA aus wird ein
Adernpaar als Sendeleitung (a1/b1) und ein Adernpaar
als Empfangsleitung (a2/b2) verlegt. Jedes Adernpaar
wird dabei von Anschlussdose zu Anschlussdose
geführt. Dadurch sind alle Anschlussdosen elektrisch
parallel geschaltet. In der letzten Anschlussdose
wird jeweils ein 100-Ohm-Abschlusswiderstand
zwischen die beiden Klemmen des Adernpaars der
Sendeleitung und des Adernpaars der Empfangsleitung
geschaltet. Dadurch werden unerwünschte Reflektionen
vermieden. Falls sich der NTBA nicht am Anfang
sondern in der Mitte (Abb. 4) eines Busses befindet,
werden die Abschlusswiderstände im NTBA ausgeschaltet
und dafür jeweils zwei Widerstände in jede der
beiden Enddosen eingebaut. Wenn Sie die Anlage
um weitere Dosen erweitern, müssen unbedingt
die Abschlusswiderstände aus dieser Dose entfernt
und in die letzte Dose eingesetzt werden. Erfolgt
die Installation ohne entsprechende Abschlusswiderstände,
kann der Bus ggf. unzuverlässig arbeiten.
Abb. 7 und
8 Anschlussschema der IAE- und UAE-Dosen
mit Abschlusswiderstände
Abb. 9
S0-Bus mit Abschlusswiderstände
Einstellungen
NTBA
Abb. 10
Ansicht NTBA
Über den S0-Buchsen
befindet sich der DIP-Schalter S1, mit dem die
Buseigenschaften eingestellt werden kann. Die
folgende Tabelle zeigt, welche Einstellmöglichkeiten
möglich sind.
Abb. 11
Einstellmöglichkeiten NTBA
Je nach Hersteller
und Bauart kann die Schalterbelegung von der
gezeigten abweichen. Es sind auf jeden Fall
die dem NTBA beiliegenden Unterlagen zu beachten.
Fehlerquellen:
Adernunterbrechung:
Bei unterbrochenen
Adern funktionieren alle Dosen hinter der Unterbrechung
(vom NTBA aus gesehen) nicht.
Adervertauschung:
Dieser Fehler
ist besonders gefährlich, da durch falsche Polarität
die Endgeräte oder der NTBA beschädigt werden
können. Sind Sende- und Empfangspaar vertauscht,
funktioniert nichts.
Abschlusswiderstände:
Beliebte Fehler
sind hier, die 100-Ohm-Widerstände ganz zu vergessen,
oder es wird vergessen, bei Erweiterungen die
Widerstände aus der ersten IAE zu entfernen.
Isolationswiderstand:
Prüfen des
Widerstandes der Kabel untereinander und gegen
Erde.
Phantomspeisung:
Nach Anschluss
des NTBA kann dann noch die Versorgungsspannung
der Endgeräte gemessen werden. Weitergehende
Fehler lassen sich nur mit speziellen S0-Bus-Prüfgeräten
oder Installations-Prüfgeräten lokalisieren.
So können Übersprechen, HF-Einstrahlungen oder
Einkopplung von Fremdspannungen in die Leitungen
des S0-Busses dessen Funktion stören.
Oder Stossstellen an den Leitungen führen zu
Reflexikonen oder Asymmetrien.
Manche Fehler
sind nur im Betrieb mit einem Gerät zur Messung
der Bitfehlerrate aufzuspüren. Schließlich können
Störungen auch auf Telekom-Seite (UK0)
auftreten.
Fehlersuche:
Ist nach der
ersten Sichtprüfung kein Fehler erkennbar, müssen
möglicherweise die Anschlussdosen geöffnet werden,
sofern kein spezielles Prüfgerät eingesetzt
wird. Der erste Blick gilt der letzten (NTBA
stellt ein Ende dar) oder der ersten und letzten
Anschlussdose (NTBA in der Mitte). Dort sollten
jeweils zwei Abschlusswiderstände zu finden
sein, deren falscher Einbau zu Überlastungen
der Busspeisung führen kann. Weiterem Aufschluss
können Spannungsmessungen bringen, wobei außer
dem NTBA alle Endgeräte vor der Messung vom
Bus getrennt werden. Dabei dürfen zwischen den
Adern eines Stranges (1a - 1b und 2a - 2b) keine
Gleichspannungen messbar sein. Die zu messende
Gleichspannung zwischen Adern verschiedener
Stränge muss sich im Bereich von 40 V +5% —
-15% bewegen.
Abb. 12
Spannungen an den Anschlussdosen
Widerstandsmessungen
werden am ungespeisten Anschluss (Trennung der
Installation vom NTBA) durchgeführt. Da ein
Abschlusswiderstand mit 100 Ohm (5% Toleranz)
vorgesehen ist, kann anhand markanter Werte
ein Fehler gefunden werden, z. B.:
- 50 Ohm:
zwei parallel geschaltete Abschlusswiderstande,
- 0 Ohm:
Kurzschluss,
- "unendlich":
fehlende Abschlusswiderstande
Weitergehende
Fehler lassen sich nur mit speziellen S0-Bus-Prüfgeräten
oder Installations-Prüfgeräten lokalisieren.
So können Übersprechen, HF-Einstrahlungen oder
Einkopplung von Fremdspannungen in die Leitungen
des S0-Busses dessen Funktion stören.
Oder Stoßstellen an den Leitungen führen zu
Reflexionen oder Asymmetrien. Manche Fehler
sind nur im Betrieb mit einem Gerät zur Messung
der Bitfehlerrate aufzuspüren. Schließlich können
Störungen auch auf der Telekom-Seite (UK0)
auftreten.
Fehlerübersicht
|
möglicher Fehler |
Störung |
|
Kurzschluss
zwischen zwei Adern eines Stranges |
Vollstörung,
keine Verbindung möglich |
|
Kurzschluss
zwischen zwei Adern verschiedener Stränge |
Vollstörung,
keine Verbindung möglich, Busspeisung
wird überlastet |
|
Vertauschung
im Strang 1 (NT-Sendeadern) |
Keine
Störung, Endgeräte sollten dies erkennen
und fehlerfrei arbeiten. |
|
Vertauschungen
im Strang 2 (NT-Empfangsadern) |
Sporadische
Störung; wenn kein Endgerät hinter dem
Fehlerort angeschlossen wird, kann der
Anschluss durchaus funktionieren. Beim
Anschluss eines Endgeräts im gestörten
Bereich ist der Anschluss voll gestört. |
|
Vertauschung
von Sende- und Empfangsadern |
Bei unbeschalteter
gestörter Anschlussdose womöglich keine
Störung. Vollstörung beim Anschluss
eines Endgeräts im defekten Bereich. |
|
Fehler
beim Anschluss der Abschlusswiderstände
(Schaltung zwischen Strang 1 und 2) |
Überlastung
der Busspeisung mit 32 W, In der Regel
schaltet das NT die Speisung ab, dennoch
Vorsicht! Widerstände können sehr heiß
werden, Brandgefahr. |
|
Kein Abschlusswiderstand
vorhanden |
Insbesondere
bei kurzen Installationen: Meist keine
Störung. Bei langen Leitungswegen infolge
hoher Signaldämfungen erhöhte Bitfehlerraten
messbar. |
|
Unterbrechung
einer Ader |
Aus der
Sicht des NTBA für Endgeräte nach der
Unterbrechung: Vollstörung, davor: keine
Störung. |
|
Wackelkontakt
in der Anschlussdose oder im Stecker
(auch im Endgerät) |
Qualitativ
schlechtere Kommunikation (Knacken,
Aussetzer) bis hin zur Vollstörung im
betreffenden Bereich. Erkennbar durch
Bitfehlerratenmessung. |
|
Speise-Polaritäten
sind vertauscht |
Anschluss
arbeitet im Notbetrieb: Nur notspeisefähige
Endgeräte oder Endgeräte mit eigener
Speisung arbeiten. Es fehlt die lokale
Stromversorgung am NTBA. |
|
Anschluss
ist ungespeist, keine weiteren Fehler |
Nur Endgeräte
mit eigener Speisung arbeiten |
|
Zu hohe
Speisespannungswerte |
Eventuell
Störeinkopplung (induktiv, kapazitiv
oder direkt) in die Installation. Mögliche
Störquellen: Endgeräte und NTBA. |
|
50 Hz-Wechselspannung
ist messbar |
Störeinkopplung
durch Endgeräte oder Fehler im NTBA,
Vorsicht bei 230 V bestehen gesundheitliche
Risiken! Es besteht weiterhin das Risiko
einer Beschädigung der Endgeräte sowie
von Baugruppen in der Vermittlungs-
und Übertragungstechnik. |
|
Sterninstallation
mit Überlänge (> 10 m) |
Bei unbeschaltetem
Strang: keine Störung, Bei Beschaltung
des unzulässigen Stranges kann eine
Vollstörung auftreten. |
|
Abweichungen
von der Sternviererbeschaltung, Verwendung
falschen Installationsmaterials, überlange
Businstallation |
Erhöhte
Bitfehlerrate bis hin zur Vollstörung
möglich. |
|