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Netzwerke
OSI-Schichten
Schicht 1 -
Bitübertragungsschicht
Merkmale der
Bitübertragungsschicht:
Die Bitübertragungsschicht bietet folgende
Dienste:
- reihenfolgegerechte Übertragung binärer
Zeichen über physikalische Verbindungen mit bestimmten Eigenschaften wie
Fehleranfälligkeit oder Übertragungskapazität
- Fehlermeldung an die Verbindungsschicht
Die Bitübertragungsschicht kann u.U. für
mehrere parallele Datenströme verwendet werden (Multiplexing auf
Leitungsniveau).
Die Bitübertragungsschicht bezieht sich auf
folgende Aspekte:
- mechanische Aspekte:
Physikalische Eigenschaften des Interface zu einem Übertragungsmedium, z.B.
Stecker
- elektrische / optische Aspekte:
elektromagnetische / optische Darstellung von Bits; Daten-Übertragungsraten
- funktionale Aspekte:
Funktionen der einzelnen Einheiten des physikalischen Interface (z.B. Modem)
- prozedurale Aspekte: Ablauf
der Vorgänge beim Austausch und der Übermittlung von Bitströmen
Wichtigste Merkmale der Bitübertragungsschicht:
- die Daten werden als reiner Bitstrom
betrachtet. Es wird dabei nicht unterschieden, ob es sich um Daten im
engeren Sinne oder um Steuerinformationen (Kontrollzeichen usw.) handelt.
Deshalb hat die Bitübertragungsschicht auch keinen Header
- die Normierung bezieht sich auf die
konkreten Signale des Kommunikationsprozesses. Deshalb werden auch
physikalische Größen wie Spannung und Stromstärke berücksichtigt
- nicht nur elektromagnetische und optische
Größen werden genormt, sondern teilweise auch mechanische Größen, wie z.B.
Steckerformen
- meist bezieht man sich nicht auf ganze
Systeme (end-to-end), sondern nur auf das Verhalten an und zwischen
bestimmten Punkten der Übertragungsstrecke.
Protokolle für die Bitübertragungsschicht:
OSI Service Definition:
- X.211: Physical service definition of OSI for CCITT applications = ISO 10022:
ISO physical layer definition
WAN:
- SONET (Synchronous Optical Network): ANSI
T1.105
MAN:
- ISO 8802.6: Metropolitan Area Network (MAN)
LAN:
- ISO 8802.3: CSMA/CD
- ISO 8802.4: Token Bus
- ISO 8802.5: Token Ring
- ISO 8802.7: Broadband LAN
Public-switched telephone network:
- V.24: List of definitions for interchange circuits between data terminal
equipment (DTE) and data circuit-terminating equipment (DCE)
Public data networks:
- X.21: Interface between data terminal equipment and data circuit-terminating
equipment for synchronous operation on public data networks (für digitale
Datenübertragung)
- X.21bis: Use on public data networks of data terminal equipment (DTE) which is
designed for interfacing to synchronous V-Series modems
ISDN:
►
siehe auch Kapitel über Telefonie -
ISDN
- I.430; I.431; I.432: Layer 1 (Physical layer) specificationys
Grundlagen zum Verständnis der Bitübertragungsschicht:
Aufbau einer Nachrichtenstrecke
Schema einer Nachrichtenstrecke:
- Datenendeinrichtung (DEE) -- Data
Termination Equipment (DTE)
- Schnittstelle -- Interface
- Datenübertragungseinrichtung (DÜE) --
Data Circuit-Terminating Equipment (Data Communications Equipment) (DCE)
- Übertragungsleitung
- Datenübertragungseinrichtung (DÜE)
- Schnittstelle
- Datenendeinrichtung (DEE)
|
Darstellung einer Nachrichtenstrecke:

Abb.: Aufbau einer
Nachrichtenstrecke
Datenendeinrichtungen (DEE) - Data Termination
Equipment (DTE):
Datenendeinrichtungen können u.a. sein:
- (dumme) Terminals
- Workstations
- Terminalemulation (Virtual terminal)
- Telefone
- Faxgeräte
- Netzwerkdrucker
- Sensoren (Messfühler)
- Checkkartenleser
- Optische Lesegeräte (z.B. OCR-Leser)
- ....
Hauptcharakteristika für Datenendeinrichtungen:
- Art der Dateneingabe:
- Tastatur
- Mouse
- Stimme
- sensitiver Bildschirm
- ....
- Art der Datendarstellung:
- Zeichen
- Graphik
- Multimedia
- Virtual Reality (z.B. Flugsimulatoren)
- ....
- Intelligenzgrad des Terminal:
- dummes Terminal
- Workstation ...
- Verarbeitungs- und
Übertragungsgeschwindigkeit
- Übertragungsart:
- Kontrollmechanismus des Terminal:
- stand-alone Konfiguration (Terminal ist
selbständig mit Netzwerk verbunden und hat alles dazu notwendige an Bord)
- Konfiguration, bei der Terminal mit
anderen Terminals Betriebsressourcen teilt (Cluster)
- ...
- Konfiguration im Netzwerk:
- point-to-point
- multipoint
- ...
- Grad der Mobilität des Terminal:
- fest
- beweglich
- tragbar
- leiterabhängig
- leiterunabhängig
- Geeignetheit für Behinderte:
- Behinderungen inbezug auf die
Datenausgabe:
- Sehbehinderungen
- Lesebehinderungen (z.B. Dyslexie)
- Muskelschwäche usw. (kann Printout nicht
halten)
- mangelnde Sprachkenntnis
- Hörbehinderungen
- Behinderungen inbezug auf die
Dateneingabe: alle Behinderungen, die den Umgang mit Tastatur,
Maus, Touch-Screen usw. erschweren oder verunmöglichen:
- Lähmungen
- fehlende Gliedmaßen
- Arthritis
- Karpal-Tunnel-Syndrom
- Repetitive-Motion-Syndrom
- Parkinson
- Muskelschwund
- ...
Physikalische Schnittstellen:
Physikalische Schnittstellen realisieren
Verbindungen auf physischer Ebene.
Wichtige Schnittstellen sind:
- Centronics Schnittstelle
- V.24 (RS 232-C) / V. 28
- PCMCIA-Schnittstelle
- X.21
- I.430: NT1
- TAE
- Westernstandard (Modularsystem)
- UAE
Centronics - Schnittstelle:
Zur parallelen Datenübertragung. Oft zum
Anschluss von Druckern verwendet.

Abb.: Centronics-Stecker
V.24 (RS 232-C) / V.28:
ITU-T V.24 = EIA (Electronics Industrie
Association USA>) RS 232-C = DIN 66 020 T1/05.81
u.a. Schnittstelle für Modems. Eine V.24
Schnittstelle umfasst bis zu 23 Leitungen, meist sind nur 5 oder 7 davon belegt.
Die Kabel sollen zwischen DTE und DCE bei 20Kbps nicht länger als 15m sein. (Für
längere Leitungen bis 1km gibt es die Standards RS-449/Rs-442/Rs-423). V.28 legt
die mechanischen und elektrischen Eigenschaften für V.24 fest.
Die wichtigsten Stifte (Pin) bei einer V.24
Schnittstelle sind:
| Pin 1 |
frame
ground (G) |
Schutzerde
(Elektrische Erdung) |
| Pin 2 |
transmit data (TD) |
Sendedaten
(Datenübertragung) |
| Pin 3 |
receive
data (RD) |
Empfangsdaten (Datenempfang) |
| Pin 4 |
request to send (RTS) |
Sendeteil einschalten
(Anforderung von Seiten des Computers an das Modem) |
| Pin 5 |
clear to
send (CTS) |
Sendebereitschaft (Meldung des Modems, dass es bereit ist, Daten zu
senden) |
| Pin 6 |
data set ready (DSR) |
Betriebsbereitschaft
(Meldung des Modems an Computer, dass Modem angeschaltet ist) |
| Pin 7 |
signal
ground (SG) |
Betriebserde (elektrischer Bezugspunkt für alle Signale) |
| Pin 8 |
data carrier detect (DCD) |
Empfangssignalpegel (teilt
dem Computer mit, dass Modem Verbindung mit einem anderen Modem
aufgenommen hat) |
| Pin 20 |
data term
ready (DTR) |
Endgerät
betriebsbereit (teilt dem Modem mit, dass der Computer angeschaltet ist
und Verbindungen annehmen kann) |
Sollen zwei DTE (Datenendeinrichtungen) ohne
dazwischenliegende DCE's (Datenübertragungseinrichtungen) verbunden werden, kann
man dies mit einem sog.
Nullmodemkabel tun, bei dem Leitungen so gekreuzt sind, dass
die Daten vom Sendedatenstift (Pin 2) des einen Gerätes zum Empfangsdatenstift
(Pin 3) des anderen Gerätes geleitet werden.
|

Abb.: V.24 Stecker, 25 Pin |

Abb.: V.24 Stecker, 9 Pin |
PCMCIA-Schnittstelle:
PCMCIA = Personal Computer Memory Card
International Association ist ein Zusammenschluss von über 300 Unternehmen.
Ihre Aufgabe ist die Standardisierung und Vermarktung von
Personal-Computer-Cards. PCMCIA-Schnittstellen wurden ursprünglich für
Speicherkarten konzipiert. So entstanden Adapter in Scheckkartenformat. Sie
dienen als Massenspeicher, aber auch als Kommunikationsschnittstellen:
- PCMCIA-Faxmodem
- PCMCIA-ISDN-S0- Karte
- Schnittstellen-Karten zum Mobilfunknetz u.ä.
PCMCIA- Karten werden völlig in das Gerät
geschoben und bedürfen keiner externen Stromversorgung. Die meisten Rechner
erkennen die Karten automatisch. Ein Wechsel ist meist sogar während des
Betriebes möglich. Nach der Dicke gibt es z.Zt. drei Typen von PCMCIA-Karten.
Für Datenkommunikation verwendet man PCMCIA-Typ-II-Karten.

Abb.: PCMCIA-Karte Madge Smart
RingNode 16/4 Token Ring (32 KB)
X.21:
X.21 ist die Schnittstelle zu X.25-Netzwerken
(Datex-P, Datapac). Nur für Synchronbetrieb vorgesehen. 15 Leitungen sind
definiert, meist reichen 8 Leitungen aus.
NT1 (Network Terminator 1):
I.430
NT1 (Network Terminator 1) für ISDN; B-NT1 für
B-ISDN. Intelligente Schnittstelle für ISDN.

Abb.: Netzabschlusskasten (NTBA)
der Deutschen Telekom (enthält NT1)
TAE - Telekommunikations-Anschluss-Einheit:
Normanschluss der Telekom für Telefone. Es gibt
Aufputz- und Unterputzdosen.
Die Dosen sind codiert:
- F = Anschluss für Fernsprechen
(Telefonapparate)
- N = Anschluss für Nichtfernsprechen
(Anrufbeantworter, Faxgeräte, Modems und sonstige Zusatzeinrichtungen)
TAE NFN ist also eine Steckdose mit zwei
Nichtfernsprech- und einem Fernsprechanschluss.
|

Abb.: TAE NFN Dose |

Abb.: TAE Stecker |
Westernstandard - Internationale Norm
(Modularsystem):
Western Plug (RJ 45) dient dem Anschluss von
Telefonen in den USA und vielen anderen Ländern. Wird von vielen Herstellern als
Anschluss auf Endgeräteseite verwendet (z.B. am Telefonapparat).

Abb.: Westernstecker RJ45
Universal-Anschlussdose (UAE):
Die UAE entspricht der internationalen Norm
CEI/IEC 603-7:1990 und dient zum Anschluss von Terminals / Endgeräten an analoge
und digitale (ISDN) Netze. UAE-Dosen sind daher universell einsetzbar und können
bei einer Umstellung von analog auf ISDN weiter verwendet werden. Ein
Reduzierstück verhindert, dass aus Versehen ein ISDN-Terminal an das Analognetz
angeschlossen wird.

Abb.: UAE für
Unterputzverlegung
IBM Hermaphrodit:
Der IBM-Hermaphrodit ist eine universelle,
qualitativ hervorragende Verbindung für Niederfrequenzkabel in LANs. Er kann
sowohl als Stecker wie als Buchse dienen (deshalb der Name).

Abb.: IBM Hermaphrodit
Digitale Signalisierung:
Die Methoden der Benutzung elektrischer Energie
zur Kommunikation werden Signalisierung genannt. Der Prozess der Umwandlung
eines Signals zur Darstellung von Daten wird häufig Modulation oder
Verschlüsseln genannt. In Computernetzwerken wird die digitale Signalisierung
durch Impulse aus Licht oder elektrische Spannungen verwirklicht.
Aktueller Status (current state):
Beim aktuellen Status wird das Vorhanden oder Nichtvorhanden sein ein
Status oder Signaleigenschaft gemessen. In Glasfasernetzwerken werden Daten
bspw. Durch Ein oder Ausschalten von Licht dargestellt. Die Netzwerkgeräte
überwachen das Medium und messen periodisch den Zustand.

Statusübergang (state transition):
Der Übergang von einem Status in den nächsten kann ebenfalls dazu
benutzt werden Daten auf einen digitalen Signal zu verschlüsseln. Z. B. können
an Stelle der absoluten Spannung auch der Übergang zwischen zwei Spannungen in
einem Kabel gemessen werden.

Vorteile:
- die Ausrüstung ist normalerweise einfacher und preiswerter
- normalerweise weniger Fehler durch Rauschen und Interferenzen
Nachteile:
- mehr Dämpfung als bei analogen Signalen über vergleichbare Entfernung
|
Analoge Signalisierung |
|
Analoge Signalisierung benutzt zur Signalmodulation auch den aktuellen
Status und den Statusübergang. |
Analoge Signalisierungsmethoden
Analoge Signale beruhen auf der periodischen Änderung von Wellen.
Elektromagnetische Wellen, wie sie in analogen Signalen benutzt werden, werden
häufig (s. Abb) in Sinuswellen dargestellt.

AM (Amplitudenmodulation):
Die Amplitude einer Welle gibt die Signalstärke im Vergleich zu einem
Referenzwert an. Analoge Signale beruhen auf der Amplitudenänderung, die
sich fortlaufend vom positiven zu negativen Werten ändert. Die Amplitude
wird häufig in Volt angegeben, wenn die elektrische Spannung (u) gemessen
wird, in Ampere, wenn dir elektrische Strom (I) gemessen wird, in Watt, wenn
die elektrische Leistung (P) gemessen wird, und in Dezibel, wenn der
Unterschied der Leistung zwischen zwei Signalen gemessen wird
|
FM (Frequenzmodulation):
Die Frequenz einer Welle ist der Zeitraum den sie für die Vollendung einer
Schwingung benötigt. Mit anderen Worten: Benötigt ein Signal eine Sekunde
für den Übergang von der hohen zur niedrigen und zurück zur hohen Amplitude,
dann ist die Frequenz (f) der Welle eine Sekunde bzw. ein Hertz (Hz)
 |
PM (Phasenmodulation):
Die Phase eines Signals bezieht sich auf den relativen Stand eines Signals
zu Beginn der Zeitmessung. Die Phase eines Signals wird in Grad (°)
gemessen.
 |
Aktueller
Status (current state) in der analogen Signalisierung
Die am häufigsten eingesetzten Methoden zur Messung des aktuellen Status
verwenden unterschiedliche Signalamplituden – oder Frequenzen um Daten
darzustellen.
Analoge Signalverschlüsselungsmethoden sind:
· Amplitudenverschiebung (ASK- Amplitude Shift Keying) siehe Abb.ASK
· Frequenzverschiebung (FSK- Frequency Shift Keying) siehe Abb.FSK

Netzwerkgeräte, die analoge Signalisierung benutzen, messen periodisch die
Amplitude oder die Frequenz des Signals oder beides gleichzeitig. |
Vor / Nachteile der analogen Signalisierung
Vorteile
Weniger Dämpfung bei Digitalen Signalen über vergleichbare Entfernung
Ermöglicht Multiplexen, was die Ausnutzung des Mediums maximiert
Nachteile
Mehr Fehler durch Rauschen und Interferenzen als bei digitaler
Signalisierung
|
Bitsynchronisierung: |
Die
Steuerung der Messzeitgeber für die Signalabtastung (s.o.) kann
Bitsynchronisierung genannt werden. Es gibt zwei Arten von
Bitsynchronisierung:
- Synchrone Bitsynchronisierung
- Asynchron Bitsynchronisierung
|
Synchrone Bitsynchronisierung
Synchrone Bitströme benutzen folgende Methoden um einen Gleichtakt zwischen
übertragenden Geräten herzustellen:
- Garantierte Statusänderung
- Separates Taktsignal
- Oversampling
|
Garantierte Statusänderung
Bei dieser Methode wird ein Taktsignal in das Datensignal eingebettet. Sie
garantiert, das ein Übertragungssignal nach einem festgelegten Zeitintervall
eine Statusänderung durchmacht. Der Empfänger erwartet diese Änderung und
stellt fortlaufend seine interne Taktrate nach. Die garantierte
Statusänderung wird häufig bei digitalen Signalen benutzt. |
Separates Taktsignal
Einige Kommunikationssysteme benutzen zwei separate digitale oder analoge
Medienkanäle, um einen einzigen Datenstrom zu übertragen. Ein Kanal
transportiert die echten Datenbits, während der andere Kanal den Takt
übernimmt. Das Taktsignal informiert den Empfänger darüber, wann er das
Taktsignal messen soll. (z.B. ISDN; LPT) |
Oversampling
Der Takt kann auch ohne irgendwelche zusätzliche Takte durch Oversampling
bestimmt werden. Oversampling bedeutet, dass der Empfänger das Signal mit
einem viel höheren Takt als der Datentakt abtastet.
Beispiel.: Wenn das Datensignal mit einer Rate von 10 Millionen Bit/s (10
Mbps) gesendet würde, würde der Empfänger das Signal 100 Millionen mal pro
Sekunde messen. Von jeweils 10 Messungen enthält eine die
Datenbitinformation, während die anderen neun dazu benutzt werden, um
festzustellen, ob der Signaltakt und der Empfangstakt noch synchron sind. Da
die Taktraten von Sender und Empfänger dazu tendieren, langsam auseinander
zu laufen, zeigt das Oversampling, wann die Taktrate des Empfängers wieder
angepasst werden muss.
|
Asynchron Bitsynchronisierung
Asynchrone Bitsysteme benutzen unterbrochene Signale um Bits zu übertragen.
Wenn keine Daten übertragen werden, gibt es auch keine Signale oder
Statusänderungen im Medium. Wenn Daten übertragen werden, benutzen die
Geräte einen internen oder Hardwaretakt um zu wissen wann das Signal
gemessen werden muss.
Beispiel serielle Schnittstelle:
|
|
Benutzung der Bandbreite: |
Breitband
(Broadband)
Bei Aufteilung der multiplen Elektromagnetischen Frequenzen die ein Medium
übertragen kann in Kanäle oder durch Aufteilung der gesamten Bandbreite in
Einheiten spricht man von Breitband. Ein Kanal ist einfach ein Teil der
gesamten Bandbreite eines Übertragungsmediums .
|
Basisband (Baseband)
Bei Nutzung der gesamten elektromagnetischen Frequenzen die ein Medium
übertragen kann,(ohne Aufteilung in Kanäle spricht man von Basisband

Die Übertragungskapazität des Mediums hängt
davon ab, welche Bandbreitenmethode sie benutzen. |
|
Multiplexen: |
In
einem einzigen Mediensegment können durch Multiplexen mehrere Kanäle erzeugt
werden. Multiplexen bezeichnet verschiedene Technologien, die mehreren
Geräten erlauben, gleichzeitig über ein einziges Mediensegment zu
kommunizieren. Die Ausrüstung die multiplext bzw. demultiplext wird häufig
Multiplexer oder auch MUX genannt.Multiplexer benutzen die folgenden
Methoden um mehreren Geräten die gleichzeitige Kommunikation zu erlauben.
- Multiplexen durch Frequenzteilung
(FDM) (Frequency Divising Multiplexing )
- Multiplexen durch Taktteilung (TDM)
(Time Division Multiplexing,)
- Multiplexen durch statistische
Taktteilung (statTDM) (statistical Time Division Multiplexing,)
|
Multiplexen
durch Frequenzteilung (FDM)
FDM benutzt separate Frequenzen um mehrere Kanäle innerhalb eines
Breitbandmediums zu erzeugen. Dazu erzeugt der MUX besondere
Breitband-Trägersignale, die mit verschiedenen Frequenzen arbeiten. Die
Datensignale werden dem Trägersignal hinzugefügt und am anderen Ende des
Mediensegments durch den anderen MUX ausgewertet.
|
Multiplexen durch Taktteilung (TDM)
Beim TDM wird ein einziger Kanal in kurze Taktabschnitte unterteilt. In
jedem Taktabschnitt können Bits, Bytes, Blöcke oder Rahmen untergebracht
werden, vorausgesetzt das der festgelegte Zeitintervall nicht überschritten
wird.

|
| Multiplexen
durch statistische Taktteilung (statTDM)
 |
Merkmale eines Modem:
Ein Modem wandelt ein digitales Signal so um,
dass es auf analoge Weise (als Sinuswelle) übertragen werden kann. Modems können
als Modemkarten intern sein oder als Standalone-Geräte extern.

Abb.: Symbolische Darstellung
der Umwandlung digital zu analog
Als Signal (das als solches auch auf dem
analogen Weg nicht analog ist) können verschiedene Kennzeichen (Signalparameter)
der Sinuswelle verwendet werden:
- die Amplitude (Schwingungsweite) bei
Amplitudenmodulation (AM): wird nur in Verbindung mit der
Phasendifferenzmodulation angewendet
- die Frequenz (Schwingungshäufigkeit) bei
Frequenzmodulation (FM): es werden zwei verschiedene Frequenzen
verwendet um 0 bzw. 1 darzustellen. Wird bei Datenübertragungsraten bis 1200
Bit/Sekunde (bps) angewendet
- die Phase:
- (Lage des 0-Punktes der Sinuswelle) bzw.
Phasensprünge (plötzliche Verschiebungen des 0- Punktes) bei der
Phasendifferenzmodulation (PM)
- vierstufige (quadernäre)
Verschlüsselung: das Modem fasst je zwei Bit zu einem Dibit
zusammen und erzeugt daraus einen Phasensprung (um 45, 135, 225 bzw. 315
Grad). Wird bei Datenübertragungsraten von 2400 bps verwendet
- achtstufige (oktonäre) Verschlüsselung:
Das Modem fasst je drei Bit zu einem Tribit zusammen
und erzeugt daraus als Signal einen Phasensprung: z.B. 001 = 0 Grad; 000
= 45 Grad; 010 = 90 Grad Phasensprung usw. Wird bei
Datenübertragungsraten von 2400 bps angewendet
- Amplitude und Phasensprünge bei der
Amplituden-Phasenmodulation (APM): Das Modem fasst je vier Bit zu
einem Quadribit zusammen und erzeugt daraus eine Kombination einer
bestimmten Amplitude mit einem bestimmten Phasensprung (z.B. 0010 =
Amplitude 3, Phasensprung 90 Grad; 1010 = Amplitude 5, Phasensprung 90 Grad;
1100 = Amplitude 5, Phasensprung 270 Grad). Wird bei Übertragungsraten ab
9600 bps angewendet. Man kann auf diese Weise auch 5 Bits zusammenfassen,
wobei das 5. Bit zur Fehlerkorrektur eingesetzt wird. Auch Zusammenfassungen
von sechs Datenbits und einem Fehlerkorrekturbit werden neuerdings
realisiert
Verbindung über Interface:
- V.24 (RS-232-C): 25-Pin-Verbindung (Stecker)
- RS-449: Für hohe Übertragungsraten: 37-(plus
9)- Pin-Verbindung

Abb.: Modem-Rak
Standards für Modems:
- niedere Bit-Übertragungsrate: Modems mit
niedriger Übertragungsrate und V.24 Interface: V.24: List of
definitions for interchange circuits between data terminal equipment (DTE)
and data circuit-terminating equipment (DCE))
- über Wählverbindungen:
- V.21: 300bps (Frequenzmodulation)
- V.22: 1200bps (Frequenzmodulation)
- V.22bis : 2400bps
(Phasendifferenzmodulation, vierstufige Verschlüsselung)
- V.32: 9600bps
(Amplituden-Phasen-Modulation)
- V.32bis : 14400bps
(Amplituden-Phasen-Modulation)
- V.34: 28800bps
- V.90: 56000bps: asymmetrisch:
Voraussetzung ist, dass die Provider-Seite volldigital ist, dann sind
vom Provider zum Nutzer bestenfalls Übertragungsraten bis 56Kbps
möglich, während vom Nutzer zum Provider höchstens 33.6Kbps
möglich sind.
- über Standleitungen:
- z.B. V.29 : 9600bps
(Amplituden-Phasen-Modulation)
- hohe Bit-Übertragungsrate:
Breitband-Modems: V.35 Interface; X.21 Interface
- V.36: 48000-72000bps
- V.37: 96000-168000bps
- T1 (Zeitmultiplexkanal, USA): 1,5
Millionen Bit pro Sekunde
- E1 (Zeitmultiplexkanal, CCITT): 2
Millionen Bit pro Sekunde
Weitere Funktionen von Modems
Modulation und Demodulation, die Grundfunktion
eines Modem, gehört eindeutig zur Bitübertragungsschicht. Daneben übernehmen
moderne Modems auch andere Funktionen der Bitübertragungsschicht sowie auch
Funktionen höherer Schichten:
- automatische Leitungsanpassung (fall back):
wenn das Modem feststellt, dass sich die Qualität der empfangenen Signale
verschlechtert, geht es automatisch auf eine niedrigere
Übertragungsgeschwindigkeit über. In regelmäßigen Abständen überprüft das
Modem, ob nun wieder die Übertragung bei der höheren Geschwindigkeit mit
akzeptabler Qualität möglich ist
- Fehlerkorrektur: V.42; MNP4
- Datenkompression: V.42bis ; MNP5
- Multiplexing: z.B. V.33 : 14400 bps werden
erreicht, indem gleichzeitig auf mehreren Kanälen mit einer niedereren
Datenübertragungsrate gesendet wird
MNP-Modem-Klassifikation
MNP (Microcom Networking Protocol) ist ein
De-facto-Standard, der von mehreren Modemherstellern angewandt wird. MNP teilt
Modems nach ihren Leistungen in Klassen von 1-9 ein. Ein Modem einer höheren
Klasse muss fähig sein mit jedem Modem einer niedereren Klasse zu kommunizieren.
Beim Aufbau einer Verbindung (handshaking) legen die beiden Modems die höchste
beiden Modems gemeinsam verfügbare Klasse fest.
Klasse:
- 1 halpduplex, BSC-Verfahren (binary
synchronous communications), asynchron
- 2 vollduplex, BSC-Verfahren, synchron
- 3 vollduplex, HDLC (high level data link
control), asynchron
- 4 wie Klasse 3, aber Optimierung der
Paketgröße und des Formats
- 5 wie Klasse 4, Datenkompression (2:1)
- 6 halbduplex, Datenkompression (2:1),
synchron
- 7 wie Klasse 4, Datenkompression (3:1)
- 8 wie Klasse 6, Datenkompression (3:1)
- 9 wie Klasse 7, alle Fähigkeiten nach V.32
- 10 für besonders schlechte
Leitungsverbindungen. Beginn mit niedrigster Baud-Rate und dann allmähliches
Hochschalten. Paketgröße variiert je nach Übertragungsqualität
Wichtige Parameter zur Konfiguration eines
Modem
Connection:
- Port: Serieller Port des PC, an den das
Modem angeschlossen ist: COM1, COM2, COM3, COM4; meist COM2
- Speed: bps-Rate
- Communications Settings:
Format: Data_Bits -- Parity -- Stop_Bits:
- 8-N-1 = ein Zeichen besteht aus 8 Bit, hat
kein Parity Bit, 1 Stopbit: für die meisten BBSe
- 7-E-1 = ein Zeichen besteht aus 7 Bit, hat
ein Parity Bit mit even parity, 1 Stopbit: vorwiegend für Kommunikation mit
UNIX-Computern oder IBM-Mainframes
Modem:
Mit Smartmodem 300 führte Hayes ein Modem ein
mit einer eigenen Kommandosprache. Dieses Hayes (BASIC) AT Command Set wurde
unterdessen ein De-facto-Standard. Dazu führten die verschiedenen Hersteller
Erweiterungen ein (Extended AT Command Sets, Enhanced AT Command Sets), die
proprietär und nicht standardisiert sind. Bei Zyxel z.B. erkennt man die
Extended Commands am Präfix &, die Enhanced Commands am Präfix +.
Hayes Commands oder Command Lines müssen mit
der Einleitungssequenz
AT (Attend!) beginnen.
Einige Hayes AT Commands:
- ATZ = Rücksetzung der
Modemeinstellungen auf Default (Hersteller-Vorgabe)
- +++ATH = Unterbrechen einer
Sitzung und Aufhängen (ESCape sequence code; entspricht der Benutzung der
ESC-Taste <Unterbrechungstaste>)
- Dial Prefix: Wählverfahren
- ATDP = Dialtone Pulse =
Impulswahl-Verfahren (IWF)
- ATDT = Dialtone Tone =
Mehrfrequenzwahl-Verfahren (MFV)
Initialization String: Bestimmt die
Modemeinstellungen für die entsprechende Verbindung. Produktabhängig. Es lohnt
sich, beim Kauf eines Kommunikationsprogramms darauf zu achten, dass für das
eigene Modem der Initialization String schon angegeben ist
Terminalemulation:
Einstellung des Virtual Terminal
- TTY = (Generic Teletype): einfachste
Terminalemulation. Keine Möglichkeit, einen Cursor zu benutzen
- ANSI = (IBM-PC)
- VT 52
- VT 100 = im Zweifelsfall
die beste Einstellung
- VT 102
die VT-Reihe ist abwärts kompatibel
File Transfer:
Einstellung des Filetransferprotokolls, das der
Host unterstützt und das für Filetransfer benutzt werden soll (Xmodem, Zmodem
usw. s.unten).
Session: Einstellungen für die
betreffende Verbindung, z.B.:
- Script zum automatischen Einloggen
- Login
- Passwort
- Windows Settings
- Besondere Tastaturbelegungen
Workstation:
Einstellungen für die Client-Software, z.B.
- Script, die bestimmte Client-Software
aufruft oder initialisiert
- Arbeits-Directory, Download-Directory
Bedeutung der Anzeige am Modem
- AA = Auto Answer:
- Das Modem ist bereit, selbst das Telefon bei
einem Anruf abzuheben
- CD = Carrier Detect.
- Modem hat Kontakt mit anderem Modem
aufgenommen
- CTS = Clear to Send.
- Modem ist bereit, vom Computer Daten zu
empfangen
- DTR = Data Terminal Ready.
- Computer ist bereit, ans Modem Daten zu
übergeben
- EC = Error Control.
- Modem-eigenes Error Control Protokoll <z.B.
MNP4, V.42> ist eingeschaltet
- HS = High Speed.
- Höchste Übertragungsrate
- OH = Off Hook.
- Telefonleitung abgehoben
- RD = Receive Data
- RXD = Receive Data
- SD = Send (Transmit) Data
- SQ = Signal Quality.
- TD = Send (Transmit) Data
- TXD = Send (Transmit) Data
Kabelmodem:
Für die Nutzung von TV-Kabel-Netzen zur
Datenübertragung sind spezielle Kabelmodems nötig. Ihre höchstmöglichen
Übertragungsgeschwindigkeiten (bis 40 MBit pro Sekunde) übersteigt bei weitem
die Internetzugänge der meisten Internet Service Provider (so hat z.B. die
Swisscom für Internetübertragung über den Atlantik eine Gesamtkapazität von 14
MBit pro Sekunde!). Kabelmodems sollen in Zukunft nicht nur als Peripheriegeräte
für Computer dienen, sondern Bestandteil der sogenannten
Settop-Boxen sein, die das Fernsehgerät zum Internet-Terminal machen.
"Das Rennen um den zukünftigen
Kabelmodem-Standard ist momentan noch in vollem Gange. In Europa wurden
Kabelmodems gemäß dem DVB/DAVIC-Standard vorgeschlagen; in den USA wird der
von der Cable-Labs definierte Standard MCNS/DOCSIS bevorzugt. Alle bis jetzt
eingesetzten Kabelmodems nutzen proprietäre Techniken und werden mit diesen
zukünftigen Standards nicht kompatibel sein. Dass der Anwendungsbereich der
Kabelmodems nicht nur auf den Transport von Datenpakten (IP-Access)
beschränkt sein sollte, ist ein ganz wesentlicher Aspekt, der beim
Vergleichen der verschiedenen Standards in Betracht zu ziehen ist. Auch
sollten diese Geräte in der Lage sein, verschiedene Dienstgüteklassen
(garantierte Bitraten, minimale Bitraten usw.) zu unterscheiden.
MCNS bedeutet Multimedia Cable Network
System, DOCSIS steht für
Data Over Cable Service Interface Specifications. In den USA wird die
Weiterentwicklung dieses Standards durch die Cable Labs [Zugriff am
1.6.1999], eine Organisation der amerikanischen Kabel-TV-Betreiber
vorangetrieben. Die Version 1.0 des Standards liegt seit einigen Monaten vor
und hat sich bereits in vielen Tests bewährt. Die Cable-Labs hat für viele
Hersteller von entsprechenden Ausrüstungen bereits eine Zertifizierung
abgegeben. Einige Systeme sind in Betrieb. Für Europa wird dieses System den
europäischen Gegebenheiten der Kabel-TV-Netze angepasst. Darum haben sich
einige dieser Lieferanten Ende letzten Jahres [1998] organisiert, um einen
europäischen MCNS/DOCSIS-Standard zu definieren. ... Die Unterschiede zum
amerikanischen Pendant betreffen vor allem die physikalische Schicht.
DVB steht für Digital Video Broadcasting
Project, DAVIC ist die Abkürzung von Digital Audio Visual Council.
Der technische Ausschuss der europäischen Vereinigung der Kabel-TV-Anbieter
(ECCA [Zugriff am 1.6.1999]), die Euro Cable Labs (ECL), favorisiert den
Kabelmodem-Standard DVB/DAVIC. Es haben sich deshalb letztes Jahr namhafte
Hersteller zu einem Konsortium zusammengeschlossen, um gemeinsam
Kompatibilitätstests durchzuführen. ... Erste Geräte befinden sich in
Serienproduktion.
Die europäische Norm hat gegenüber dem
amerikanischen MCNS/DOCSIS-Standard für Kabelnetze in Europa (oder in der
DBV-Welt) einige Vorteile. Diese liegen vor allem in der Möglichkeit,
TV-Signale und Computerdaten gemeinsam über denselben Kanal zu übertragen.
... Ende letzten Jahres [1998] gründete die ECCA eine neue
Kabelmodem-Gruppe, welche die Verbreitung eines Euro-Modems auf der Basis
des DVB/DAVIC-Standards fördern soll."
Channel service unit/Data service unit
(CSU/DSU):
Für durchgehende Digitalverbindungen

Abb.: Teleprocessing Products
Model 1 CSU/DSU
Codec -- Coder-decoder
Für die Übertragung analoger Daten über
digitale Leitungen (z.B. ISDN) bedarf es eines Codec, eines Umwandlers von
analogen Signalen in eine digitale Übertragungsfunktion und umgekehrt. Für ISDN
gibt es Codecs als sog.
a/b-Adapter. In den meisten ISDN-Telekommunikationsanlagen (TK-Anlagen)
sind Codecs eingebaut.
Packet assembler/deassembler (PAD)
Zum Zugang zu Packet-switched networks
DSL-Modems
Zum Zugang zu Digital Subscriber Line (z.B.
ADSL Asymmetrical DSL) sind spezielle DSL-Modems nötig.
Übertragungsmedien, physikalisch-technische
Aspekte
Übertragungsarten:
- materielle Übertragung: z.B. Transport von
CD-ROMs
- geführte (leitungsgebundene) Übertragung
- ungeführte Übertragung: Funkübertragung usw.
|
Merke: Ein Lastwagen voll CD-ROMs ist immer noch die schnellste
Datenübertragungsmöglichkeit von Hamburg nach München |
Geführte (leitungsgebundene) Übertragung:
Fernsprech-, Daten- und Fernseh-Kabel
Kabel aus metallischen Leitern
Aufbau der Übertragungsstrecke:
Quelle -> Umsetzer ->
Verstärker (Sender) -> Leitung (Kabel)
-> Verstärker (Empfänger) -> Umsetzer -> Ausgabe |
u.a
Verdrillte Zweidrahtleiter
(twisted-pair wire):
Durch eine Verseilung (systematische
Verdrillung) von Kupferadern erreicht man eine Kompensation von Störeinflüssen,
die unverdrillte Adern aufeinander sowie äußere Störquellen ausüben würden.
ISO/IEC 11801 ist die internationale Norm für
Kabelkategorien und Anwendungsklassen von Verdrillten Zweidrahtleitern:
Kabelkategorien definieren die einzelnen Kabel
einer Verkabelung nach der möglichen Bandbreite:
|
Kategorie |
Bandbreite |
| 1 |
keine
Leistungskriterien festgelegt |
| 2 |
1 MHz (Megaherz
) |
| 3 |
16 MHz |
| 4 |
20 MHz |
| 5 |
100 MHz |
| 6 (Normvorschlag) |
200 MHz |
| 7 (Normvorschlag) |
600 MHz |
Kategorie 1 bis 6 sind als abgeschirmte und
unabgeschirmte verdrillte Zweidrahtleiter realisierbar, Kategorie 7 nur als
abgeschirmt. Die meisten Unternehmen verwenden zur Zeit zur Anbindung der
Arbeitsplätze Kategorie 5 Kabel.
Die gesamte Übertragungsstrecke wird in ISO/IEC
11801 in Anwendungsklassen eingeteilt:
|
Klasse |
Bandbreite |
Anwendungsbeispiele |
| A |
bis 100 kHz
(Kiloherz) |
Analogtelefon |
| B |
bis 1 MHz
(Megaherz) |
ISDN |
| C |
bis 16 MHz |
10 Base-T, Token Ring 4MBit/s |
| D |
bis 100 MHz |
100 Base-TX |
| E (Normvorschlag) |
bis 250 MHz |
ATM 155 MBit/s |
| F (Normvorschlag) |
bis 600 MHz |
Gigabit Ethernet, ATM 622
MBit/s |
| (Glasfaser) |
10 MHz und höher |
|
Es gibt folgende Klassen von Verdrillten
Zweidrahtleitern::
Koaxialkabel:
ein Koaxialkabel besitzt eine zentrale Innenader aus Kupfer und einen
rohrförmigen Außenleiter (Kupferdrahtnetz) als Rückleiter, der gleichzeitig als
Faradayscher-Käfig zur Abschirmung dient. Zwischen Innenleiter und Außenleiter
ist eine Plastikisolierung. Das ganze Kabel ist nach Außen isoliert.

Abb.: Koaxialkabel
Es gibt folgende Klassen von Koaxialkabeln:
- Basisband (baseband) Koaxialkabel:
Beim Baseband wird für das einzelne Signal die ganze Bandbreite des Kabels
verwendet, d.h. gleichzeitig geht immer nur ein Signal über das Kabel. Für
digitale Übertragung. Von Ethernet verwendet
- Breitband (broadband) Koaxialkabel:
Die Bandbreite des Kabels ist in Kanäle mit verschiedenen Frequenzbereichen
aufgeteilt; es werden also gleichzeitig mehrere Signale übertragen: analoge
Breitbandverteilernetze (TV-Kabelnetz)
| Basisband |
Breitband |
ungenutzte
Bandbreite |
Kanal n |
| .... |
| Kanal 3 |
| Kanal 2 |
| nur ein
einziger Kanal |
Kanal 1 |
Licht(wellen)leiter (LWL): Glasfaserkabel
(fiber optic cable)
Aufbau der Übertragungsstrecke:
|
Quelle -> Umsetzer ->
Strahler -> Lichtwellenleiter
-> Detektor -> Umsetzer -> Ausgabe |

Abb.: Übertragung über
Lichtwellenleiter
In Glasfaserkabeln werden Lichtimpulse
transportiert. Deshalb können elektromagnetische Störeinflüsse nicht wirksam
werden. Da ein Glasfaserstrang die Daten nur in einer Richtung weiterleitet,
besteht ein Kabel aus mindestens zwei isolierten Strängen aus Glasfasern. Das
elektrische Eingangssignal wird durch infrarotstrahlende Luminiszenzdioden (IRED
bzw. LED) oder Halbleiterlaser in ein optisches Signal verwandelt, das optische
Signal wird auf Empfängerseite durch eine Photodiode wieder in ein elektrisches
Signal zurückverwandelt.

Abb.: Glasfaserbündel
Vorteile von Lichtwellenleitern gegenüber
elektrischen Leitern:
- fast keine Abschwächung des Signals über
große Entfernungen
- kein leiterbedingtes Rauschen
- kein Übersprechen (Überspringen des Signals
von einem Kanal auf einen anderen)
- keine Anfälligkeit für elektromagnetische
Störeinflüsse
- keine elektromagnetische Ausstrahlung, damit
keine Möglichkeit auf elektromagnetischem Weg Signale abzufangen
(Datensicherheit!)
Die beiden wichtigsten Kriterien bei
Lichtleiterverkabelung sind der minimal zulässige Biegeradius sowie die
höchstzulässige Dehnung. Die Verbindung von Lichtwellenleitern ist eine sehr
schwierige Arbeit, die man nur ausgewiesenen Fachkräften überlassen sollte.
Man unterscheidet Lichtwellenleiter danach, wie
der Lichtstrahl im Leiter läuft: läuft das Licht stark im "Zickzack" spricht man
von hohen Modes (multimode), läuft das Licht parallel zur Achse des
Lichtwellenleiters spricht man von monomode:
- Multimode-Lichtwellenleiter mit
Stufenindex-Profil (Step-index multimode)

Abb.:
Multimode-Lichtwellenleiter mit Stufenindex-Profil
-
Multimode-Lichtwellenleiter mit
Gradientenindex-Profil (Graded-index multimode): wird vor allem in LANs
eingesetzt

Abb.:
Multimode-Lichtwellenleiter mit Gradientenindex-Profil
-
Monomode-Lichtwellenleiter mit
Single-Stufenindex-Profil (Single-index monomode): für sehr lange Distanzen
und große Bandbreite, sehr teuer und sehr schwierig zu bearbeiten

Abb.:
Monomode-Lichtwellenleiter
-
Plastikkabel: billig, nur für
wenige Meter einsetzbar
-
Plastikbeschichtetes
Silica-Kabel: etwas teurer und etwas besser als Plastikkabel
| "Minderwertige
Lichtwellenleiter weisen bereits nach einigen Monaten aufgrund der Zug- und
Querbelastung höhere Dämpfungswerte auf, wodurch die Wahrscheinlichkeit
steigt, dass eine Verbindung ausfällt. Deshalb ist es angebracht, den
Lieferanten eines neuen Kabelsystems zu verpflichten, nach spätestens zwei
Jahren das Netz erneut durchzumessen."
|
Abb.: Steckverbindungen für
Glasfaserkabel: Optoclip II ™ der Firmen Ackermann und Huber + Suhner [Zugriff
am 3.6.1999]
Es gibt auch Hybridkabel, die
sowohl Glasfaser als auch Kupferkabel enthalten.
Das längste Glasfaserkabel der Welt besitzt
gegenwärtig die Deutsche Telekom: 1998 nahm sie die 17 000 km lange
Glasfaserleitung Frankfurt -- Schanghai in Betrieb. Kapazität: zweimal 155
MBit/Sekunde.
Weiterführende Ressourcen zu
Lichtwellenleitern:
Fernsehkabel:
Datentransport (z.B. Internet-Zugriff) über
TV-Kabel ist vor allem wegen der im Vergleich zu herkömmlichen analogen
Modems sehr hohen Geschwindigkeit der Kabelmodems interessant: im besten Fall 40
MBit pro Sekunde!
"Um diese hohen Durchsatzraten nutzen zu
können, muss aber auch die Internet-Anbindung des Kabelnetz-Betreibers
entsprechend ausgelegt sein. Der Engpass beim Datenaustausch mit dem
Internet befindet sich somit nicht mehr auf der 'letzten Meile' vor dem
Bildschirm des Anwenders, sondern in der Infrastruktur des
Internet-Service-Providers. Cablecom und Swiss Online verfügen über eine
Verbindung von 14 MBit/s über den Atlantik.
Beim schnellen Internet-Zugriff über
Kabel-TV-Anlagen zeigen sich auf der ganzen Welt mehr oder weniger dieselben
Probleme. Die Anpassung der Kabel-TV-Netze und der Umbau der kompletten
Hausverteilungsanlage gehen langsam vorwärts. Vor allem bei größeren
Netzwerkknoten mit vielen aufgeschalteten aktiven Hausverteilanlagen treten
noch Übertragungsstörungen (Ingress-Probleme) auf. Die Hausverteilanlagen
müssen mit speziellen Filtern und neuen Multimedia-tauglichen Antennendosen
umgerüstet werden. Weil es noch keinen allgemein akzeptierten Standard gibt,
sind in den meisten Netzen proprietäre Lösungen, beispielsweise von COM21,
Motorola, Lan-City, NMS oder Terayon in Betrieb. Doch wo diese Hürden
überwunden und der Internet-Zugang in Betrieb genommen wurde, ist die
Begeisterung groß."
Bei Übertragung über Fernsehkabel werden für
den Datenverkehr vom Nutzer weg und den Datenverkehr zum Nutzer verschiedene
Frequenzbereiche verwendet. Die Bandbreite ist asymmetrisch: für den Datenstrom
zum Nutzer ist eine viel größere Bandbreite reserviert als für den Datenstrom
vom Nutzer weg. Der Datenstrom ist ähnlich wie bei Ethernet: der Datenstrom geht
über das ganze Netz und der berechtigte Nutzer "fischt" die Datenpakete, die für
ihn bestimmt sind heraus. Deswegen braucht der Nutzer sich auch nicht
einzuwählen (er hat ja keine dedicated oder switched Line). Wenn der Computer
(oder Fernseher) angeschaltet ist, ist er wie bei einem Ethernet-LAN dem
Fernsehkabel verbunden. So gibt es auch keine nutzungsabhängige Gebühren,
sondern nur Pauschalen. Diese Broadcast-Struktur macht Fernsehkabelübertragung
wenig geeignet für sicherheitssensible Datenübertragungen: geschickte
"Schnüffler" können fremde Daten relativ leicht abfangen. Auch macht die
Tatsache, dass man versucht ist, den Computer einfach online angeschaltet zu
lassen, das Fernsehkabel zu einem gut geeigneten Einfallstor für
Hacker-Attacken.
Strukturierte Verkabelung
Bei der Verkabelung unterscheidet man grob zwei
Strategien:
- Vollverkabelung: unabhängig von der
tatsächlichen Belegung
- Bedarfsverkabelung: am jeweiligen
tatsächlichen Bedarf orientiert
Strukturierte Verkabelung umfasst:
- Primärbereich: Geländeverkabelung
- Sekundärbereich: Gebäudeverkabelung zwischen
den Etagen oder Bereichen eines Gebäudes
- Tertiärverkabelung: Etagenverkabelung bzw.
Bereichsverkabelung
Spezifikationen und Normen für Verkabelung im
Inhouse-Bereich wurden erst seit Anfang der achtziger Jahre entwickelt. Lange
Zeit galt das IBM Verkabelungs-System als Industriestandard. Einen echten
Fortschritt stellte 1991 EIA/TIA 568 dar. 1979/98 wurden neue Standards
angekündigt.
ISO/IEC 11801 Generic Cabling for Customer
Premises gibt Empfehlungen zum Aufbau eines Kabelsystems, zu den
einzusetzenden Kabeltypen, zu Anforderungen an die Kabel und Steckverbinder usw.
Für die Verkabelung ist wichtig die Beachtung
des deutschen Bundesgesetzes vom 9.11.1992 über die elektromagnetische
Verträglichkeit von Geräten (EMVG).
Diese Standards sind unbedingt bei
Gebäudeverkabelungen zu beachten!
IVS -- IBM Verkabelungs-System
IVS wurde von IBM Anfang der achtziger Jahre
entwickelt und seither laufend erweitert. Es definiert verschiedene Kabeltypen
(STP-Kabel), z.B.:
- Typ 1: zwei verdrillte Doppeladern, doppelt
abgeschirmt (je eine Abschirmung pro Doppelader + eine gemeinsame
Abschirmung)

Abb.: Typ 1-Kabel
- Typ 3: verdrillte Doppeladern, nicht
abgeschirmt (Telefonkabelqualität)

Abb.: Typ 3-Kabel
- Typ 5: Glasfaserkabel mit 2 Lichtleitern
100/140 Micron

Abb.: Typ 5-Kabel
EIA/TIA 568 Commercial Building
Telecommunication Cabling Standard
Dieser Standard wurde 1991 von
EIA
(Electronics Industries Association) und TIA
(Telecommunications Industry Association) [Zugriff jeweils am 3.6.1999]
herausgegeben. In den darauffolgenden Jahren wurden Ergänzungen herausgegeben,
zusammen mit dem Originalstandard bilden sie den EIA/TIA 568-A
Standard (für die Verkabelung von Gebäuden gibt es noch weitere
EIA/TIA-Standards).
EIA/TIA 568-A ist ein internationales Standard,
der den Aufbau und das Management eines strukturierten Kabelsystems definiert.
Es ist ein hierarchisch organisiertes Verkabelungssystem. Die Hierarchie ist in
folgendem Diagramm dargestellt:

Abb.: EIA/TIA Hierarchie der
strukturierten Verkabelung
Verkabelung Workstations zu
Telecommunications closet:
Der Standard sieht vor, dass es von den
Telecommunication Closets zu jedem Arbeitsplatz zwei Kupfer-basierte
Informationswege geben muss:
- einen für Telefon
- einen für Datenübertragung
Jedes Glasfaserkabel muss in Ergänzung zu
diesen beiden Kabeln installiert werden, nicht als Ersatz!
Die Kabellänge von Workstation zu
Telecommunications closet darf nicht länger als 90 Meter sein. EIA/TIA 568-A
nennt geeignete Kabeltypen
Telecommunication closets:
Telecommunication closets sind Räume, in
denen sich die Hubs und/oder Switches für die angeschlossenen
Arbeitsbereiche befinden. Unter Umständen können auf einer Etage mehrere
Telcommunication closets sein.
Equipment room:
Equipment room ist der Endpunkt der
Backbone-Verkabelung
Main connect:
Main connect ist zentraler
Vermittlungspunkt für das ganze WAN
Für die Verkabelung des WAN-Backbones nennt
EIA/TIA 568-A folgende maximalen Kabellängen:
| |
Multimode Glasfaser |
Single-mode Glasfaser |
Kupfer (UTP) (Telefon) |
| Main connect nach
Telecommunication closet |
2000 m |
3000 m |
800 m |
| Equipment room nach
Telecommunication closet |
500 m |
500 m |
500 m |
| Main connect nach Equipment
room |
1500 m |
1500 m |
300 m |
Geführte Übertragung: Elektrokabel:
Mit der Deregulierung der
Telekommunikationsdienste (Aufhebung des staatlichen PTT-Monopols) ergibt sich
für andere Anbieter das Problem, dass sie für die so genannte "letzte Meile",
d.h. die Leitungszuführung zum Individualkunden entweder auf die
Telefon-Hauszuleitungen der Telekom angewiesen sind oder Eigentümer von
TV-Kabelsystemen sind. Alle Privathaushalte sind aber auch an das Leitungsnetz
der Elektrizitätsversorger angeschlossen. Da die Elektrizitätsversorger über
ihre Fernleitungen sehr leicht und preiswert Glasfaser ziehen können, besteht
für sie die Herausforderung, ob man nicht die elektrischen Zuleitungen zu den
Privathaushalten sowie die fein verästelte Installation innerhalb der Haushalte
als Medium für Daten- und Fernsprechübertragung verwenden kann (Powerline
Communication). Doch -- wie immer -- steckt der Teufel im Detail:
"Doch was auf den ersten Blick als ideale
Voraussetzung für eine flächendeckende Telecom-Infrastruktur aussieht, hat
leider ziemlich arge Tücken. Diese sind einerseits technisch bedingt;
anderseits sind die heute geltenden internationalen Fernmeldegesetze der
Sache alles andere als förderlich. Die Stromnetze sind technisch und
rechtlich für die Energieverteilung ausgelegt und eignen sich deshalb
schlecht für die Datenübertragung. Probleme bereiten vor allem Störungen,
die alltägliche Stromverbraucher wie Kaffeemühlen, Mixer, Bohrmaschinen oder
Lichtdimmer verursachen. Die Störpegel sind nicht nur hoch, sondern decken
auch ein breitbandiges Spektrum ab: Es reicht praktisch von 0 bis 100 kHz
und überschneidet sich damit weitgehend mit dem Bereich von 3 bis 148,5 kHz,
den das europäische Normierungsinstitut CENELEC (Comité Européen de
Normalisation Electrotechnique) 1991 als nutzbaren Frequenzbereich für
die Datenübertragung auf Stromleitungen auserkoren hat. -- Der von der
Normierungsbehörde festgesetzte maximale Sendepegel von 5 Milliwatt 'sorgt'
dann noch zusätzlich dafür, dass die Nutzsignale es schwer haben, gegen die
Störungen im Netz aufzukommen. Das Resultat: CENELEC-konforme
Datenübertragung, die einigermaßen zuverlässig sein soll, ist selbst bei
Einsatz modernster Modemtechnik mit optimierten Übertragungsverfahren sehr
langsam. In der Praxis betragen die Datenraten nach einem Bericht des
Fachmagazins
c't zwischen
300 und 4800 Bit pro Sekunde (Bit/s). Zwar soll es der Firma Polytrax
1998 gelungen sein, eine Verbindung mit 27 KBit/s zu realisieren.
Berauschend ist dies allerdings nicht: Modemverbindungen auf dem
herkömmlichen Telefonnetz erlauben doppelt so hohe Übertragungsraten.
Auch in den USA, wo andere Bestimmungen
gelten, kämpfen die Entwickler und Hersteller seit Jahren mit großen
Schwierigkeiten. Das Paradebeispiel dafür ist diese Novell Embedded Systems
Technology (NEST), die Novell 1995 mit Pauken und Trompeten angekündigt
hatte (man versprach damals Übertragungskapazitäten von bis zu 2 MBit/s).
Zwei Jahre später warf der Softwareriese das Handtuch und verhökerte
NEST an das neu gegründete Unternehmen Intelogis , das vor
kurzem in einem störungsfreien Bereich des Spektrums 350 KBit/s erreicht
haben soll, allerdings nur über eine maximale Distanz von 800 Metern. Womit
sich eine weitere Hürde offenbart: die mit steigender Trägerfrequenz
zunehmende Signaldämpfung. Die Störungen und Verluste auf Stromleitungen
wirken sich laut c't so drastisch aus, dass es den Technikern
selbst bei hoher Übertragungsbandbreite noch nicht gelungen ist, einen
digitalisierten Telefondienst zu realisieren."

Abb.: "Internet aus der
Steckdose": Düne® (Datenübertragung über Niedrigspannungsnetze) der BeWAG
Ungeführte Übertragung: Kabellos
Aufbau der Übertragungsstrecke:
|
Quelle -> Umsetzer ->
Sender -> Freier Raum
-> Empfänger -> Umsetzer -> Ausgabe |
Ungeführte Übertragung ermöglicht u.a.
Telekommunikation in unwegsamen Gebieten (Satellitensysteme) sowie mobile
Kommunikation (-> nomade computing).

Abb.: Die drei Medien der
transatlantischen Nachrichtenverkehrs: Seekabel, Kurzwellenfunk, Satellitenfunk
[Vorlage der Abb.: Schwerelos
: Satelliten und die globale Kommunikation / hrsg. von Birgit-Susann Mathis ...
-- Frankfurt a. M. : Museum für Post und Kommunikation, ©1996. -- S.21]
Infrarot Übertragung
Da der Infrarotbereich außerhalb des
Radiospektrums liegt, bedarf Infrarot-Übertragung keiner radiotechnischen
Genehmigung (Fernsehfernbedienungen beruhen oft auf Infrarot). Zwischen Sender
und Empfänger darf keine Wand sein. Reichweite: 20 bis 25 Meter. Wird vor allem
zur Verbindung zwischen Notebooks und PC verwendet (man muss den Notebook nicht
bei jeder Datenübertragung ankabeln).
Laser Übertragung
Als Beispiel für Übertragungslösungen mit Laser
diene die Produktserie TerraLink™ der Firma
AstroTerra
| |
Reichweite |
Übertragungsrate |
| TerraLink 1000 Series |
bis 1 km |
bis 155
MBit/Sekunde |
| TerraLink 2000 |
bis 2,5 km |
10 bis 155
MBit/Sekunde |
| TerraLink 3000 |
bis 3,75 km |
10 bis 155
MBit/Sekunde |
| TerraLink 8-155 |
bis 8 km |
10 bis 230
MBit/Sekunde |
| TerraLink 8-622 |
bis 3,5 km |
155 bis 622
MBit/Sekunde |
Satellitensysteme
Satellitenfunk überwindet die begrenzten
Reichweiten, die terrestrische Funkverbindungen aufweisen.
Als vermittelnde Übertragungsstation kann
dienen
- GEOS -- Geosynchronous
Earth Orbit Satellite: geostationärer (geosynchroner) Satellit. Ein
geostationärer Satellit ist ein Satellit, der sich synchron mit der
Erdumdrehung bewegt (11000 km/h) und sich so inbezug auf die Erde nicht
bewegt (stationär ist). Die Position eines geostationären Satelliten
(bezogen auf die Südrichtung) wird als Orbitposition bezeichnet. GEOSs
müssen eine Erdentfernung von 36000 km haben. Ein einzelner GEOS kann ca.
42% der Erdoberfläche nachrichtentechnisch versorgen
- MEOS -- Medium Earth Orbit
Satellite auf mittlerer Höhe (um 20000 km herum): nichtstationär. Auf dieser
Höhe sind z.B. GPS (Global Positioning System) Satelliten
- LEOS -- Low Earth Orbit
Satellite: zwischen 500 und 1500 km Höhe. Näheres s. unten

Abb.: GEO, MEO, LEO
Unterscheide:
- Fernmeldesatellit (communication satellite)
- Rundfunksatellit (broadcasting satellite)
- Navigationssatellit (als
Navigationsbezugspunkte)
- Beobachtungs- und Erkundungssatellit (z.B:
Wettersatellit, Spionagesatellit)
- VSAT-Netzwerke:
- VSAT = Very small aperture terminal sind
kleine Systeme mit Satellitenempfängerantennen. Ein VSAT-Netzwerk besteht
aus vielen VSAT, die über einen Satelliten zu zentralen Vermittlungsstellen
auf der Erde verbunden sind. VSAT- Netzwerke könnten die schlechte
Telekommunikationsinfrastruktur z.B. in Afrika, Indien oder Indonesien
grundlegend verändern.
"Der Bedarf an VSAT-Systemen ist enorm.
Praktisch jedes Unternehmen mit geographisch stark verteiltem
beziehungsweise länderübergreifendem Netzwerk hat hiermit die Möglichkeit,
seine Kreditkartenprüfung, Bestandsteuerung, das Bestell- und
Ersatzteilwesen, die firmeninterne Kommunikation und eine Vielzahl anderer
Anwendungen wie File Transfer, Lotus Notes, SAP R3 oder interaktive
Schulungen zentral, schnell und kostengünstig zu organisieren. Vorteile
also, die insbesondere internationalen Konzernen, Reiseveranstaltern,
Automobilherstellern, Versicherungen, Bauunternehmen, Banken und
Mineralölgesellschaften wie auch Einzel-/Großhandelsunternehmen, öffentliche
Verwaltungen, Behörden und Rechenzentren zugute kommen." [Engelhardt,
Harald: Satelliten ergänzen das Festnetz. -- In:
Funkschau.
-
- Inmarsat -- International Satellite
Organization:
- Inmarsat ist das einzige öffentliche
Mobilfunknetz mit weltweiter Ausdehnung, basierend auf einer internationalen
Organisation von über 70 Staaten. Das Rückgrat von Inmarsat bilden vier
geostationäre Satelliten über den Ozeanen. Inmarsat setzt Parabolanlagen
(VSAT) voraus. Homepage:
http://www.alphatelecom.ru/inmarsat/engindex.htm.
-
- Inmarsat-A:
- Selbstwahl-Verbindungen bis zu 9600 bps
von und zu allen Punkten auf der Welt (z.B. Schiffe auf hoher See,
Expeditionen, Katastrophenhilfsdienste, mobile Büros)
- Inmarsat-B:
- Verbesserte Form von Inmarsat-A
- Inmarsat-C:
- globale Alternative zu landgestützten
Möglichkeiten der Datenübertragung. Möglichkeit der Positionierung von
Fahrzeugen usw.
- Inmarsat-E:
- Seenotrufsystem
Rundfunk:
Bestehende Rundfunksysteme können zum
Data Broadcasting
genutzt werden. Als Übertragungsmittel dienen
- terrestrische Funkanlagen
- Rundfunk- und Fernsehkabel
- Satelliten
Es gibt zwei Möglichkeiten:
- Vollfrequenzverfahren: man nutzt eine ganze,
vom Rundfunk nicht genutzte Frequenz alleine: bekanntestes Beispiel ist der
Wetterfunk
- Unterträgerverfahren: man übertragt auf
freien Frequenzteilen einer vom Hörfunk oder Fernsehen genutzten Frequenz:
bekanntestes Beispiel ist Videotext, der auf "Lücken" des Fernsehkanals
ausgestrahlt wird
Beim Broadcasting erfolgt die Übertragung nur
in einer Richtung (es ist nicht wirklich interaktiv). Die Übertragungsraten sind
hoch.
Der Empfänger eines Data-Broadcasting-Dienstes
benötigt einen Computer oder ein multimediales Fernsehgerät (Fernsehgerät mit
integriertem PC) sowie einen Decoder.
Data Broadcasting eignet sich für:
- Business TV
- allgemeine Informationsverteilung,
Verteilung von Software-Updates u.ä.
- Begleitdienste zu Fernsehprogrammen (vgl.
Untertexte für Hörbehinderte auf Videotext)
Beispiel eines Data-Broadcasting-Dienstes:
b.i.s. börsen-informations-systeme AG. -- URL:
http://www.bis.de/. ["'WinBis'
ist eine Software für PC, die mittlerweile für die Betriebssysteme WIN 3.xx, WIN
95 bzw. 98 und seit Neuestem auch unter WIN NT und OS/2 zur Verfügung steht. Wir
haben es uns zum Ziel gesetzt, den Finanzprofis in Banken, Versicherungen,
Vermögensberatungen, Industrie- und Handelsunternehmen und nicht zuletzt den
börsenorientierten Privatanlegern, einen zuverlässigen und kostengünstigen
Börsen-Informationsdienst anzubieten, der überall in Deutschland und darüber
hinaus, mit geringem technischen Aufwand und unter Nutzung meist vorhandener
Kommunikationswege, empfangen werden kann. Seit nunmehr 7 Jahren hat sich unser
Service, verbunden mit einer zukunftsweisenden Technologie, auf dem Markt
bewährt."]
Richtfunk:
Richtfunk ist eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung
zwischen festen Funkstellen über ein stark gebündeltes Funkfeld. Für die
Datenübertragung besonders interessant sind Digitale Richtfunksysteme (DRS).
Beim Richtfunk sind normalerweise direkte Übertragungsstrecken von 50 km
möglich. Zwischen dem Sender und dem Empfänger muss Sichtverbindung bestehen.
Längere Strecken erfordern Relaisstationen.
CB-Sprechfunk:
CB -- Citizen Band ist ein Sprechfunk für
jedermann, für den im Gegensatz zum Kurzwellen-Amateurfunk keine Genehmigung und
keine Prüfung erforderlich ist. Die Funkgeräte unterliegen strengen,
einschränkenden Bestimmungen ("Bestimmungen über Sprechfunkanlagen kleiner
Leistung im Frequenzbereich 26960 bis 27410 kHz").
Mobilfunk:
Mobilfunk ermöglicht, Fernsprechverbindungen
zwischen Funktelefon-Endeinrichtungen (auch Modems) und ortsfesten
Telefongeräten oder anderen Funktelefon-Endeinrichtungen herzustellen.
Beim Mobilfunk verwendet man getrennte
Frequenzen für Sendung und Empfang. Sprachübertragung kann analog oder digital
erfolgen, Wahlvorgang und Signalisierung erfolgen digital.
Ende März 1999 einigten sich die Mitglieder der
ITU (International Telecommunication Union) über die technischen Details des
Mobilfunksystems der dritten Generation: IMT-2000 (International Mobile
Telecommunications 2000).
Arten von Mobilfunknetzen in Deutschland:
Die Bezeichnungen mit Buchstaben (A ... E) für
Mobilfunknetze geht auf die historische Abfolge der Netze zurück:
- bis 1957: Inselnetze in
größeren Städten (voneinander unabhängig)
- 1957-1978: Mobilfunknetz A: A-Netz:
Zusammenfassung der Inselnetze zu einem nationalen Netz mit Handvermittlung
- ab 1972: Mobilfunknetz B: B-Netz:
Selbstwähldienst, man musste aber wissen, in welchem der 170 Funkbereiche
der angerufene Teilnehmer sich gerade befindet
- ab 1985: Mobilfunknetz C: C-Netz
(C450): landesweiter Selbstwähldienst (einheitliche Vorwahl: 0161).
Analoge Sprachübertragung, digitale Steuerung und Vermittlung. Das gesamte
Versorgungsgebiet ist in Funkzellen mit 10 bis 50 km Durchmesser aufgeteilt.
Daher die Bezeichnung Cellulartelefon. Bei Wechsel der Funkstation wird
automatisch der Kanal umgeschaltet, auch die Ausgangsleitung der
Mobilstation wird automatisch ihrer Entfernung zur jeweiligen
Funkempfangsstation angepasst
Besondere Varianten des Mobilfunks sind
satellitengestützte Mobilfunksysteme. Weltweit soll dies durch das
IRIDIUM-Projekt (s. oben) ermöglicht werden.
Signale und Übertragung:
Grundbegriffe
- kontinuierlich:
- jeder Wert und Zwischenwert (in einem
bestimmten Bereich) ist zulässig
-
- wertkontinuierlich:
- jeder Messwert ist zulässig
- zeitkontinuierlich:
- jeder Zeitpunkt ist zulässig

- Abb.: wertkontinuierlich +
zeitkontinuierlich = analog
-
-
-
|
analog = wertkontinuierlich und zeitkontinuierlich |
-
- diskret (quantisiert):
- nur bestimmte, voneinander abgegrenzte Werte
sind zulässig. Zwischenwerte sind nicht zulässig
-
- wertdiskret:
- nur bestimmte Werte sind zulässig
-
-
Abb.: wertdiskret
- zeitdiskret:
- nur in bestimmten Zeitintervallen wird das
Signal gesendet oder abgetastet
-
-
Abb.: zeitdiskret
-
-
Abb.: wertdiskret +
zeitdiskret = digital
|
digital = wertdiskret und zeitdiskret |
Signale
Digitale Signale können binär (zweiwertig),
ternär (dreiwertig) usw. sein.
Übertragung
Sowohl analoge als auch digitale Signale können
sowohl analog als auch digital übertragen werden
- analog: wert- und zeitkontinuierliche
Übertragungsfunktion
- digital: wert- und zeitdiskrete
Übertragungsfunktion.
Digitale Übertragung erlaubt größere
Geschwindigkeit, größere Genauigkeit, bessere Fehlerkontrolle, usw.
Eine analoge Übertragung digitaler Signale
bedeutet nicht, dass die digitalen Signale in analoge Signale umgewandelt
werden, sondern es bedeutet, dass die digitalen Signale in diskrete (d.h. klar
von einander abgegrenzte Werte besitzende) Eigenschaften analoger Sinuswellen
(wie Amplitude, Frequenz, Phasensprung) umgewandelt werden (Modulation).
Es gibt also folgende Möglichkeiten:
- analoge Übertragung analoger Signale:
Analoges Signal -- analoge
Übertragungsfunktion - Analoges Signal
z.B. traditionelles Telefon
- analoge Übertragung digitaler Signale:
Digitales Signal -- Modem -- Analoge
Übertragungsfunktion - Modem -- Digitales Signal
- digitale Übertragung analoger Signale:
Analoges Signal -- Codec -- Digitale
Übertragungsfunktion - Codec -- Analoges Signal
z.B. traditionelles Telefon über ISDN, traditionelles Telefon über digitale
Fernleitungen
- digitale Übertragung digitaler Signale:
Digitales Signal -- Digitale
Übertragungsfunktion - Digitales Signal
Nachteile analoger Übertragung:
- Fehleranfälligkeit macht
Fehlerkontrollverfahren und gegebenenfalls Mehrfachübertragung nötig
- begrenzte Datenübertragungsrate
Übertragungsrate:
- Baud
- = Anzahl der Signale (Signaländerungen) pro
Sekunde. Achtung: nur, wenn pro Signaländerung nur 1 Bit (0 oder 1)
übertragen wird, ist Baud = bit/Sekunde (bps). Man kann aber z.B. 4
Signalformen verwenden (a,b,c,d), dann kann man mit jeder Signaländerung
gleichzeitig zwei Bit übertragen usw. (z.B. a=00; b=01; c=10; d=11).
- bps (bit pro Sekunde)
- = Anzahl der binären Werte pro Sekunde. Baud
mal (Bits pro Signaleinheit)
- cps (character pro Sekunde)
- = ein realistischeres Maß für die
tatsächliche Übertragungsrate, da bei bps alle Steuer- und Kontrollbits
mitgerechnet werden
Eine Vorstellung von für eine zeitlich
akzeptable Übertragung nötigen Übertragungsraten gibt folgende Übersicht:
Durchschnittliche Größe in Bytes
(jeweils ohne Anwendung von Datenreduktionverfahren)
| Kreditkartenberechtigungsanforderung |
125 |
| eine Seite e-mail |
600 |
| eine Seite hochauflösendes Fax |
12.500 |
| eine Sekunde digitale Sprachübertragung |
56.000 |
| eine Sekunde vollbewegtes Video |
1.250.000 |
Erforderliche (bzw. wünschenswerte)
Datenübertragungsraten für einige Anwendungen:
| e-mail |
2400 Bits/Sekunde |
| Remote control |
9600 Bits/Sekunde
bis 56 KBits/Sekunde |
| Digitalisiertes Ferngespräch |
64000
Bits/Sekunde |
| Datenbank Textresearche |
bis 1MBit/Sekunde |
| Digital Audio |
1 bis 2
MBits/Sekunde |
| Bildübertragung |
1 bis 8
MBits/Sekunde |
| Komprimiertes Video |
2 bis 10
MBits/Sekunde |
| Medizinische Übertragungen |
bis 50
MBits/Sekunde |
| Bildliche
Dokumentenübertragung |
10 bis 1000
MBits/Sekunde |
| Wissenschaftliche Bilder |
bis 1
GBit/Sekunde |
| Voll-Video |
1 bis 2
Gbit/Sekunde |
Gegenwärtig realisierte Übertragungsraten:
| Dial-Up Modem |
1200 bis 56000
Bits/Sekunde |
| Serielle Schnittstelle |
2000 Bits/Sekunde |
| ISDN |
64000 bis 128000
Bit/Sekunde |
| Parallele Schnittstelle |
300000
Bit/Sekunde |
| T1 digital WAN Leitung |
1,544
Mbit/Sekunde |
| Token Ring LANs |
4 oder 16
MBit/Sekunde |
| Ethernet LANs |
10 oder 100
MBits/Sekunde |
| T3 digital WAN Leitung |
44,184
MBit/Sekunde |
| High-Speed Serial Interface
(HSSI) |
52 MBit/Sekunde |
| FDDI (Fiber Distributed Data
Interface) |
100 MBit/Sekunde |
| Fibre Channel |
1 GBit/Sekunde |
| Gigabit Ethernet |
1 GBit/Sekunde |
| SDH (Synchronous Digital
Hierarchy) |
155,520 oder
622,080 oder 488,320 Mbit/Sekunde |
Bandbreite:
Um unterschiedliche Signale darstellen zu
können, braucht man mehrere Sinuskomponenten, deren Frequenzen sich über einen
größeren Bereich erstrecken müssen. Die Größe des Frequenzbereiches, der zur
Darstellung des Signals notwendig ist, wird als Bandbreite bezeichnet
(Bandbreite = höchste benötigte Frequenz minus niedrigste benötigte Frequenz).
Wie schnell und unerwartet ein Signal zeitlich
schwanken kann (d.h. wie viel Information es tragen kann), hängt fundamental von
seiner Bandbreite ab. Folgende Übersicht zeigt die benötigten Bandbreiten für
verschiedene Übertragungssysteme:
| |
Bandbreite |
relativ zur
Telefonbandbreite |
| Telex |
200 Hertz |
0.05 : 1 |
| Telefon |
4.000 Hertz |
1 : 1 |
| Hifi-Anlage |
16.000 Hertz |
4 : 1 |
| Fernsehen |
4.000.000 Hertz |
1000 : 1 |
Die enormen Bandbreiten, die
Hochgeschwindigkeitsanwendungen benötigen, zeigt folgende Tabelle:
|
Anwendung |
Datenmenge |
Übertragungsdauer bei
64 KB/s |
Übertragungsdauer bei
10 MB/s |
|
Computer-Tomographie |
0,5 MB |
1,3 Min |
0,5 Sek |
| CAD-Datei |
5 MB |
13 Min |
5 Sek |
| Layoutseite |
6 MB |
15 Min |
6 Sek |
| Zeitungsseite
s/w |
30 MB |
1,25 Std |
30 Sek |
|
Computer-Animation 25 Frames pro Sek |
1,6 GB |
7 Std |
25 Min |
| Simulation |
2 GB |
über 8 Std |
33 Min |
Solchen Anwendungen im Bedarfsfall die nötige
Bandbreite zu garantieren gehört zu Quality-of-Service (QoS): Bandwith on Demand
oder Bandwith Reservation.
Den Zusammenhang zwischen Bandbreite und
theoretischer Höchstzahl von aufeinanderfolgenden, voneinander unabhängigen
Amplitudenwerten (d.h. Signale) pro Sekunde gibt das Abtast-Theorem an.
(Abtastung = Ermittlung des Signalwertes in bestimmten Zeitintervallen). Danach
kann ein Signal mit einer Bandbreite von B Hertz höchstens 2B
aufeinanderfolgende, voneinander unabhängige Amplitudenwerte innerhalb einer
Sekunde annehmen. So erlaubt z.B. eine Telefonleitung mit einer Bandbreite von
4000 Hertz theoretisch höchstens 8000 Baud. Die theoretisch höchstmögliche
Übertragungskapazität ist aber technisch nur sehr teuer zu verwirklichen. So ist
die faktische Übertragungskapazität bei einer vorgegebenen Bandbreite manchmal
erheblich geringer als die theoretisch mögliche.
In LANs traditioneller Bauart wird Bandbreite
in ungeheurem Maße vergeudet:
Störungen und Verzerrungen
Arten von Ursachen von Übertragungsstörungen:
- Dämpfung: Abschwächung des
Signals durch die Übertragung
- Laufzeit: Einfluss der
Ungleichzeitigkeit, da das Signal mit einer endlichen Geschwindigkeit
(höchstens Lichtgeschwindigkeit) übertragen wird. Bei Sprechverbindungen
wirken sich Laufzeiten unter einer Viertelsekunde nicht als störend aus
- Verzerrung: Veränderung der
Signals
- Störungen durch Fremdspannungen,
z.B. parallele Kabel, nicht genügend entstörte elektrische Anlagen usw.
Die Übertragungsleistung, die zu einer
fehlerfreien Übertragung mit einer bestimmten Geschwindigkeit nötig ist, hängt
neben der Bandbreite auch von der Häufigkeit von Verzerrungen und von
unerwünschten Signalen, dem Rauschen
(noise) ab. Als Rauschsignale bezeichnet man Störsignale. Manche Störungen wie
z.B. elektromagnetische Störungen sind prinzipiell vermeidbar. Daneben gibt es
aber bei elektromagnetischer Signalübertragung das so genannte
thermische Rauschen, das prinzipiell nicht vermeidbar ist. Es wird von
allen Gegenständen abgegeben, deren Temperatur über dem absoluten Nullpunkt
(-273,15 Grad Celsius) liegt. Das bei Übertragungen entstehende thermische
Rauschen ist proportional der Bandbreite des Empfängers und der Temperatur des
Senders. Deshalb sind Fernsehsignale 1000fach stärker verrauscht als
Telefonsignale. Breitbandige Signale müssen deshalb mit mehr Leistung übertragen
werden als schmalbandige, damit ein zufriedenstellendes Signal-Rausch-Verhältnis
(signal noise ratio) erreicht wird.
Multiplextechniken
Man kann gleichzeitig mehrere Nachrichten über
einen einzigen Nachrichtenkanal (z.B. eine Leitung) senden. Techniken, die dies
ermöglichen, nennt man Multiplextechniken.
- In der Frequenzmultiplextechnik
wird jedes Signal in einen anderen Frequenzbereich verschoben, so können
sich mehrere Signale einen gemeinsamen Übertragungskanal teilen.
- Besser ist das
Zeitmultiplexverfahren, bei dem die unterschiedlichen Signale zu
verschiedenen Zeitpunkten über den Übertragungskanal geschickt werden. Für
Zeitmultiplex ist Glasfaser das ideale Medium
- Zur Steigerung der Leistungsfähigkeit
bestehender Glasfaserverbindungen dient das
Wellenlängenmultiplexverfahren (WDM = Wavelength Division
Multiplexing): dabei werden durch optische Multiplexer und
Verstärker mehrere optische Signale miteinander kombiniert, als Gruppe
verstärkt und gemeinsam über eine einzige Glasfaser übertragen.
Gleichsam die Umkehrung der genannten
Multiplextechniken ist Inverse Multiplexing: ein Datenstrom
wird aufgeteilt und die einzelnen Teile über verschiedene Kanäle geschickt,
dadurch erhöht sich die Durchsatzrate. So kann man z.B. mehrere Telefonleitungen
bündeln.
Signalvermittlung (switching)
Zur Information über Signalvermittlung auf der
Bitübertragungsschicht wird auf die unten genannte Ressource verwiesen.
ISDN
-- Integrated Services Digital Network:
Merkmale von ISDN
|
ISDN = Integrated Services
Digital Network = Dienstintegrierendes digitales Fernmeldenetz. |
Hauptmerkmale:
- es ist ein digitales Netz
- es ist dienstintegrierend:
- Dienste
- = verschiedene Arten der elektronischen
Kommunikation, nämlich:
-
- ISDN-Fernsprechen: hat gegenüber
normalem Telefon höhere Übertragungsqualität, größere Störfestigkeit,
breitbandigere Übertragung (bis 7kHz statt 3,4 kHz)
- ISDN-Teletex (Bürofernschreiben): 1
Seite DIN A4 ca 1 Sekunde
- ISDN-Telefax: höhere Auflösung,
Möglichkeit der Übertragung von Farbkopien, höhere
Übertragungsgeschwindigkeit
- ISDN-Bildschirmtext
- ISDN-Datenübermittlung: u.a. keine
Anpassung unterschiedlicher Übertragungsgeschwindigkeiten nötig
- ISDN-Fernwirken: Fernüberwachung
(Fernanzeige, Fernmessen), Fernsteuerung (Fernschalten, Ferneinstellung)
- ISDN-Fernskizieren: Übermittlung von
Skizzen während ihrer Entstehung
- ISDN-Festbildübermittlung in
Fotoqualität
- ISDN-Bildtelefon (nur durch
Datenreduktionsverfahren möglich)
- integrierend:
- auf Anschlussseite: einheitliche genormte
Dosen und Stecker für alle Arten von Endgeräten
- vereinheitlichte Verbindungssteuerung und
einheitliche digitale Protokolle
- das vorhandene Telefonleitungssystem zu den
Teilnehmeranschlüssen ist für ISDN nutzbar
Leistungsmerkmale von ISDN:
- Rufnummernanzeige des anrufenden
ISDN-Teilnehmers
- Kurzwahl: Zuordnung einer ein- oder
zweistelligen Zahl zu einer Teilnehmernummer
- Wahlwiederholung
- Automatischer Rückruf: Wiederholung des
Wählvorganges, wenn angerufener Anschluss besetzt ist
- Lauthören über Lautsprecher
- Freisprechen: Sprechen über ein freies
Mikrofon (nicht Telefonhörer)
- Gebührenanzeige
- Sperrschloss
- Direktruf programmierter Teilnehmernummern
- Anrufumleitung zu anderem
Teilnehmeranschluss
- Anrufweiterleitung = Anrufumleitung, falls
beim gewählten Anschluss nicht innerhalb einer bestimmten Zeit das Gespräch
angenommen wird
- Anklopfen: Information über einen Anrufer
während einer bestehenden Verbindung
- Konferenzschaltung
- Makeln: wahlfreier Wechsel zwischen zwei
Gesprächen unter Beibehaltung beider Verbindungen
- Dienstwechsel: Wechsel der Dienste oder
Endgeräte (z.B. Telefon, PC) während einer Verbindung
ITU/T-Standards für ISDN
Die ITU/T (CCITT) ISDN Standards sind in
folgende Serien der I-Serie zusammengefasst:
- I.100 Serie:
- Allgemeine Konzepte; Struktur der
Empfehlungen; Terminologie; Allgemeine Methoden
- I.200 Serie:
- Dienst (service) Aspekte
- I.300 Serie:
- Netzwerk-Aspekte
- I.400 Serie:
- Nutzer-Netzwerk Schnittstelle (interface)
Aspekte:
- I.430; I.431; I.432: Layer 1 (Physical
layer) specifications
- I.440; I.441: Layer 2 (Data Link layer)
aspects and specifications
- I.450; I.451; I.452: Layer 3 (Network layer)
aspects, notes and specifications
- I.500 Serie:
- Internetzwerk Schnittstellen
- I.600 Serie:
- Wartung und Unterhalt (Maintainance)
Obwohl ISDN international normiert wird,
unterscheiden sich einzelne ISDN-Implementierungen so sehr, dass sie
inkompatibel sind. Im Folgenden wird ISDN in Deutschland beschrieben.
ISDN-Kanäle
ISDN trennt zwei Arten von Übertragungskanälen:
- B-Kanäle: Nutzkanäle,
dienen der Datenübertragung. Kapazität: 64 Kbit/s, vollduplex (d.h. es
können gleichzeitig 64 Kbit/s von A nach B und von B nach A übermittelt
werden)
Wird eine höhere Datenübertragungsgeschwindigkeit gefordert (z.B. für
Videokonferenzen), lassen sich mehrere B-Kanäle zusammenschalten
- D-Kanal: Steuerkanal, dient
der Übertragung von Steuerinformationen (z.B. Rufnummer, Rufnummer des
Anrufers, Gebühren). Kapazität: 16 Kbit/s bzw. 64 Kbit/s
Arten von ISDN-Anschlüssen
Nach der Anzahl der zur Verfügung gestellten
Nutzkanäle unterscheidet man:
- ISDN-Basisanschluss
- ISDN-Primärmultiplexanschluss
Nach dem verwendeten D-Kanal-Protokoll
unterscheidet man:
- nationaler ISDN-Anschluss: 1TR6-Protokoll:
nicht mehr im Gebrauch
- Euro-ISDN: E-DSS1-Protokoll. 1989 haben sich
20 europäische Staaten auf die Einführung von Euro-ISDN geeinigt
Nach der Art des Anschlusses der Endgeräte an
ISDN unterscheidet man:
- Mehrgeräteanschluss: Die Endgeräte werden an
ISDN-Dosen angeschlossen
- Anlagenanschluss: Die Endgeräte werden über
eine ISDN-Telekommunikationsanlage (Haus-ISDN-Anlage) angeschlossen
ISDN-Basisanschluss
Der ISDN-Basisanschluss umfasst drei
eigenständige Kanäle:
- zwei gleichzeitig unabhängig voneinander
benutzbare B-Kanäle (Nutzkanäle) 64 Kbit/s. Durch Zusammenschalten beider
Kanäle erreicht man 128 Kbit/s
- einen D-Kanal (Steuerkanal) 16 Kbit/s
Der Basisanschluss hat anwenderseitig eine sog.
S0 (S-Null)-Schnittstelle am Network-Terminator (NT), d.h. dem Übergabepunkt der
Telekom.
Die Kanaltrennung erfolgt physikalisch zwischen
Endgerät und Network-Terminator (NT), von dort erfolgt die Übertragung zur
digitalen Vermittlungsstelle der Telekom (DIVO) über das normale Telefonkabel.
Der Network-Terminator bündelt die verschiedenen ausgehenden Kanäle, indem er in
einem Multiplexverfahren die Datenströme von den drei Kanälen zusammenfasst und
sie mit einer Geschwindigkeit von 192 Kbit/s an die DIVO übermittelt.
Gleichzeitig trennt der Network-Terminator die in einem Datenstrom von der DIVO
eintreffenden Signale auf die drei physikalisch getrennten Kanäle.
Der Basisanschluss ist erhältlich als:
- Standardanschluss
- Komfortanschluss = Standardanschluss +
Anrufweiterschaltung, Anklopfen, Übermittlung der Gebühren am Ende der
Verbindung
ISDN-Primärmultiplexanschluss
Der ISDN-Primärmultiplexanschluss umfasst
folgende Kanäle:
- dreißig gleichzeitig unabhängig voneinander
benutzbare B-Kanäle (Nutzkanäle) 64 Kbit/s. Durch Zusammenschalten der
Kanäle kann man 1920 Kbit/s erreichen
- einen D-Kanal (Steuerkanal): 64 Kbit/s
Der ISDN-Primärmultiplexanschluss hat
anwenderseitig eine sog. S2M-Schnittstelle am Network-Terminator (NT), d.h. dem
Übergabepunkt der Telekom.
Beim Primärmultiplexanschluss ist es
grundsätzlich möglich mit dem nationalen ISDN- und dem Euro-ISDN-Protokoll zu
arbeiten.
Euro-ISDN
D-Kanalprotokoll E-DSS1 (Euro Digital
Subscriber Signaling System No. 1). Europäischer Standard.
Beim Euro-ISDN-Basisanschluss erhält der
Telekom-Kunde in der Regel drei verschiedene ISDN-Rufnummern (nicht eine
Rufnummer mit Endnummern!). Er kann maximal weitere sieben Rufnummern erhalten.
Achtung! Unterscheide ISDN-Rufnummern und die
verfügbaren Kanäle (Nutzkanäle). Bei einem Basisanschluss hat man zwar drei
Rufnummern, aber nur zwei Kanäle, d.h. gleichzeitig können jeweils nur zwei
Geräte eine Verbindung herstellen, während dann die dritte Nummer blockiert ist.
Mehrgeräteanschluss
Die Endgeräte werden an ISDN-Dosen
angeschlossen. Beim Basisanschluss können so bis zu 12 ISDN-Endgeräte an einem
ISDN-Anschluss betrieben werden.
Anlagenanschluss
Man hat nur eine einzige ISDN-Rufnummer, an die
eine ISDN-Telekommunikationsanlage (Haus-ISDN-Anlage) angeschlossen wird. An
diese werden die Endgeräte -- und zwar sowohl solche mit digitaler Schnittstelle
als auch analoge (z.B. Modems, herkömmliche Telefonapparate) -- mit
entsprechenden Durchwahlnummern angeschlossen. Ein Anlagenanschluss ist mit der
digitalen Ortsvermittlung (DIVO) durch eine Vierdrahtverbindung verbunden.
Schnittstellen für ISDN
Da bei einem ISDN-Basisanschluss die
Übertragung zwischen Teilnehmer und digitaler Ortsvermittlungsstelle (DIVO) über
das normale zweidrahtige Telefonkabel erfolgt, auf dem die Kanäle nicht auf
verschiedene Drähte verteilt sind, erfolgt die Kanaltrennung bei ISDN
physikalisch zwischen Endgerät und Network-Terminator (NT)
(Netzwerk-Abschlussgerät), dem Übergabepunkt der Telekom. Vom Endgerät bis zum
NT verläuft die Übertragung über eine Vierdrahtverbindung, vom NT bis zur DIVO
über eine Zweidrahtverbindung. Der Network-Terminator bewirkt den Übergang von
Zweidraht auf Vierdraht und umgekehrt. Der Network-Terminator bündelt die
verschiedenen ausgehenden Kanäle, indem er in einem Multiplexverfahren die
Datenströme der Kanäle zusammenfasst und sie an die DIVO übermittelt.
Gleichzeitig trennt der Network-Terminator die in einem Datenstrom von der DIVO
eintreffenden Signale auf die physikalisch getrennten Kanäle.
Mehrere DTE's können über ein Kabel (Bus) mit
einem einzigen NT1 verbunden sein. Schnittstellensignale werden über spezielle
Datenpakete auf DL übertragen. Die Datenpakete werden auf einem getrennten Kanal
(D-Kanal) ausgetauscht.
Man kann Übergänge von NT1 zu RS-232-C durch
standardisierte Terminaladapter schaffen.
Der Maximalabstand zwischen DTE und NT1 ist 1
km.
Nach einer NT1 kann eine NT2 geschaltet werden,
die die Funktion einer privaten Haustelekommunikationsanlage übernimmt.
Aufbau eines Basisanschlusses:
- Endgerät mit ISDN-Standard
- Telekommunikations-Anschlusseinrichtung
(TAE) auf S0-Bus
- Netzabschluss (NT)
- Zweidrahtverbindung
- Digitale Ortsvermittlungsstelle (DIVO)
- Digitale Fernvermittlungsstelle (DIVF)
- ...
- Endgerät ohne ISDN-Standard
- Engeräteanpassung (TA = terminal adapter)
- Telekommunikations-Anschlusseinrichtung
(TAE) auf S0-Bus
- Netzabschluss (NT)
- ... (wie oben)
Breitband-ISDN (B-ISDN - Broadband integrated
services digital network)
Breitband-ISDN bietet mit einer Datenrate von
140Mbit/s gegenüber ISDN zusätzlich die Möglichkeit für folgende Dienste:
- Videokonferenz
- schnelle Datenübermittlung
Schichtmodell für B-ISDN:
| Switching Layer --
Vermittlungsschicht |
ATM -- Asynchronous
Transfer Mode |
| Physical Layer --
Bitübertragungsschicht |
SONET -- Synchronous
Optical Network |
Asynchronous Transfer Mode - ATM
ATM gehört zu OSI-Schicht 2
(Vermittlungsschicht), soll aber hier kurz behandelt werden wegen des
Zusammenhanges mit B-ISDN.
ATM ist ein einheitlicher Standard für Ton
(Telefon) und Datenübertragung. ATM ist eine Cell-Relay-Technik.
Eine Cell ist eine Art logisches Vehikel, das Datenblöcke transportiert. Eine
Cell hat eine feste Größe -- im Gegensatz zu einem Frame bei Frame Relay, wo die
Datenpakete variable Größe haben. Die feste Cell-Größe erlaubt eine bessere
Flow-Kontrolle (vgl. unterschiedliche Größe mit Lastzügen auf der Autobahn).
Jede ATM-Cell besteht aus 53 Bytes, von denen 48 die Nutzinformation enthalten.
Nutzinformationen können Ton (Telefon) oder andere Daten sein. Die restlichen 5
Bytes enthalten den die Steuerinformation tragenden Header.
Header einer ATM-Zelle:
| Header Error
Control (8 Bit) |
Cell Cross
Priority (2 Bit) |
Payload Type (2
Bit) |
Virtual Channel Identifier (16 Bit) |
Virtual Path Identifier (8 Bit) |
General Flow
Control (4 Bit) |
Das ATM-Übermittlungsverfahren ist
verbindungsorientiert (connectionful): vor dem eigentlichen
Datenaustausch erfolgt ein Aufbau eines Virtual Channel.
Die wichtigste technische Komponente von ATM
ist der ATM-Switch. Der ATM-Switch multiplexed die Cells, die
von den verschiedenen Nodes gleichzeitig gesendet werden können, in einen Strom
von Cells. Der Switch leitet die Cells einfach über das gemeinsame
Übertragungsmedium weiter, er hat keine zeitraubende Store-and-foreward-Methode
wie Routers. ATM-Switches erfüllen ihre Aufgabe in Hardware, deshalb entfällt
der Network Layer als Software. ATM hat keine Fehlerkontrolle, da es fehlerarme
Übertragungsmedien von hoher Qualität voraussetzt.
Jede ATM-Cell enthält einen Identifier,
der die Adresse bestimmt. Im Gegensatz zum traditionellen Telefonsystem und zum
Internet ist dieser Identifier nicht die feststehende Adresse bzw. Telefonnummer
des Adressaten. Bei ATM wählen vielmehr die jeweils beteiligten beiden Nodes
eine zufällig gewählte Zahl, die die betreffende Verbindung für den Zeitraum der
Sitzung eindeutig definiert. Dies ermöglicht viel kürzere Adressen, als wenn die
IP-Adresse oder gar die internationale Telefonnummer als Paketadresse dienen
würde.
Ein reines ATM-Netz hat
Die Deutsche Bibliothek
in Frankfurt am Main installiert:

Abb.: Struktur des ATM-Netzes
der Die Deutsche Bibliothek, Frankfurt a. M.
Synchronous Optical Network - SONET bzw.
Synchronous Digital Hierarchy -- SDH
SDH (Synchronous Digital
Hierarchy) ist der ITU (International Telecommunication Union) Standard für
synchrone optische Netzwerke. SDH unterscheidet zwei Varianten:
- ANSI (American National Standards Institute)
SONET für Nordamerika
- ETSI (European Telecommunication Standard
Institute) SDH
für Europa
ETSI-SDH wird in
ITU-Empfehlung G.707 definiert. SDH erlaubt den Transport von Signalen mit
unterschiedlichen Übertragungsraten und Struktur. Das Multiplexverfahren ist so
konzipiert, dass sich viele Multiplexer/Demultiplexer einsparen lassen. Alle
SDH-Netze sind kompatibel, optische Schnittstellen, Gerätefunktionen u.ä. sind
genormt. Über SDH auf der Bitübertragungsschicht lässt sich ATM (Schicht 2)
übertragen. Die Grundbitrate ist 155,52 MBit/Sekunde, die höheren
Hierarchiestufen sind jeweils Vielfache davon:
- 155,520 Mbit/Sekunde
- 622,080 Mbit/Sekunde (= 4 x 155,520)
- 2.488,320 Mbit/Sekunde (= 16 x 155,520)
SONET ist ein Standard für die
Bitübertragungsschicht (Physical layer) für weltweite Vernetzung mit
Glasfaserkabeln. SONET definiert das Übertragungsmedium für B-ISDN. SONET ist
die US-Version der von ITU-T entworfenen Synchronen Digitalen Hierarchie (SDH).
SONET standardisiert:
- Übertragungsraten, optische Interfaces,
Handhabung, Unterhalt
- Eine weltweit einheitliche Hierarchie von
optischen Übertragungsraten (von OC-1 51.8 Mbit/s bis OC-48 2,48 GBit/s)
- Multiplexkanäle über synchronen Leitungen

Abb.: Der vierkablige SONET-Ring
von
Sprint zwischen
Springfield, N.J -- Montreal -- Toronto -- Buffalo: zwei gegenläufige Hauptringe
+ jeweils ein Reservering (jeder Ring ist 1,174 miles = ca. 1900 km
lang!)
Standards:
IBFN -- Integriertes Breitband-Fernmeldenetz
Im Integrierten Breitband-Fernmeldenetz soll
die Trennung von Breitbandverteilernetzen (BVN) (simplex) und (Breitband-)ISDN
(duplex) aufgehoben werden. Bei einer Datenrate von 565 Mbit/s soll das IBFN
zusätzlich zu den Diensten von Breitband-ISDN noch folgende Dienste ermöglichen:
- Verteilung von Hörfunk und Fernsehprogrammen
- Interaktives Fernsehen
Digital Subscriber Line (DSL)
Ausgangspunkt für die Entwicklung von DSL war
Video-on-Demand, der Versuch,
über bestehende Telefonleitungen Video zu liefern. Erstmals
wurde eine DSL 1989 von Bellcore vorgestellt: da bei Video-on-demand der
Datenverkehr asymmetrisch ist (sehr große Datenmengen -- das Video -- werden ins
Haus geliefert, relativ kleine Datenmengen -- die Videonanforderung -- gehen aus
dem Haus hinaus, war dies ADSL -- Asymmetric Digital Subscriber Line. Im
Unterschied zu Datenverkehr mit traditionellen Modems über dieselben Kanäle wie
Telefongespräche (die Daten sind da ja analog und können von Sprachverkehr nicht
unterschieden werden), werden bei DSL Sprechverkehr und Datenverkehr von den
lokalen und überlokalen Telekom-Unternehmen über unterschiedliche Datenkanäle
geleitet: so kann der Datenverkehr nicht zu Verstopfung des Sprechverkehrs
führen. DSLs stehen in Konkurrenz zu Kabelmodems (Datentransport über Kabel-TV)
und ISDN.
DSL-Verbindungen sind point-to-point dedicated
circuits, d.h. es sind Standverbindungen, eine Einwahl ist nicht nötig, es gibt
auch keine Vermittlung, d.h. diese Verbindung geht direkt in das System (z.B.
Frame Relay, ATM, Internetverbindung) des Providers.
Inzwischen sind verschiedene DSLs in
Entwicklung:
|
Dienst |
Besonderheiten |
Datenstrom vom
Nutzer weg |
Datenstrom zum
Nutzer |
Höchstentfernung
zu Vermittlungsstelle |
Sprechverkehr |
| ADSL
-- Asymmetrical DSL |
asymmetrisch
(ursprünglich für Video-on-demand) |
176 Kb/s
...
...
640 Kb/s |
1.54Mb/s
2,05 Mb/s
6,14 Mb/s
8,45 Mb/s |
5,5 km
4,8 km
3,6 km
2,7 km |
ja |
| HDSL
-- High-bit-rate DSL |
kommerziell noch
nicht verfügbar, zwei konkurrierende Standards |
1,54 Mb/s |
1,54 Mb/s |
3,6 km |
nein |
| SDSL
-- Symmetrical DSL |
symmetrisch, im
Wesentlichen wie HDSL, läuft aber über einen verdrillten Zweidrahtleiter und
erlaubt auch Sprechverkehr |
1,54 Mb/s |
1,54 Mb/s |
|
ja |
| VDSL
-- Very high-bit-rate DSL |
asymmetrisch,
kommerziell noch nicht verfügbar, benötigt Kombination von Glasfaser- und
Kupferkabel |
640 Kb/s
...
2,3 Mb/s |
13
Mb/s
26 Mb/s
52 Mb/s |
1,4 km
0,9 km
0,3 km |
ja |
| RADSL
-- Rate adaptive DSL |
ADSL, dessen
Übertragungsgeschwindigkeit sich nach der Qualität der Kupferleitung richtet |
176 Kb/s
640 Kb/s
128 Kb/s |
1,54 Mb/s
6,14 Mb/s
600 Kb/s |
5,5 km
3,6 km
7,5 km |
ja |
| IDSL
-- Integrated services DSL |
arbeitet auf
Nutzerseite mit selber Einrichtung wie ISDN; ist aber im Unterschied zu ISDN
ein dedicated service, d.h. der Nutzer zahlt eine monatliche Gebühr für
unbegrenzte Nutzung |
128 Kb/s |
128 Kb/s |
5,5 km |
nein |
ADSL -- Asymmetrical Digital Subscriber Line
ADSL ist die einzige DSL-Technik, die (in den
USA) schon in größerem Umfang eingeführt ist. In Deutschland will T-Online nach
einem Pilotprojekt in Nordrhein-Westfalen ADSL allmählich in größeren Städten
ziemlich flächendeckend einführen: über den jeweiligen Stand usw. gibt Auskunft
(dort auch eine FAQ):
ADSL Showcase / T-Online. --
URL:
http://www.t-online.de/adsl/index.html
Weiterführende Ressourcen zu ADSL:
Die Bitübertragungsschicht in LANs
Netzwerk-Topologie:
Die physikalische Topologie eines Netzwerkes
ist die Anlage der Verkabelung.
- - (physikalische) Stern-Topologie (star
topology):
- Alle Peripheriegeräte sind sternförmig mit
einem zentralen Konzentrator (concentrator) (häufig auch Hub genannt)
verbunden. Wenn eine Verbindung ausfällt, beeinträchtigt dies das übrige
Netzwerk nicht, es sei denn der Konzentrator fällt aus.
- - (physikalische) Ring-Topologie (ring
topology):
- Die Peripheriegeräte sind ringförmig mit
ihren jeweiligen beiden Nachbarn verbunden. Macht Terminatoren unnötig.
Jedes Peripheriegerät funktioniert als Repeater.
- - (physikalische) Bus-Topologie (bus
topology):
- Die Peripheriegeräte sind an ein lineares
Übertragungsmedium angeschlossen. Das Netzwerk hat also zwei Endpunkte. Die
beiden Endpunkte müssen durch einen sog. Terminator abgeschlossen werden,
der Signalreflexion verhindert. Wird hauptsächlich für Ethernet Netzwerke
verwendet.
- - (physikalische) Baum-Topologie (tree
topology):
- Von einer Wurzel aus führt über eine Anzahl
von Verzweigungsknoten je ein einziger Pfad zu einem Peripheriegerät. Diese
Struktur wird für Bridge- und Router-Systeme verwendet
Ethernet funktioniert sowohl in Bus- als auch
in Stern-Topologie.
Token-Ring verbindet die physikalische
Stern-Topologie mit der logischen Ring-Topologie, deshalb heißt sie auch:
Stern-verkabelter Ring (star-wired ring).
FDDI: logische Ring-Topologie mit Einfach-Ring
oder Zweifachring: der zweite Ring wird aktiviert, wenn im ersten Ring ein
Fehler auftritt: durch Zusammenschluss wird aus beiden Ringen ein neuer Ring
gebildet, der die fehlerhaften Ringsegmente abtrennt. Als physikalische
Topologien lässt FDDI zu: einfacher Konzentrator (physikalischer Stern), Baum
von Konzentratoren, Doppelring, Doppelring von Bäumen, gleichzeitiger Anschluss
an zwei Konzentratoren (Dual Homing) (falls der eine Konzentrator ausfällt,
übernimmt der andere).
Verkabelung:
- Dickes Koaxialkabel (IEEE 802.3 = 10BASE5;
Höchstlänge: 500 m)
- Dünnes Koaxialkabel (IEEE 802.3a = 10BASE2;
Höchstlänge: 185 m)
- Nicht abgeschirmte verdrillte
Zweidrahtleiter (UTP = Unshielded twisted pair) (IEEE 802.3i = 10BASET;
Höchstlänge 100 m)
- Glasfaser (proprietär, nicht standardisiert
= 10BASEF).
Bezeichnungsschema für die Kabel:
|
Datenrate in Mbit/s |
Übertragungsverfahren |
maximale Segmentlänge (100m)
oder T=twisted pair bzw.
F=fiber |
z.B. 10BASE5
= Datenrate 10 Mbit/s, Basisband (d.h. Bus mit nur einem Übertragungskanal,
nicht Breitband mit verschiedenen Kanälen), 500m
Die verschiedenen Kabeltypen können verknüpft
werden. Für dickes Koaxialkabel werden gesonderte Transceiver
(=Transmitter/Receiver) benötigt. Für die übrigen Kabel ist der Transceiver in
die Netzwerk-Karte integriert.
Durch bis zu vier Repeater kann ein
Ethernet-Netzwerk physikalisch in Segmente aufgeteilt werden und so die
Höchstlängen der verknüpften Buskabel vergrößert werden:
- Dickes Koaxialkabel: 2500 m
- Dünnes Koaxialkabel: 1000 m.
Verschiedene Typen von
- nicht abgeschirmten verdrillten
Zweidrahtleitern (UTP)
- abgeschirmten verdrillten Zweidrahtleitern
(STP)
- Glasfaser
Alle Kabel werden zentral durch einen
Konzentrator verbunden (physikalische Stern-Topologie!), einer sog. Multistation
Access Unit (MAU).
FDDI:
- Glasfaser: die Geräte können bis zu 20 km
voneinander entfernt sein
- Kupferkabel möglich: ursprünglich war nur
Glasfaser vorgesehen, inzwischen gibt es Spezifikationen für die Übertragung
über Twisted-Pair-Kabel
Obwohl nicht unbedingt erforderlich, werden
normalerweise Konzentratoren verwendet.
Fast Ethernet (IEEE 802.3u)
Fast Ethernet unterstützt folgende
Übertragungsmedien:
- 100Base-TX: zwei Paar verdrillte
Zweidrahtleiter: höchstens 100 m zwischen Hub und Workstation
- 100Base-T4: vier Paar Telefonleitungen:
höchstens 100 m zwischen Hub und Workstation
- 100Base-FX: Lichtwellenleiter: bis 2 km,
ideal als Backbone
Gigabit Ethernet (IEEE 802.3b und 802.3z)
Im Juni 1998 verabschiedetet IEEE folgende
Standards für die Verkabelung von Gigabit Ethernet:
- 1000Base-SX: Kurzwellen-Laser über Multimode
Lichtwellenleiter bis 300 m bzw. 550 m
- 1000Base-LX: Langwellen-Laser über Monomode
Lichtwellenleiter bis 3000 m bzw. Multimode-Lichtwellenleiter bis 500 m
- 1000Base-CX: geschirmten verdrillten
Zweidrahtleiter bis 25 m
In Vorbereitung ist ein Standard für
Gigabit-Ethernet über Kategorie5-Kupferkabel bis 100 m (IEEE 802.3ab --
1000BaseT).
Anhang: UPS -- Uninterruptible Power Supply
Ein wichtiger Faktor im Bereich der
Bitübertragungsschicht ist die Stromversorgung. Um während eines Ausfalls des
Stromsystems keinen Datenverlust und dergl. zu erleiden, bedarf es einer
UPS-Einrichtung. Es gibt verschiedene UPS-Systeme:
- Batterien
- Dieselgeneratoren
- Trägheitsgeneratoren (große rotierende
Räder, die aufgrund ihrer Trägheit während kurzer Stromunterbrechungen einen
Generator betreiben): z.B. als Überbrückung bis der Dieselgenerator
anspringt
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