NetBIOS:
NetBIOS (Network Basic
Input Output System) ist eine
Programmierschnittstelle (API) zur Kommunikation zwischen zwei
Programmen über ein Netzwerk.
Das so genannte
Network Basic Input/Output System kurz NetBIOS Software- Modul ist
eine Standard-Schnittstelle, die den Zugriff der einzelnen Stationen
im Netz auf die vorhandenen Betriebsmittel, wie Drucker, Streamer
usw. regelt.
Das NetBIOS ist auf
den Netzwerkkarten implementiert und wird häufig auch als
Application Programmer Interface kurz API oder Anwenderschnittstelle
bezeichnet, da sie die vom Anwender an das Netzwerk gerichteten
Aufrufe entsprechen weiterleitet.
NetBIOS arbeitet
auf der Transportschicht (Ebene 4 der OSI-Schichten) und überwacht
unter anderem den Datenverkehr mittels entsprechender
Fehlerprotokolle.
Entwicklung
NetBIOS wurde 1983 bei der Firma
Sytec, Inc. im Auftrag von IBM für das IBM PC Network, einer
proprietären Hardwarelösung zur Vernetzung kleiner Arbeitsgruppen,
entwickelt.
Die Von NetBIOS zur Verfügung
gestellten Funktionen gingen allerdings über die reine
Hardware-Abstraktion, wie sie z.B. das System-BIOS leistet, hinaus.
Im Gegensatz zu heutigen Netzwerktreibern, deren Funktion die
Zustellung von Datenpaketen durch die jeweilige Hardware ist (OSI-Schicht
2), implementiert NetBIOS Funktionen zur Namensauflösung, paket-
und verbindungsorientierten Kommunikation. Ein direkter Zugang auf
Paketebene war beim PC-Network nicht vorgesehen.
Die ersten Netzwerkfunktionen in
PC-DOS und
MS-DOS
setzten auf NetBIOS auf.
Mit dem Übergang zu
standardisierten Netzwerken wie
Token Ring
und
Ethernet ab ca. 1985 entstand die Notwendigkeit, bestehende
Software über die neuen Netze verwenden zu können. Dazu wurden die
NetBIOS-Funktionen in einem Emulationsprogramm realisiert, das
seinerseits auf die neuen, paketorientierten Netzwerktreiber
zugriff. Das verwendete Protokoll wurde gemeinhin auch als NetBIOS
bezeichnet, wodurch die bis heute anzutreffende Verwirrung darüber
entstand, ob NetBIOS ein Protokoll sei oder nicht. Das Protokoll,
also die direkt auf Schicht 2 aufgesetzte Implementierung von
NetBIOS, wurde später als
NetBEUI bezeichnet. Mangels entsprechender Vorkehrungen im
Protokoll kann es nicht geroutet werden, und aufgrund des Konzeptes
der NetBIOS-Funktionen verwendet es relativ viele Broadcasts und
gilt daher gemeinhin als "geschwätziges" (engl. chatty)
Protokoll.
Die Firma Novell implementierte
1986 eine NetBIOS-Emulation, die auf dem IPX/SPX-Protokoll aufbaute.
1987 folgte IBM mit der in RFC 1001 (Protocol Standard for a
NetBIOS Service on a TCP/UDP Transport) festgelegten
Implementierung von NetBIOS auf dem
TCP/IP Protokoll, kurz
NetBIOS over TCP/IP oder NBT. Sowohl IPX als auch IP sind
routbare Protokolle, wodurch NetBIOS-basierte Anwendungen über die
Grenzen kleiner lokaler Netze hinaus nutzbar wurden.
Heute hat NetBIOS keine Bedeutung
als Programmierschnittstelle mehr, und auch NetBEUI wid fast nicht
mehr verwendet, da
Microsoft in den
Windows-Betriebssystemen seit geraumer Zeit standardmäßig NBT
verwendet. Durch die Verwendung alternativer
Namensauflösungs-Mechanismen (WINS,
DNS) ist auch das Problem des hohen Broadcast-Aufkommens gelöst.
Funktionen von NetBIOS
- NetBIOS erlaubt einer
Applikation, einen 16 Zeichen langen Namen netzwerkweit zu
registrieren. In Microsoft-Netzen werden davon 15 Zeichen
verwendet, das 16. Zeichen wird als Suffix benutzt, um
verschiedene Dienste wie Server, RAS, Messenger usw.
anzusprechen. Ursprünglich wurden die Zuordnungen von Namen zu
Netzwerkadressen per Broadcast an alle Teilnehmer bekannt
gegeben.
- Verbindungsloser
Datenaustausch (datagram service)
- Die entsprechenden Funktionen
realisieren die ungesicherte, paketweise Kommunikation zwischen
zwei Endpunkten.
- Verbindungsorientierter
Datenaustausch (session service)
- Analog zu
TCP bietet NetBIOS gesicherte,
serialiserte Punkt-zu-Punkt Verbindungen an, d.h. es können
Nachrichten übermittelt werden, die größer sind als die maximale
Länge eines einzelnen Datenpaketes, und eventuell fehlerhaft
angekommene oder verlorene Pakete werden erneut angefordert.