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Viren und Sicherheit
Kennwörter unter Windows
Kennwörter:
Microsofts Windows XP wird oft als unzureichend
sicheres System bezeichnet, weil einerseits
die Standard-Einstellungen laut Meinung einiger
Sicherheitsexperten direkt nach der Installation
viel zu locker eingestellt sind und andererseits
sinnvolle Schutzmöglichkeiten irgendwo in den
Tiefen des Systems versteckt sind.
Die
Redaktion ist anderer Ansicht, denn die gewählten
Standard-Einstellungen sollen unerfahrene Benutzer
nicht direkt beim ersten Versuch aussperren
und nach einem kurzen Blick unter die Haube
des Systems zeigen sich sehr wohl leistungsfähige
Funktionen und Optionen, die eine individuelle
und sichere Einstellung des Systems gewährleisten.
Die hier gewählten Sicherheits-Einstellungen
lassen sich noch weiter justieren, was heißt,
der potentiell gefährliche Standard Administrator-Account
kann deaktiviert werden, die Verwaltung der
Kennwörter zur Anmeldung am System kann verändert
werden und selbst die Auswahl und Eingabe eines
gewünschten Passwortes kann auf bestimmte Regeln
überwacht werden.
Sämtliche hierfür erforderlichen
Funktionen und Optionen verbergen sich in einem
Snap-In namens secpol.msc, einer typischen Anwendung
der Microsoft Management-Konsole, die für sämtliche
Snap-Ins gleiche Dialoge und Menüs zur Verfügung
stellt. Am einfachsten gelingt der Aufruf der
"Lokalen Sicherheitseinstellungen" über:
- "Start/Ausführen"
und dort die Eingabe von "secpol.msc"

- Alternativ
kann auch eine dauerhafte Verknüpfung auf
dem Desktop angelegt werden (secpol.msc
befindet sich im Verzeichnis /system32.
Die Verknüpfung wird mittels Rechtsklick
der Maustaste und Auswahl des Menüpunktes
"Senden an/Desktopverknüpfung" angelegt
Es öffnet sich
eine Konsolenanwendung, die im linken Teil des
zweigeteilten Fensters diverse Menüpunkte zur
Verfügung stellt, über die verschiedene Optionen
ausgewählt werden können:

-
Kontorichtlinien
-
Kennwort
muss Komplexitätsrichtlinien entsprechen
Wurde diese Richtlinie aktiviert, müssen
Kennwörter folgende Voraussetzungen
mindestens erfüllen. Die Einhaltung
der Komplexitätsvoraussetzungen wird
bei der Erstellung oder Änderung von
Kennwörtern erzwungen:
-
Sie
dürfen weder einen Teil noch den
vollständigen Kontonamen des jeweiligen
Benutzers enthalten.
-
Sie
müssen mindestens sechs Zeichen
lang sein.
-
Sie
müssen Zeichen aus drei der vier
folgenden Kategorien enthalten:
-
Großbuchstaben von A bis Z
-
Kleinbuchstaben von A bis Z
-
Ziffern der Basis 10 (0 bis
9)
-
Nicht-Alphanumerische Zeichen
(z. B. !, $, #, %)
-
Kennwortchronik erzwingen
Legt die Anzahl eindeutiger neuer Kennwörter
fest, die vor der erneuten Verwendung
eines alten Kenntwortes einem Benutzerkonto
zugeordnet werden müssen. Dieser Wert
muss zwischen 0 und 24 liegen. Durch
die Sicherstellung, dass alte Kennwörter
nicht fortlaufend neu verwendet werden
können, ermöglicht diese Richtlinie
Administratoren die Erhöhung der Sicherheit.
Damit die Wirksamkeit der Kennwortchronik
gewährleistet ist, sollten Sie bei der
Konfiguration der Option Minimales Kennwortalter
das sofortige Ändern von Kennwörtern
nicht zulassen.
-
Maximales
Kennwortalter
Legt fest, wie lange (in Tagen) ein
Kennwort unverändert verwendet werden
darf. Für das Ablaufen von Kennwörtern
können Sie einen Zeitraum von 1 bis
999 Tagen festlegen. Sollen Kennwörter
nie ablaufen, wird für die Anzahl der
Tage der Wert 0 festgelegt. Voreinstellung:
42.
-
Minimale
Kennwortlänge
Legt die Mindestanzahl der Zeichen fest,
die ein Kennwort für ein Benutzerkonto
enthalten muss. Sie können einen Wert
zwischen 1 und 14 Zeichen festlegen
oder angeben, dass kein Kennwort erforderlich
ist, indem Sie für die Anzahl der Zeichen
den Wert 0 festlegen. Die Voreinstellung
ist 0 und sollte auf mindestens 8 Zeichen
verändert werden. Da lange und mit sämtlichen
Komplexitätsrichtlinien versehene Passwörter
nicht sonderlich gut merkbar sind, können
Hilfsmittel wie beispielsweise der Enigma
Passwortgenerator (Free und Pro verfügbar)
benutzt werden.
-
Minimales
Kennwortalter
Legt fest, wie lange (in Tagen) ein
Kennwort verwendet werden muss, bevor
es vom Benutzer geändert werden kann.
Sie können einen Wert zwischen 1 und
999 Tagen festlegen. Wollen Sie sofortige
Änderungen zulassen, wird für die Anzahl
der Tage der Wert 0 festgelegt. Der
Wert für das minimale Kennwortalter
muss kleiner als der unter Maximales
Kennwortalter festgelegte Wert sein.
-
Kontosperrungsrichtlinien:
-
Kontensperrungsschwelle
Legt die Anzahl der fehlgeschlagenen
Anmeldeversuche fest, die zu einer Sperrung
eines Benutzerkontos führen. Ein gesperrtes
Konto kann erst dann wieder verwendet
werden, wenn es von einem Administrator
zurückgesetzt wurde oder die Sperrungsdauer
für das Konto abgelaufen ist. Sie können
für fehlgeschlagene Anmeldeversuche
einen Wert zwischen 1 und 999 festlegen
oder angeben, dass das Konto nie gesperrt
wird, indem Sie den Wert auf 0 festlegen.
Fehlerhafte Kennworteingaben auf Arbeitsstationen
oder Mitgliedsservern, die mittels STRG+ALT+ENTF
oder durch einen kennwortgeschützten
Bildschirmschoner gesperrt wurden, zählen
nicht als fehlgeschlagene Anmeldeversuche.
Voreinstellung: Deaktiviert.
-
Kontosperrdauer
Legt fest, wie lange (in Minuten) ein
Konto gesperrt bleibt, bevor die Sperre
automatisch aufgehoben wird. Der Wert
kann im Bereich zwischen 1 und 99.999
Minuten liegen. Sie können auch angeben,
dass das Konto so lange gesperrt bleibt,
bis ein Administrator die Sperre explizit
aufhebt. Der Wert wird dann auf 0 festgelegt.
Wurde eine Kontensperrungsschwelle definiert,
muss der Wert für die Kontosperrdauer
größer oder gleich dem Wert für die
Zurücksetzungsdauer des Kontosperrungszählers
sein. Voreinstellung: Keine, da diese
Richtlinie nur von Bedeutung ist, wenn
eine Kontensperrungsschwelle angegeben
wurde.
-
Zurücksetzungsdauer
des Kontosperrungszählers
Legt fest, wie viele Minuten nach einem
fehlgeschlagenen Anmeldeversuch verstreichen
müssen, bevor der Kontosperrungszähler
wieder auf 0 zurückgesetzt wird. Der
Wert kann zwischen 1 und 99.999 Minuten
liegen. Wurde eine Kontensperrungsschwelle
definiert, muss der Wert für die Zurücksetzungsdauer
kleiner oder gleich dem Wert für die
Kontosperrdauer sein. Voreinstellung:
Keine, da diese Richtlinie nur von Bedeutung
ist, wenn eine Kontensperrungsschwelle
angegeben wurde.
Bereits jetzt
ist das System wesentlich sicherer, da Kennwörter
nur noch nach indivivduell festgelegten Richtlinien
erstellt und benutzt werden können. Ebenso wird
die Möglichkeit genommen, durch eine einfache
"Trial and Error" Methode ein zu leichtes Passwort
zu erraten, da nur eine bestimmte Anzahl an
Login-Versuchen zur Verfügung steht.
Über die Kennwort-Verwaltung hinaus stehen noch
weitere Sicherheitsoptionen zur Verfügung, die
in einem späteren Artikel noch genauer beleuchtet
werden. Wer in der Zwischenzeit selbst bereits
einen Blick darauf werfen möchte, findet also
folgende weitere Optionen:
- Lokale
Richtlinien mit Überwachungsrichtlinien
(Windows besitzt eine ausgezeichnete Ereignis-Überwachung,
die sehr individuell konfiguriert werden
kann), Zuweisung von Benutzerrechten, sowie
weitere Sicherheitsoptionen zur gezielten
Aktivierung und auch Deaktivierung von System-Optionen,
Zugriff auf lokale Geräte und mehr, die
für jeden Benutzer oder jede Benutzergruppe
individuell konfiguriert werden können.
- Richtlinien
öffentlicher Schlüssel ermöglicht die Vergabe
von Richtlinien zur lokalen Datei Verschlüsselung.
Die Option ist nur wählbar, wenn das Dateisystem
NTFS ist und die Verschlüsselung von Dateien
und Verzeichnissen ausgewählt wurde.
- Richtlinien
für Softwareeinschränkungen lässt dem Administrator
die freie Wahl, einzelne oder sämtliche
installierten Anwendungen entsprechend der
Benutzer oder Gruppen zu konfigurieren.
Es können Sicherheitsregeln zur grundsätzlichen
Benutzung von Programmen konfiguriert werden,
sowie zusätzliche Regeln für Zertifikate,
Hash-Werte, Internet-Zonenregel und Pfadregel.
Auf die Weise kann die Benutzung einzelner
Optionen und Funktionen beliebiger Anwendungen
sehr fein justiert eingestellt werden.
- IP Sicherheitsregeln
definieren das Antwortverhalten von Client
und Server. Bei der IP-Sicherheit (Internet
Protocol Security, IPSec) handelt es sich
um ein Framework offener Standards für die
Sicherung der privaten Kommunikation in
IP-Netzwerken mithilfe von Verschlüsselungsdiensten.
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