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Viren und Sicherheit
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Scriptviren
eine Klasse
für sich?:
Vor einigen
Monaten tauchte der erste Script-Virus auf,
basierend auf Visual Basic Script (VBS). Diese
neue Klasse von Viren hat sich in der letzten
Zeit rasant verbreitet und sich innerhalb kürzester
Zeit an die Spitze der Virenhitliste gesetzt.
Das bekannteste Beispiel dieser Klasse dürfte
der Virus VBS/Loveletter (auch VBS/Love oder
VBS/ILoveYou genannt) sein. Technisch gesehen
ist Loveletter allerdings kein "reinrassiger"
Virus, sondern ein Wurm. Ein Wurm ist ein Programm,
das sich selbst zu vervielfältigen vermag, ohne
ein Wirtsprogramm zu brauchen.
Diese Viren
sind extrem einfach zu programmieren und verbreiten
sich - entsprechende Techniken vorausgesetzt
- innerhalb weniger Stunden per Email um den
ganzen Erdball. Da durch einfaches Ändern einiger
Textzeilen ein "neuer" Virus erzeugt werden
kann, tauchen auch immer wieder leicht veränderte
Ableger auf, die vielen Antivirenprogrammen
Probleme bereiten. Allein von VBS/Loveletter
sind über hundert Varianten bekannt.
Wie funktionieren
Script-Viren?:
Viele Softwareprodukte
bieten die Möglichkeit, Arbeitsabläufe zu automatisieren.
Dies geschieht durch kleine "Programme", sog.
Scripte, die zur Laufzeit der jeweiligen Anwendung
interpretiert und ausgeführt werden. Meistens
sind die Scripte als reiner, lesbarer Text geschrieben,
was das Erzeugen und damit allerdings auch den
Missbrauch in Form von Viren und Würmern sehr
stark vereinfacht. Einige bekannte Script-Sprachen
sind Visual Basic Script, mIRC, Visual Basic
for Applications (VBA) etc. Der Großteil dieser
Viren ist allerdings einer einzigen Script-Sprache
zuzuordnen: Visual Basic Script.
Diese Script-Sprachen
sind teilweise so mächtig (VBS), dass damit
fast alle Funktionen eines Betriebssystems aufgerufen
und ausgeführt werden können. Unter anderem
lassen sich damit Applikationen steuern, Emails
versenden, "richtige" Programme ausführen etc.
Dieses große Funktionsspektrum öffnet - trotz
sporadischer Sicherheitsvorkehrungen der Hersteller
- den Viren Tür und Tor zum lokalen Computersystem.
Scriptviren
und -würmer benutzen eine dieser Script-Sprachen,
um sich selbst in andere, neue Scripte einzufügen
oder sich selber durch den Aufruf von Betriebssystemfunktionen
zu verbreiten. Häufig geschieht dies per Email
oder durch den Austausch von Dateien (Dokumenten).
Es gibt aber auch andere Verbreitungswege: Einige
Scriptwürmer für das Chatprogramm mIRC z.B.
verschicken sich selber per DCC an andere Benutzer.
Wird das Script dann vielleicht an einer "falschen"
Stelle gespeichert (z.B. im mIRC-Verzeichnis),
wird der Wurm bei jedem Start des Programms
aktiv und kann sich wiederum weiter verschicken...
Oftmals wird
noch eine Schadensfunktion, der sog. Payload
(engl.: Nutzlast), eingebaut. Dieser Teil des
Virus oder Wurms wird durch ein bestimmtes Ereignis
(z.B. Datum/Uhrzeit, n-te Generation des Virus,
Tastendruck, etc.) ausgelöst. Diese Schadensfunktion
kann dann alles anstellen: von einer einfachen
Bildschirmmeldung über das Formatieren der Festplatten
bis hin zum Start externer EXE-Viren ist alles
möglich.
Gegenmaßnahmen:
Da die meisten
Scriptviren und –würmer auf VBS basieren und
sich über Email verbreiten, führen bereits einfachste
Maßnahmen zu einer Verringerung der Gefahr:
- Sensibilisierung.
Anlagen nicht einfach durch einen Doppelklick
öffnen! Egal, ob die Email von einem Bekannten
oder einem Unbekannten kommt: die Anlage
könnte einen Virus enthalten. Also zuerst
mit einem Antivirenprogramm prüfen oder
die Anlage mit einem Dateibetrachter (MS-Wordview,
MS-Excelview, einfacher Texteditor) öffnen
bzw. kontrollieren.
- Regeln
für Firewall/Content-Filter aufsetzen.
Haben Sie einen aktiven Content Filter,
können Sie durch einfachste Regeln (z.B.
keine Attachments mit der Endung *.VBS durchlassen)
die Gefahr verringern. In den meisten Fällen
wird VBS in den Unternehmen nämlich nicht
eingesetzt.
- Verwenden
Sie andere Email Clients. Bereits durch
das Verwenden eines anderen Email Clients
(z.B. Qualcomm Eudora, Pegasus Mail, Lotus
Notes, ...) verringern Sie die Gefahr, da
Scriptviren sich hauptsächlich über MS Outlook
hermachen.
-
Einsatz
einer guten Antivirensoftware. Durch
den Einsatz einer Antivirensoftware für
das jeweilige Mail Programm können Sie die
Gefahr weiter verringern. Bevorzugt sollte
die Software am Gateway installiert werden
(SMTP-Scanner, z.B. AVMailGate).
-
Internet-Sicherheitseinstellungen
maximieren. Stellen Sie die Sicherheitseinstellungen
Ihres Browsers auf hoch. Die meisten Viren
können diese Barriere nicht automatisch
überwinden. Dies schützt allerdings nicht
vor neugierigen Anwendern, die die Attachments
dann doch manuell starten.
- Aktuelle
Sicherheitspatches aufspielen. Besorgen
Sie sich für Ihren Browser bzw. Ihren Email
Client die aktuellen Sicherheitspatches.
Hier sind allerdings vorher Tests angebracht,
denn ab und zu verursachen diese Patches
wiederum an anderen Stellen noch größere
Probleme.
Beispiele
für Scriptviren:
-
VBS.LoveLetter
-
VBS.Newlove
-
VBS.FreeLink
-
VBS.Monopoly
-
CS.Gala
-
HTML.Internal
-
HTML.NoWorm
-
Script.Inf
-
WinScript.AVM
-
WinScript.777
-
WinScript.Rabbit
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